Rekordgewinne für Banken

FMA fordert mehr Sicherheit

(02.06.2026) Österreichs Banken und Versicherungen haben 2025 wirtschaftlich äußerst erfolgreich abgeschlossen. Während die Geldhäuser so hohe Gewinne wie noch nie erzielten, profitierten Versicherungen von einem vergleichsweise schadensarmen Jahr. Dennoch mahnt die Finanzmarktaufsicht (FMA) zur Vorsicht und fordert weitere Investitionen in Sicherheit, Kapitalreserven und den Abbau problematischer Kredite.

Banken erzielen Rekordgewinn von 10,6 Milliarden Euro

Die österreichischen Banken konnten im vergangenen Jahr ihren Gewinn auf ein historisches Rekordniveau steigern. Wie die Finanzmarktaufsicht am Dienstag bekannt gab, erwirtschafteten die 427 von ihr beaufsichtigten Banken einen Jahresüberschuss von insgesamt 10,6 Milliarden Euro.

Hauptgründe für die starken Ergebnisse waren das weiterhin günstige Zinsumfeld sowie erfolgreiche Geschäfte in Mittel- und Osteuropa. Gleichzeitig verbesserte sich auch die Kapitalausstattung der Institute.

FMA-Vorständin Mariana Kühnel sprach von einem außergewöhnlich starken Jahr für die Branche.

Problemkredite bleiben größte Herausforderung

Trotz der positiven Zahlen sieht die Aufsichtsbehörde keinen Grund zur Entwarnung. Sorgen bereiten weiterhin sogenannte notleidende Kredite, insbesondere im Bereich der Gewerbeimmobilien.

Die Quote dieser Problemkredite stieg 2025 auf rund 8,3 Prozent und erreichte damit den höchsten Stand der vergangenen Jahre. Zwar erkennt die FMA erste Anzeichen einer Stabilisierung, dennoch fordert sie die Banken auf, diese Risiken konsequent abzubauen.

Darüber hinaus empfiehlt die Behörde den Instituten, ihre Kapitalpuffer weiter auszubauen und verstärkt in Cybersicherheit zu investieren.

Versicherungen profitieren

Auch die österreichischen Versicherungsunternehmen konnten 2025 deutlich bessere Ergebnisse erzielen. Ein wesentlicher Grund dafür war das Ausbleiben größerer Naturkatastrophen.

Die verrechneten Prämien stiegen im vergangenen Jahr auf insgesamt 24,3 Milliarden Euro. Gleichzeitig weist die FMA darauf hin, dass der Klimawandel weiterhin eine der größten Herausforderungen für die Branche bleibt.

Extremwetterereignisse könnten künftig wieder zu deutlich höheren Schadenssummen führen und die Gewinne belasten.

Krypto-Markt wächst weiter

Ein weiterer Schwerpunkt des FMA-Berichts betrifft den Kryptosektor. Seit Inkrafttreten der europäischen MiCAR-Verordnung ist die Behörde erstmals direkt für die Aufsicht von Krypto-Dienstleistern zuständig.

Aktuell verfügen neun Anbieter in Österreich über eine entsprechende Lizenz. Darunter befinden sich auch zwei der zehn größten Krypto-Anbieter Europas. Insgesamt wurden EU-weit bisher 92 entsprechende Zulassungen vergeben.

Zum Jahresende 2025 verwahrten die in Österreich lizenzierten Unternehmen Kryptowerte im Umfang von rund 4,4 Milliarden Euro.

FMA fordert zentrale Aufsicht für Krypto-Anbieter

Angesichts der zunehmenden Bedeutung des Kryptomarktes spricht sich die Finanzmarktaufsicht für eine stärkere europäische Kontrolle aus.

Konkret unterstützt die Behörde Überlegungen, die Aufsicht über die größten Krypto-Anbieter künftig zentral bei der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA in Paris anzusiedeln. Ziel sei eine einheitlichere Kontrolle und eine bessere Überwachung grenzüberschreitend tätiger Unternehmen.

Cybersicherheit wird immer wichtiger

Neben klassischen Finanzrisiken warnt die FMA auch vor den Herausforderungen der Digitalisierung. Vorstand Helmut Ettl verweist insbesondere auf die zunehmende Bedrohung durch Cyberangriffe und die rasante Entwicklung Künstlicher Intelligenz.

KI könne Schwachstellen in IT-Systemen deutlich schneller identifizieren als bisher. Dadurch verkürze sich die Zeitspanne, in der Unternehmen auf Sicherheitslücken reagieren können.

Die Finanzbranche müsse deshalb ihre Investitionen in digitale Sicherheit deutlich ausbauen.

Finanzaufsicht blickt trotz Unsicherheiten positiv auf 2025

Trotz geopolitischer Spannungen, wirtschaftlicher Unsicherheiten und langfristiger Herausforderungen wie Klimawandel und demografischem Wandel zieht die FMA insgesamt eine positive Bilanz.

„Bemerkenswert ist, dass aus diesen Krisen keine Krise des Finanzmarktes wurde“, erklärte FMA-Vorstand Helmut Ettl bei der Präsentation des Jahresberichts.

Die Rekordgewinne zeigen die Widerstandsfähigkeit des österreichischen Finanzsektors. Gleichzeitig macht die Aufsichtsbehörde deutlich, dass die Risiken keineswegs verschwunden sind – und Banken wie Versicherungen sich auf unsichere Zeiten vorbereiten müssen.

(fd/apa)

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