Sexualkunde nur mit Zustimmung!

Reform in Italien

(05.06.2026) In Italien wird Sexualkundeunterricht an Schulen künftig nur noch mit vorheriger Zustimmung der Eltern stattfinden dürfen. Ein entsprechendes Gesetz der rechten Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni wurde am Donnerstag endgültig vom Senat beschlossen. Darüber hinaus wird Sexualkundeunterricht in Kindergärten sowie in der Volksschule vollständig ausgeschlossen.

Das Gesetz, das von Bildungsminister Giuseppe Valditara eingebracht worden ist, verpflichtet Schulen außerdem dazu, die Familien mindestens sieben Tage vor den entsprechenden Unterrichtsangeboten zu informieren. Diese Information muss auch Angaben zu externen Fachkräften oder beteiligten Organisationen enthalten.

Kritik von Opposition

Die Neuregelung löste deutliche Kritik aus den Reihen der Opposition aus. Sexualkunde dürfe nicht anders behandelt werden als andere Unterrichtsinhalte, argumentierten Parlamentarier aus Linksparteien. Bildungsminister Valditara verteidigt die Reform hingegen. Sie dient dem Schutz Minderjähriger vor dem, was er als "Gender-Propaganda" bezeichnet. Gleichzeitig werde damit der verfassungsrechtliche Grundsatz gestärkt, dass in erster Linie die Eltern für die Erziehung ihrer Kinder verantwortlich sind.

Unterstützung erhält die Regierung von den Parteien der Mitte-rechts-Koalition. Diese begrüßten die Regelung und erklärten, sie ermöglicht es Eltern, Bildungsangebote abzulehnen, die sie als ungeeignet betrachten. Sexualkunde ist in Italien bisher kein verpflichtender Bestandteil des Schulunterrichts. Im Vergleich dazu ist das Fach in den meisten anderen europäischen Ländern fest im regulären Lehrplan verankert.

(FJ/APA)

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