Android hat Sicherheitslücke

TU Graz deckt Risiken auf

(15.10.2026) An der Grazer TU sind Sicherheitsforschende auf eine massive Sicherheitslücke bei Datentransfers von einem alten zu einem neuen Smartphone durch bestimmte Apps gestoßen. Die Forscher der TU-Graz und des Zentrums für sichere Informationstechnologie A-SIT in Wien sind zu der Erkenntnis gekommen, dass Angreifer über diese Apps auf private Nutzerdaten zugreifen können. Betroffene Daten sind unter anderem Anruflisten, Fotos oder Anmeldedaten, wie die jüngsten Studienergebnisse der TU Graz zeigen.

Durch ein neues Smartphone gibt es zwar zahlreiche neue Features beim Gerätewechsel, es sollten aber einige wichtige Aspekte beachtet werden, um eine sichere Datenübertragung zu gewährleisten. Von den Experten des Institute of Information Security der TU Graz ist am Montag aufmerksam gemacht worden, dass die Datenübertragungstools Risiken bergen. Beim Test von sogenannten "Phone-Clone"-Apps der großen Android-Hersteller sind sie auf massive Sicherheitslücken gestoßen.

"Phone Cloning"-Risiken

Tools, die den Nutzerinnen und Nutzern eine simple und bequeme Methode zur Datenübertragung beim Umstieg auf ein neues Gerät bieten sollen, bauen in der Regel eine direkte WLAN-Verbindung zwischen den Smartphones auf. Das geht aber massiv zu Lasten der Sicherheit. Zu dieser Erkenntnis sind Florian Draschbacher, Lukas Maar, Lorenz Schumm, Rene Denifl, Lukas Treffner und Stefan Mangard gekommen.

Die sechs Grazer Experten haben Apps zur Datenmigration von sieben verschiedenen Android-Herstellern getestet, darunter Google, Samsung, Vivo, Xiaomi, Oppo, Huawei und Honor. Mit einer Ausrüstung um weniger als 100 Euro ist es ihnen nicht nur gelungen, den Datenstrom mitzulesen, sondern auch die Übertragung zu manipulieren. Sie sind in einem Abstand von etwa 45 Metern zu den Geräten gewesen. Orte wie Mobilfunk-Shops oder Elektronikfachgeschäfte bergen dafür besonders hohe Risiken, da dort täglich zahlreiche neue Smartphones eingerichtet werden.

Milliarden private Nutzerdaten im Visier

Den Forschenden ist es gelungen, Fotos, SMS und Kontakte auszuspähen. Auch Gesundheitsdaten und Zugangsdaten für gespeicherte Netzwerke konnten von ihnen extrahiert werden. Es gab auch Fälle, in denen es gelungen ist, Schadstoffsoftwares unmittelbar auf das neu konfigurierte Gerät zu übertragen.

Unter den getesteten Apps waren "Switch" (Google Android), "Smart Switch" (Samsung), "EasyShare" (Vivo), "Mi Mover" (Xiaomi), "Clone Phone" (Oppo), "Phone Clone" (Huawei) und "Device Clone" (Honor). Weltweit sind diese über 12 Milliarden Mal auf Geräten installiert, was die Tragweite der Sicherheitslücke enorm macht. Die Studie ist im September am Symposium on Research in Computer Security (ESORICS) 2026 in Rom vorgestellt worden.

Sicherheits-Updates durch die Hersteller

Schon im Voraus sind die Informationen über die Lücken an die Hersteller weitergegeben worden. Von ihnen sind bereits entsprechende Updates veröffentlicht worden, um den Nutzern Datensicherheit gewähren zu können. Trotzdem bleibt Vorsicht geboten: Es wird empfohlen, vor jeder Datenübertragung sicherzustellen, dass die entsprechenden Apps sowie die Betriebssysteme der beiden Geräte auf dem neuesten Stand sind.

Die vorgelegte Studie reiht sich in eine ganze Serie von Entdeckungen im Bereich der Cybersecurity ein. Die an der TU-Graz vorgenommenen Studien waren unter anderem an der Aufdeckung der Sicherheitslücken "Spectre" und "Meltdown" beteiligt. Die genannten Lücken haben einen großen Teil moderner Computerprozessoren betroffen. 2024 haben die Forschenden "SnailLoad" aufgedeckt, eine Schwachstelle, durch die Online-Aktivitäten von Nutzern überwacht werden konnten. "Collide+Power" war eine weitere von den Grazern entdeckte Angriffsmethode. Dabei war es möglich, mit dem Energieverbrauch eines Prozessors Speicherdaten auszulesen.

Von dem Institut werden nicht nur Schwachstellen aufgezeigt, sondern auch Lösungen erforscht. Beispielsweise wurde ein 2023 entwickelter Algorithmus zum internationalen Standard für Lightweight Cryptography ernannt. Auch die Eröffnung des Cybersecurity Campus Graz war ein wichtiger Meilenstein dieses Jahr. Er dient als ein neuer Standort zur Spitzenforschung sowie zur Lehre im Bereich IT-Sicherheit.

(apa/ep)

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