Trump gegen den Iran
MOAB on the way?
(15.10.2026) Droht eine neue massive Eskalation im Iran-Krieg? US-Präsident Donald Trump lässt offenbar einen möglichen Einsatz der sogenannten „Mutter aller Bomben“ (MOAB) gegen den Iran vorbereiten. Die riesige US-Bombe enthält rund 8,5 Tonnen Sprengstoff und zählt zu den gewaltigsten konventionellen Waffen der Welt. Als mögliche Ziele gelten iranische Atomanlagen und Einrichtungen der Energieversorgung. Doch selbst innerhalb der US-Regierung gibt es Zweifel, ob die Bombe den gewünschten militärischen Erfolg bringen könnte.
USA prüfen Einsatz von gewaltiger Bombe gegen Iran
Nach Recherchen des US-Nachrichtensenders CNN, die am 14. Oktober 2026 veröffentlicht wurden, hat das amerikanische Militär neue Angriffspläne gegen den Iran ausgearbeitet. Darin wird auch ein möglicher Einsatz der GBU-43/B Massive Ordnance Air Blast Bomb, kurz MOAB, berücksichtigt.
Die Waffe ist wegen ihrer gewaltigen Sprengkraft unter dem Namen „Mother of All Bombs“ – Mutter aller Bomben bekannt.
Mehrere mit den Planungen vertraute US-Beamte erklärten gegenüber CNN, dass die Bombe bei einer möglichen Wiederaufnahme größerer Kampfhandlungen gegen strategisch wichtige Ziele im Iran eingesetzt werden könnte.
Eine endgültige Entscheidung über den Einsatz wurde allerdings noch nicht getroffen. Das Weiße Haus wollte sich zu konkreten militärischen Planungen nicht äußern und betonte lediglich, dass sich Trump alle Optionen offenhalte.
Diese Bombe enthält 8.500 Kilogramm Sprengstoff
Die GBU-43/B MOAB gehört zu den bekanntesten Schwergewichtsbomben des US-Militärs. Sie wurde bereits 2003 entwickelt und ist für besonders großflächige Zerstörungen ausgelegt.
Die wichtigsten technischen Daten:
- Gesamtgewicht: rund 9.800 Kilogramm
- Sprengstoffmenge: etwa 8.500 Kilogramm
- Sprengkraft: rund 11 Tonnen TNT-Äquivalent
- Länge: rund 9,14 Meter
- Durchmesser: etwa 1,03 Meter
- Steuerung: GPS-gestützt
- Typ: Konventionelle Fliegerbombe ohne nuklearen Sprengkopf
Die MOAB erzeugt bei ihrer Detonation eine gewaltige Druckwelle. Im unmittelbaren Wirkungsbereich kann sie Gebäude, Fahrzeuge und andere Strukturen schwer beschädigen oder vollständig zerstören.
Anders als eine Atombombe verursacht sie jedoch keine nukleare Explosion und keinen radioaktiven Fallout.
Iranische Atomanlagen könnten ins Visier geraten
Nach den CNN-Recherchen sollen die neuen amerikanischen Angriffspläne insbesondere iranische Nuklearanlagen und die Energieinfrastruktur betreffen.
Als mögliche Ziele werden unter anderem die Atomanlagen bei Natanz sowie besonders tief unterirdisch angelegte Einrichtungen genannt. Auch die als „Pickaxe Mountain“ bekannte unterirdische Anlage spielt in den Überlegungen eine Rolle.
Die USA wollen verhindern, dass der Iran Atomwaffen entwickelt. Teheran bestreitet seit Langem, ein militärisches Atomwaffenprogramm zu verfolgen, und bezeichnet sein Nuklearprogramm als zivil.
Ein Angriff auf die entsprechenden Einrichtungen könnte den militärischen und politischen Konflikt zwischen Washington und Teheran erheblich verschärfen.
Kann die „Mutter aller Bomben“ Atomanlagen zerstören?
Trotz ihrer enormen Sprengkraft gibt es Zweifel an der militärischen Wirksamkeit der MOAB gegen besonders tief gelegene Ziele.
Die Bombe wurde vor allem dafür entwickelt, großflächige Zerstörungen an der Oberfläche beziehungsweise in bestimmten Höhlen- und Tunnelkomplexen zu verursachen.
Sie ist jedoch kein speziell entwickelter Bunkerbrecher, der mehrere Dutzend Meter tief in Fels oder Stahlbeton eindringen kann.
Für besonders stark geschützte unterirdische Anlagen verfügen die USA über andere Waffen, darunter die GBU-57 Massive Ordnance Penetrator.
Militärexperten bezweifeln deshalb, dass die MOAB tief im Berginneren gelegene iranische Atomanlagen zuverlässig zerstören könnte. An der Oberfläche könnte eine Detonation dagegen verheerende Schäden verursachen.
Trump steht vor den US-Zwischenwahlen unter Druck
Die Diskussion über den Einsatz der Riesenbombe findet in einer politisch angespannten Phase statt.
Am 3. November 2026 stehen in den USA die wichtigen Midterm-Wahlen zum Kongress an. Der Krieg gegen den Iran ist in der amerikanischen Bevölkerung umstritten. Hohe Energiepreise und die wirtschaftlichen Auswirkungen des Konflikts belasten die Stimmung zusätzlich.
Trump hatte erst Anfang Oktober angekündigt, vor den Zwischenwahlen keine neuen Angriffe auf den Iran starten zu wollen.
Laut CNN gibt es innerhalb der US-Regierung allerdings unterschiedliche Einschätzungen darüber, ob diese Ankündigung endgültig ist.
Die neuen militärischen Planungen sollen deshalb verschiedene Szenarien berücksichtigen, darunter mögliche Angriffe nach den Kongresswahlen.
Gewaltiger Angriff könnte auch politische Folgen haben
Ein möglicher MOAB-Einsatz würde nicht nur militärische, sondern auch erhebliche politische und humanitäre Risiken mit sich bringen.
Die Bombe besitzt eine so große Sprengwirkung, dass bei einem Angriff in der Nähe bewohnter Gebiete zahlreiche zivile Opfer drohen könnten.
Zudem könnten Angriffe auf iranische Energieanlagen die Versorgung der Bevölkerung beeinträchtigen und weitere Vergeltungsmaßnahmen auslösen.
Innerhalb der amerikanischen Regierung gibt es laut CNN Zweifel, ob ein besonders schwerer Luftangriff tatsächlich zu einem Ende des Krieges führen würde.
Einige Militärplaner halten die Wirkung einer solchen Operation zwar für erheblich, sehen darin aber keine Garantie für eine dauerhafte politische oder militärische Lösung.
Die USA haben die Riesenbombe bereits 2017 eingesetzt
Die MOAB ist keine völlig neue Waffe. Sie wurde am 13. April 2017 unter Donald Trumps erster Präsidentschaft erstmals in einem Kampfeinsatz verwendet.
Damals warfen die USA die Bombe über einem Tunnel- und Höhlenkomplex der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im afghanischen Nangarhar ab.
Das amerikanische Militär wollte damit unterirdische Stellungen und Verteidigungsanlagen zerstören. Die Explosion sorgte weltweit für Aufsehen.
Nach damaligen afghanischen Angaben wurden zahlreiche IS-Kämpfer getötet. Die unabhängig überprüfbare Gesamtzahl der Opfer blieb jedoch umstritten.
Ein möglicher Einsatz im Iran wäre damit nicht der erste Kampfeinsatz der MOAB, wohl aber eine neue Eskalation im aktuellen Konflikt zwischen den USA und dem Iran.
Entscheidung über MOAB-Einsatz weiterhin offen
Ob Donald Trump tatsächlich den Einsatz der „Mutter aller Bomben“ gegen den Iran anordnet, ist derzeit unklar.
Die Berichte von CNN zeigen, dass entsprechende militärische Szenarien innerhalb der US-Regierung geprüft werden. Ein konkreter Angriffsbefehl oder ein festgelegter Einsatztermin ist bislang nicht bestätigt.
Der mögliche Einsatz der rund zehn Tonnen schweren Bombe würde den Iran-Konflikt jedoch auf eine neue Eskalationsstufe heben.
(fd/apa)