Spritpreise sinken

Effekt müsste größer sein

(22.06.2026) Nach den starken Preisanstiegen infolge des Konflikts zwischen Israel und dem Iran können Autofahrerinnen und Autofahrer in Österreich wieder etwas aufatmen. Die Spritpreise sind in den vergangenen Tagen deutlich gesunken und nähern sich mittlerweile wieder dem Niveau vor Ausbruch der Krise im Nahen Osten an. Wie aktuelle Daten der E-Control zeigen, kostete ein Liter Superbenzin am Sonntag österreichweit durchschnittlich 1,614 Euro. Für einen Liter Diesel mussten Autofahrer im Schnitt 1,685 Euro bezahlen. Damit liegen die Preise zwar noch über dem Niveau von Anfang Juni, der Abstand wird jedoch immer kleiner.

Die Entwicklung zeigt, wie stark die Auswirkungen der geopolitischen Spannungen mittlerweile wieder abgeklungen sind.

Benzin (Super):

  • Vor Ausbruch des Iran-Konflikts: 1,52 Euro pro Liter
  • Vor einer Woche: rund 1,72 Euro pro Liter
  • Aktuell: 1,614 Euro pro Liter

Diesel:

  • Vor Ausbruch des Iran-Konflikts: 1,57 Euro pro Liter
  • Vor einer Woche: rund 1,79 Euro pro Liter
  • Aktuell: 1,685 Euro pro Liter

Damit ist Benzin innerhalb einer Woche um rund 10 Cent pro Liter günstiger geworden. Diesel verbilligte sich im selben Zeitraum ebenfalls um etwa 10 Cent pro Liter.

Im Vergleich zur Zeit vor Beginn der Krise zahlen Autofahrer derzeit bei Benzin noch rund 9 Cent und bei Diesel etwa 12 Cent mehr pro Liter.

Vom Rekordniveau deutlich entfernt

Besonders deutlich wird die aktuelle Entspannung beim Blick auf die Höchststände der vergangenen Monate. Am Höhepunkt der Preisrallye lagen die österreichweiten Medianpreise für Superbenzin bei knapp 1,90 Euro pro Liter. Diesel kostete zeitweise sogar rund 2,20 Euro pro Liter.

Von diesen Werten sind die aktuellen Preise mittlerweile weit entfernt. Verantwortlich dafür sind vor allem die zuletzt gesunkenen Rohölpreise auf den internationalen Märkten sowie die Beruhigung der Versorgungssorgen im Nahen Osten.

ÖAMTC fordert schnellere Preissenkungen

Trotz der sinkenden Preise sieht der ÖAMTC weiterhin Handlungsbedarf. Der Mobilitätsclub kritisiert, dass die Entlastung bei den internationalen Ölpreisen nur verzögert an den Tankstellen ankommt.

„Zwar hat man in den vergangenen Wochen deutliche Preisrückgänge an den Zapfsäulen gesehen, gleichzeitig sind aber weiterhin deutlich höhere Aufschläge je Liter Kraftstoff auf den Liter Erdöl im Vergleich zur Zeit vor dem Iran-Krieg zu beobachten“, erklärte der Club.

Nach Ansicht des ÖAMTC orientieren sich die heimischen Anbieter weiterhin an internationalen Referenzpreisen für Diesel und Benzin, die derzeit überproportional hoch seien. Da steht Österreich aber nicht allein da, wie dieses "X"-Posting zeigt.

Forderung nach stärkerer Kontrolle der Preisbildung

Der Mobilitätsclub fordert deshalb seit längerem eine genauere Untersuchung der internationalen Preisnotierungen für Kraftstoffe. Aus Sicht des ÖAMTC müsse transparenter werden, wie sich die Preise für Benzin und Diesel zusammensetzen und warum Preisrückgänge am Ölmarkt häufig langsamer bei den Konsumenten ankommen als Preiserhöhungen.

Weitere Preisentwicklung hängt vom Nahen Osten ab

Experten gehen derzeit davon aus, dass die Preise an den österreichischen Tankstellen weiter leicht sinken könnten, sofern die Lage im Nahen Osten stabil bleibt. Sollte es jedoch erneut zu Spannungen oder Unterbrechungen wichtiger Öl-Lieferketten kommen, könnten die Preise rasch wieder anziehen.

Für Autofahrer bedeutet die aktuelle Entwicklung jedenfalls eine spürbare Entlastung. Wer heute tankt, zahlt deutlich weniger als noch vor wenigen Tagen – auch wenn das Preisniveau von vor dem Iran-Konflikt noch nicht ganz erreicht ist.

(fd/apa)

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