Teenie tötet Kinder und Lehrer
Schüsse an US-Volksschule
(16.10.2026) Ein jugendlicher Schütze hat am Donnerstag an einer Volksschule im US-Bundesstaat Oregon drei Kinder und eine Lehrkraft getötet. Der 16 Jahre alte Angreifer wurde von einem zufälligen Augenzeugen verfolgt und erschossen, wie die Polizei auf einer Pressekonferenz mitteilte. Die getöteten Kinder waren demnach fünf, acht und elf Jahre alt.
Ein sieben Jahre altes Kind und eine 54-jährige Lehrkraft der Silver Rail Elementary School in Bend seien mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden, sagte der Chef der örtlichen Polizei, Mike Krantz.
Angreifer bei Eintreffen der Polizei bereits tot
Der Täter stamme aus der Stadt, sagte Krantz - weitere Details wollte er nicht nennen. Ein Passant habe gesehen, wie der Angreifer die Schule betrat, ihn verfolgt und schließlich erschossen. Als die Einsatzkräfte das Gebäude wenige Minuten nach dem ersten Notruf betraten, sei der Täter bereits tot gewesen.
Der Täter soll bei dem Vorfall eine nicht näher spezifizierte Langwaffe benutzt und nach ersten Erkenntnissen alleine gehandelt haben. Er habe auf Türen geschossen und sich dadurch gewaltsam Zugang zur Schule verschafft, schilderte Krantz. Ob der Täter selbst Schüler dort war und seine Opfer kannte, war zunächst unklar.
Im ersten Notruf bei der Polizei hatte nach deren Angaben ein Autofahrer berichtet, ein Schütze habe auf sein Fahrzeug geschossen. Unmittelbar darauf meldeten sich demnach Dutzende weitere Anrufer und beschrieben, dass der Täter die Schule betreten und das Feuer eröffnet habe. Daraufhin sei ein Großaufgebot an Einsatzkräften ausgerückt.
Entsetzte Reaktionen
Bend liegt im Zentrum Oregons, rund 280 Kilometer südöstlich von Portland, und hat etwa 100.000 Einwohner. Die Silver Rail Elementary School unterrichtet Kinder vom Kindergarten bis zur fünften Klasse, also etwa im Alter von fünf bis elf Jahren. Rund 450 Schülerinnen und Schüler besuchen die Schule, etwa 40 Mitarbeiter sind dort beschäftigt.
Der Leiter des örtlichen Schulbezirks, Steven Cook, äußerte sich "fassungslos" über die Gewalttat. Der Unterricht an allen Schulen im Schulbezirk wurde für Freitag abgesagt. Die US-Abgeordnete Maxine Dexter bezeichnete die Schießerei als einen "verheerenden Tag für Oregon". "Schulen sollten Orte des Lernens, der Freundschaft und der Freude sein", erklärte sie in einer Stellungnahme. Die Gouverneurin von Oregon, Tina Kotek, schrieb auf X: "Während wir mehr über das tragische Ereignis an der Silver Rail Elementary School in Bend erfahren, müssen wir zusammenstehen und uns gegenseitig unterstützen."
FBI-Direktor Kash Patel erklärte im Onlinedienst X, Bundesbeamte seien vor Ort und unterstützten die örtlichen Behörden bei den Ermittlungen. Seine Behörde werde "alle notwendigen Ressourcen zur Verfügung stellen".
Zehntausende Schusswaffenopfer in den USA
In den USA gehört Schusswaffengewalt faktisch zum Alltag, die Opferzahlen gehen jedes Jahr in die Zehntausende. Pistolen und Waffen größerer Kaliber sind leicht zugänglich und millionenfach im Umlauf. Besonders folgenschwere Angriffe entfachen zwar immer wieder Debatten über eine Verschärfung des Waffenrechts - in der Regel bleiben diese aber folgenlos. Reformversuche scheitern letztlich meist am Widerstand der Waffenlobby und ihr wohlgesonnener Republikaner.
Laut einer Analyse des US-Senders CNN gab es in den Vereinigten Staaten im laufenden Jahr mindestens 52 Schusswaffenvorfälle an Schulen, bei denen mindestens 28 Menschen getötet und 48 weitere verletzt wurden.
Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC starben 2024 gut 44.400 Menschen infolge des Gebrauchs von Schusswaffen. Dies war laut dem Forschungsinstitut Pew Research Center das letzte Jahr, in dem Daten vollständig erhoben wurden. Die Zahlen der CDC umfassen sowohl Tötungsdelikte als auch Suizide mit Schusswaffen. Laut Pew Research Center war 2024 bei drei Vierteln aller Tötungsdelikte in den USA eine Schusswaffe involviert.
(apa/mc)