Klimabonus Phishing

Der Kronehit Faktencheck

(15.10.2026) Du bekommst eine SMS oder E-Mail, dass dein Klimabonus zur Auszahlung bereitsteht? Vorsicht, dahinter könnten Betrüger stecken! In Österreich kursieren derzeit wieder vermehrt gefälschte Klimabonus-Nachrichten, mit denen Kriminelle an persönliche Daten und das Geld ihrer Opfer gelangen wollen. Besonders perfide: Obwohl der Klimabonus bereits 2025 abgeschafft wurde, versprechen die Täter eine neue Auszahlung oder Rückerstattung. Laut Polizei reichen die Schäden teilweise bis in den fünfstelligen Eurobereich. Ein aktueller Faktencheck zeigt, wie die Masche funktioniert und woran man sie erkennt.

Polizei warnt vor gefälschten Klimabonus-SMS in Österreich

Das Landeskriminalamt Oberösterreich warnt vor einer neuen Welle betrügerischer Nachrichten, die angeblich vom Staat oder einer offiziellen Klimabonus-Stelle stammen.

Besonders im Herbst 2026 werden wieder vermehrt SMS und E-Mails mit gefälschten Klimabonus-Versprechen verschickt. Die Empfänger werden darüber informiert, dass ihnen Geld zustehe oder eine Auszahlung noch nicht abgeschlossen sei.

Um den angeblichen Bonus zu erhalten, sollen sie auf einen mitgeschickten Link klicken und ihre persönlichen Daten bekannt geben.

Doch hinter den Nachrichten steckt keine staatliche Auszahlung, sondern ein sogenannter Phishing-Betrug. Die Täter versuchen, sensible Informationen zu stehlen und damit Zugriff auf Bankkonten zu erhalten.

Klimabonus wurde bereits 2025 abgeschafft

Der entscheidende Hinweis auf die Betrugsmasche ist einfach: In Österreich gibt es seit 2025 keinen neuen Klimabonus mehr.

Die staatliche Zahlung war im Jahr 2022 eingeführt worden, um die zusätzlichen Kosten durch die CO₂-Bepreisung teilweise auszugleichen. Je nach Wohnregion erhielten Anspruchsberechtigte unterschiedlich hohe Beträge.

Im Zuge der Budgetkonsolidierung wurde der Klimabonus allerdings abgeschafft. Die letzte reguläre Zahlung betraf das Jahr 2024.

Eine neue allgemeine Klimabonus-Auszahlung für 2026 ist nicht vorgesehen.

Wer deshalb eine Nachricht erhält, in der ein neuer Klimabonus für dieses Jahr versprochen wird, sollte besonders misstrauisch sein.

So funktioniert die neue Klimabonus-Betrugsmasche

Die Täter nutzen den bekannten Namen des früheren Klimabonus, um ihre Nachrichten glaubwürdig erscheinen zu lassen.

In den SMS und E-Mails ist beispielsweise von einer „Klimagutschrift 2026“, einer offenen Rückerstattung oder einer notwendigen Bestätigung der Bankverbindung die Rede.

Die Empfänger sollen auf einen Link klicken, der zu einer täuschend echt gestalteten Internetseite führt. Dort werden persönliche Daten, Kontoinformationen oder Zugangsdaten zum Onlinebanking abgefragt.

Teilweise versuchen die Betrüger anschließend, die Opfer durch weitere Nachrichten oder Anweisungen zu Überweisungen zu bewegen.

Klaus Allerstorfer vom Landeskriminalamt Oberösterreich warnt davor, dass Kriminelle ihre Opfer schrittweise zu immer neuen Handlungen verleiten.

Opfer sollen sogar eine Probeüberweisung machen

Besonders ungewöhnlich ist eine Variante der Masche, bei der die Betroffenen nicht nur ihre Kontodaten bekannt geben, sondern selbst Geld überweisen sollen.

Die Betrüger behaupten beispielsweise, dass zunächst eine Probeüberweisung zur Bestätigung der Bankverbindung notwendig sei. Erst danach könne die versprochene Klimabonus-Auszahlung erfolgen.

Das klingt widersprüchlich: Wer Geld vom Staat bekommen soll, müsste normalerweise nicht zuerst selbst Geld verschicken.

Genau auf solche Tricks setzen die Täter aber. Durch erfundene Kontrollverfahren und angebliche Sicherheitsbestätigungen sollen die Opfer glauben, dass ihre Überweisung Teil eines offiziellen Auszahlungsprozesses ist.

In manchen Fällen werden Betroffene auch aufgefordert, vermeintlich unberechtigte Abbuchungen rückgängig zu machen. Tatsächlich können sie dadurch weitere Zahlungen an die Betrüger freigeben.

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Lass dich nicht von Fake-SMS und Mails täuschen!

Bis zu fünfstellige Eurobeträge verloren

Wie viele Menschen in Österreich bereits auf die gefälschten Klimabonus-Nachrichten hereingefallen sind, lässt sich derzeit nicht genau feststellen.

Auch die gesamte Schadenssumme ist unbekannt. Nach Angaben des Landeskriminalamts Oberösterreich reichen die bekannten Verluste von kleineren Beträgen bis zu fünfstelligen Eurobeträgen.

Das bedeutet, dass einzelne Opfer durch die Masche sogar 10.000 Euro oder mehr verlieren können.

Der tatsächliche Schaden hängt davon ab, welche Informationen die Betroffenen preisgegeben und welche Zahlungen sie freigegeben haben.

Woran erkennt man gefälschte Klimabonus-Nachrichten?

Die betrügerischen Mitteilungen weisen häufig ähnliche Merkmale auf. Besonders auffällig sind angebliche staatliche Auszahlungsversprechen, die mit Zeitdruck verbunden werden.

Typische Warnzeichen sind:

  • Neue Klimabonus-Auszahlung 2026: Für dieses Jahr gibt es keinen allgemeinen Klimabonus.
  • Verdächtige Links: Die SMS führt auf eine Website, die nicht zur offiziellen Adresse gehört.
  • Bankdaten eingeben: Persönliche Finanzinformationen sollen auf einer unbekannten Seite angegeben werden.
  • Probeüberweisung: Für die angebliche Auszahlung wird zuerst eine Geldüberweisung verlangt.
  • Zeitdruck: Wer nicht sofort reagiert, soll seinen Bonus angeblich verlieren.
  • Ungewöhnliche Internetadressen: Betrüger verwenden Namen, die amtlich klingen, aber nicht zur offiziellen Website gehören.

Wichtig ist allerdings: Auch eine sprachlich fehlerfreie Nachricht kann betrügerisch sein. Rechtschreibfehler sind deshalb kein zuverlässiges Unterscheidungsmerkmal.

Gibt es noch offene Klimabonus-Auszahlungen aus früheren Jahren?

Hier ist eine wichtige Unterscheidung notwendig: Obwohl der Klimabonus abgeschafft wurde, können alte, tatsächlich bestehende Ansprüche weiterhin geltend gemacht werden.

Wer seinen Klimabonus aus den Jahren 2022, 2023 oder 2024 trotz bestehender Anspruchsberechtigung nicht erhalten hat, kann die Auszahlung noch bis zum 31. Dezember 2027 prüfen lassen beziehungsweise beantragen.

Das betrifft beispielsweise Menschen, deren Klimabonus-Brief mit Gutscheinen nicht rechtzeitig bei der Post abgeholt wurde und deshalb zurückging.

Solche Anliegen werden allerdings ausschließlich über die offizielle Website www.klimabonus.gv.at abgewickelt.

Eine neue SMS, die eine allgemeine Auszahlung für 2026 verspricht, ist damit nicht zu verwechseln.

Was tun, wenn man auf den Klimabonus-Link geklickt hat?

Wer eine verdächtige Klimabonus-Nachricht erhält, sollte diese nicht beantworten und keine persönlichen Informationen über den enthaltenen Link bekannt geben.

Wurde die verdächtige Seite lediglich geöffnet, ohne Daten einzutragen oder etwas herunterzuladen, ist dadurch nicht automatisch ein finanzieller Schaden entstanden.

Wer jedoch bereits Bankdaten, Passwörter oder Onlinebanking-Zugangsdaten eingegeben hat, sollte sofort handeln.

Die wichtigsten Schritte:

  • Sofort die Bank kontaktieren und über den möglichen Betrug informieren.
  • Onlinebanking-Zugangsdaten ändern und gegebenenfalls den Zugang sperren lassen.
  • Verdächtige Überweisungen umgehend melden und eine Rückholung prüfen lassen.
  • Anzeige bei der Polizei erstatten und Nachrichten sowie Screenshots als Beweise sichern.
  • Weitere Kontaktversuche ignorieren, auch wenn angeblich eine Rückerstattung angeboten wird.

Besonders wichtig: Niemals eine Überweisung oder Freigabe in der Banking-App bestätigen, wenn man den Vorgang nicht selbst veranlasst hat.

Offizielle Klimabonus-Website warnt selbst vor Betrügern

Auch auf der offiziellen österreichischen Klimabonus-Website wird ausdrücklich vor betrügerischen SMS und E-Mails gewarnt.

Dort wird klargestellt, dass Nachrichten mit Links zur Bekanntgabe persönlicher Daten Betrugsversuche darstellen.

Die zuständigen Stellen weisen außerdem darauf hin, dass Anliegen zum Klimabonus ausschließlich über die offizielle Internetseite bearbeitet werden.

Die frühere Klimabonus-Hotline wurde mit 1. Juni 2026 eingestellt. Offene Fragen können über die bereitgestellten Kontaktformulare und die offiziellen Kontaktmöglichkeiten geklärt werden.

Wer überprüfen möchte, ob noch ein alter Anspruch besteht, sollte die Adresse www.klimabonus.gv.at selbst im Browser eingeben, anstatt auf einen Link aus einer SMS zu klicken.

Faktencheck: Ist der Klimabonus 2026 wirklich zurück?

Das Ergebnis ist eindeutig: Nein, der Klimabonus wurde in Österreich nicht wieder eingeführt.

Die allgemeine staatliche Bonuszahlung wurde mit dem Jahr 2024 beendet. Seit 2025 gibt es keinen neuen jährlichen Klimabonus mehr.

Nachrichten, die eine neue „Klimagutschrift 2026“ oder eine automatische Auszahlung nach Eingabe von Bankdaten versprechen, sind deshalb nicht vertrauenswürdig.

Lediglich bereits bestehende Ansprüche aus früheren Jahren können noch bis Ende 2027 geltend gemacht werden.

Faktencheck-Ergebnis: Fake. Die aktuell kursierenden Klimabonus-SMS mit vermeintlichen neuen Auszahlungen sind eine Betrugsmasche.

Wer eine solche Nachricht erhält, sollte nicht auf den Link klicken, keine Bankdaten eingeben und auf keinen Fall eine Probeüberweisung durchführen.

Denn eines ist sicher: Der Klimabonus ist abgeschafft – aber die Betrüger versuchen offenbar weiterhin, damit Geld zu verdienen.

(fd)

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