Siemens CEO-Familie tot

Ursache von Absturz geklärt

(19.07.2026) Mehr als ein Jahr nach dem tragischen Hubschrauberabsturz über New York gibt es neue Erkenntnisse zur Ursache des Unglücks. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB geht nach aktuellen Untersuchungsergebnissen davon aus, dass ein Zusammenstoß mit einem Gänseschwarm zum Absturz des Sightseeing-Hubschraubers in den Hudson River beigetragen hat.

Tragischer Rundflug endete mit sechs Todesopfern

Am 10. April 2025 wollte die spanische Familie des Siemens-Managers Agustín Escobar bei einem Rundflug die Skyline von New York erleben. An Bord des Bell-206L-4-Hubschraubers befanden sich Escobar, seine Ehefrau Mercè Camprubí Montal, die drei gemeinsamen Kinder im Alter von vier, sieben und elf Jahren sowie Pilot Sean Johnson.

Nur rund 17 Minuten nach dem Start vom Downtown Manhattan Heliport zerbrach der Hubschrauber während des Fluges über dem Hudson River in mehrere Teile und stürzte nahe Jersey City ins Wasser. Keiner der sechs Insassen überlebte das Unglück.

Ermittler finden Überreste mehrerer Gänse

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB veröffentlichte nun neue Untersuchungsergebnisse. Demnach fanden Experten an den Rotorblättern und am Höhenleitwerk Überreste mehrerer Vögel. Das renommierte Feather Identification Lab der Smithsonian Institution identifizierte diese als Kanada- und Ringelgänse.

Zusätzlich entdeckten Ermittler einen abgetrennten Vogelflügel sowie Bruchstücke der Rotorblätter rund 600 Meter vom eigentlichen Absturzort entfernt. Ein Zeuge hatte unmittelbar vor dem Unglück beobachtet, wie ein größerer Gänseschwarm in der Flugroute des Hubschraubers aufstieg.

Mehrfacher Vogelschlag könnte Rotor beschädigt haben

Nach Einschätzung der Ermittler könnte der mehrfache Vogelschlag die Rotorblätter und das Heckleitwerk des Hubschraubers so schwer beschädigt haben, dass die Maschine innerhalb weniger Sekunden unkontrollierbar wurde.

Die NTSB betont allerdings, dass die Untersuchung noch nicht abgeschlossen ist. Ein endgültiger Abschlussbericht mit der offiziellen Unfallursache steht weiterhin aus. Die aktuellen Erkenntnisse sprechen jedoch erstmals deutlich für einen Vogelschlag als wahrscheinlichsten Auslöser der Katastrophe.

Vogelschläge sind selten – aber besonders gefährlich

Zusammenstöße zwischen Flugzeugen oder Hubschraubern und Vögeln gehören weltweit zu den bekannten Risiken der Luftfahrt. Meist bleiben sie ohne schwerwiegende Folgen. Anders verhält es sich bei großen Schwarmvögeln wie Kanada- oder Ringelgänsen.

Sie können mehrere Kilogramm wiegen und beim Aufprall enorme Kräfte entwickeln. Treffen sie Rotorblätter oder tragende Bauteile eines Hubschraubers, können innerhalb kürzester Zeit katastrophale Schäden entstehen. Experten bezeichnen Kollisionen mit größeren Gänseschwärmen deshalb als eines der gefährlichsten Vogelschlag-Szenarien.

Betreiber stellte Flugbetrieb nach Absturz ein

Der abgestürzte Bell-206L-4-Hubschrauber wurde von New York Helicopter Tours betrieben. Nach dem tödlichen Unglück griff die US-Luftfahrtbehörde FAA ein, setzte das Betriebszertifikat des Unternehmens aus und überprüfte dessen Sicherheitsstandards. Der Betreiber stellte den Flugbetrieb schließlich vollständig ein.

Untersuchung läuft weiter

Die NTSB untersucht den Absturz weiterhin. Da der Hubschrauber weder über Flugschreiber noch über einen Cockpit-Voice-Recorder verfügte, gestaltet sich die Rekonstruktion des Unfallhergangs besonders schwierig. Neben dem Vogelschlag analysieren die Ermittler weiterhin sämtliche technischen Komponenten der Maschine, bevor der endgültige Abschlussbericht veröffentlicht wird.

(fd)

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