Orang-Utan aus Feuer gerettet

Heftige Brände in Indonesien

(09.10.2026) In Jakarta hat eine dramatische Orang-Utan Rettungsaktion in den Gebieten der Waldbrände stattgefunden. Tierschützer haben auf der Indonesischen Insel Borneo inmitten der dichten Rauchschwaden ein männliches Tier gerettet. Der Affe hat sich an die Spitze von einem fast kahlen Baum geklammert, laut Berichten der Naturschutzbehörde ist er "relativ gesund" und hat nur leichte Verbrennungen erlitten. Handi Nasoka, von der in der Provinz Zentral-Kalimantan liegenden Naturschutzbehörde, berichtete außerdem dass das Tier "Bara" getauft wurde.

Nun soll er in einem Schutzgebiet in der Provinz wieder aufgepäppelt werden. Ende September ist ein drei bis vier Jahres altes Weibchen ebenfalls von einer Baumspitze gerettet worden, um sie steht es allerdings schlechter. Das Tier mit dem Namen "Novita" wird im Nyaru-Menteng-Schutzzentrum für Orang-Utans nach wie vor tierärztlich versorgt. Der Leiter des in der Stadt Palangkaraya gelegenen Schutzzentrums hat dazu berichtet "Novita wird weiterhin intensivmedizinisch behandelt". Mittlerweile kann man bei den Verbrennungen an ihren Händen und Füßen eine Besserungen erkennen, wahrscheinlich trägt sie aber bleibende Schäden davon.

Die Rettung von Novita ist von der Orang-Utan-Stiftung BOS durchgeführt worden. Stiftungsleiter Jamartin Sihite hat berichtet dass der ganze Wald in Flammen gestanden ist, mehrere Affen sind aus dem Waldbrandgebiet schon in Sicherheit gebracht worden. "Sie musste durch das Feuer gehen, um den Baum zu erreichen und hinaufzuklettern, sodass ihre Fußsohlen und Zehen verbrannt sind.".

Vor der Bergung hat das Rettungsteam das Tier betäubt und im Anschluss direkt mit Sauerstoff und einem Flüssigkeitstropf versorgt.

(ap)

Seit Wochen kämpft Indonesien schon mit schwerwiegenden Waldbränden, betroffen sind die Inseln Borneo und Sumatra. Etwa die Hälfte der Orang-Utan Population lebt auf Borneo, in den Gebieten der Waldbrände. Laut der indonesischen Regierung sind in den ersten sieben Monaten des Jahres 202.000 Hektar Wald verbrannt, seit Juli wurden keine neuen Daten veröffentlicht. Die Berechnungen der Geodaten-Plattform Nusantara Atla haben gezeigt, dass bis Ende August knapp 896.000 Hektar der Wälder abgebrannt sind.

Der Rauch der Feuer erstreckt sich von Borneo bis nach Singapur und Malaysia, besonders an der Luftqualität ist das spürbar. In der Hauptstadt von Malaysia, Kuala Lumpur, so wie in weiteren Landesteilen, war die Luftqualität so schlecht, dass Schulen geschlossen wurden. Nach Angaben des Unternehmens IQAir, waren Kuala Lumpur und Singapur am Freitag die Städte mit der weltweit höchsten Luftverschmutzung.

(apa/ep)

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