Sensitiv-Zahnpasten: Vorsicht
VKI: 4 Produkte durchgefallen
(21.10.2026) Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat das Angebot an Sensitiv-Zahnpasten unter die Lupe genommen. Entsprechende Produkte sollen bekanntlich empfindliche Zähne schonen, Schmerzen lindern und vor Karies schützen. 18 derartiger Zahnpasten wurden gemeinsam mit der deutschen Stiftung Warentest untersucht, vier davon fielen durch und bekamen die Bewertung "nicht zufriedenstellend", weil sie kein Fluorid enthalten haben.
Zehn Produkte bekamen hingegen ein "gut" oder "sehr gut", die vier weiteren Cremen mussten sich mit der Bewertung "durchschnittlich" begnügen. Was das fehlende Fluorid betrifft, so hieß es von VKI-Projektleiter Christian Undeutsch, dass dieses "der wichtigste Wirkstoff in Zahnpasta" ist und es hilft, der Zahnoberfläche Mineralien zurückzugeben und es "macht die Zähne widerstandsfähiger gegen Säuren, die Bakterien im Zahnbelag bilden." Dass andere Stoffe vergleichbar gut vor Karies schützen, sei bisher jedenfalls nicht ausreichend nachgewiesen.
Die fluoridlosen Pasten waren "Ben&Anna Sensitive Zahnpasta", "Biomed Sensitive", "Bioniq Repair-Zahncreme sensitiv akut" und "Sante Vitamin B12 Sensitive Care Zahngel". Letztgenannte Paste sei zudem das einzige Produkt im Test gewesen, das keinen Wirkstoff gegen Schmerzempfindlichkeit enthält, obwohl das Gel als "Sensitive Care" vermarktet wird.
Drei Pasten mit hohem Abrieb
Zahnpasta enthält laut VKI winzige Putzkörper, oft aus Siliziumdioxid, die wie ein feines Scheuermittel Beläge und Verfärbungen lösen, aber dabei auch etwas Zahnsubstanz abtragen. Dieser "Abrieb" werde auf der Packung meist nicht mit einem Wert angegeben, aber für den Test wurde er im Labor gemessen. Das Ergebnis war, dass die getesteten Sensitiv-Zahnpasten von Dentalux, Meridol und Oral-B einen mittleren und damit einen vergleichsweise hohen Abrieb aufwiesen und daher nur die Note "durchschnittlich" bekamen. Die restlichen Produkte erreichten einen "niedrigen" oder "sehr niedrigen" Abrieb. Laut Undeutsch ist ein höherer Abrieb bei freiliegenden Zahnhälsen ein Problem, weil er dort dem weichen Zahnzement zusetzen würde.
Unnötig viel Verpackung fand der VKI ebenfalls, da elf der 18 Produkte in einer Faltschachtel angeboten wurden und nur jenes von Dentalux enthielt klare Entsorgungshinweise. Die meisten Tuben ließen sich hingegen gut recyceln, jene von Lacalut aber nicht. Positiv wurde angemerkt, dass alle geprüften Tuben gegen unbemerktes Öffnen vor dem Kauf gesichert waren.
(apa/mc)