Smart- oder Stalker-Glasses?
NGO zeigt Meta an
(14.08.2026) Meta-Smart-Glasses ein versteckter Horror? Die NGO HateAid erstattet gegen Meta und mehreren Vertriebsunternehmen für die Meta-Smart-Glasses Strafanzeige. Geschäftsführerin der Organisation Josephine Ballon äußert sich kritisch: “Man muss jederzeit damit rechnen, gefilmt und anschließend im Internet bloßgestellt zu werden.”
Die Anzeige trifft allerdings nicht auf leere Anschuldigungen: Eine Studie der University of Sydney beweist einen Trend, bei dem Männer mithilfe von Metabrillen Frauen heimlich gegen ihren Willen filmen, sie dabei belästigen und die Videos anschließend online veröffentlichen.
Videos sieht man überall
Meta-Plattformen sind geflutet mit Content dieser Art: Die Männer begegnen den Frauen auf offener Straße, beginnen mit ihnen zu flirten und nehmen die Interaktion still auf. Die Frauen hingegen reagieren oft eingeschüchtert oder angeekelt und genau solche Reaktionen bringen anscheinend viele Klicks.
Die Kommentarspalten unter diesen Posts sind größtenteils sexistisch und kritisieren eher die Opfer als die Täter: “Sie hat ja unhöflich reagiert” oder “Anmachsprüche als Belästigung-Art zu bezeichnen ist verantwortlich für den Rückgang der Geburten”.
Klarer Zusammenhang
Die Studie untersuchte Videos im Zeitraum von September 2023 bis März 2026. Dabei sind sowohl reale als auch inszenierte Interaktionen analysiert worden. Inszenierte Videos würden auch zur Normalisierung dieser Art von Belästigung beitragen, begründen Forscher*innen.
Sie entdeckten auch einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem Ausmaß der Belästigung und der Heimlichkeit des Filmens. Viele Betroffene sind sich dessen nie bewusst, dass sie aufgezeichnet werden.
Es handelt sich hierbei auch um eine grenzwertige Belästigung, da die Regulierungsmechanismen der Plattformen bei solchen Videos nicht durchgreifen. Die Anzeichen für einen typischen Richtlinienverstoß fehlen ganz einfach. Instagram-Chef Adam Mosseri meinte, er wolle belästigende Inhalte so schnell wie möglich entfernen. Nach dieser Aussage kursieren immer noch viele Reels auf der Social Media Seite.
Längerer juristischer Streit um Gläser
Bereits im Jahr 2021 als Meta seine Ray-Ban-Metabrille vorstellt, gab es viele Zwischenrufe nach zusätzlichen Schutzmaßnahmen. Das Unternehmen verwies nach Anfrage eines Forschers aber auf die verantwortungsvolle Nutzung der Konsument*innen hin.
Es gibt zwar Warn-LEDs die beim Filmen aufleuchten, doch der Hamburger Datenschutzbeauftragter Thomas Fuchs hält diese nicht für ausreichend, um Menschen darauf aufmerksam zu machen, wenn sie aufgezeichnet werden. Insbesondere, weil die Glasses modifiziert und diese Lichter entsprechend ausgeschaltet werden können.
(ve)