Tierquälerei im Internet
Gewalt für Klicks
(12.06.2026) Das Geschäft mit dem Teilen von Tierleid im Internet boomt zurzeit auf dieser Welt. Die Aufnahmen dauern oft tatsächlich nur wenige Minuten. Ein Hund, der misshandelt wird, ein Affenbaby, das zum Schreien gebracht wird. Oft bieten Leute hohe Summen für solche Foltervideos. Besonders schockierend ist das sogenannte "Crushing" dabei werden Tiere lebendig zerdrückt oder zertreten. Es begann mit Insekten, aber mittlerweile werden unter anderem Katzenbabys, Hundewelpen und Kaninchen totgetreten, sagt Wiebke Plasse, Kampagnenverantwortliche der deutschen Welttierschutzgesellschaft (WTG). Die Inhalte werden immer brutaler, weil die Nachfrage so hoch ist.
Asien als Hotspot für Tierquälerei
Viele der im Internet verbreiteten Tierquälerei-Videos stammen aus Asien und Indonesien. Aus diesem Grund suchten in dieser Woche Tierschützer, Wissenschaftler, Ermittler und Vertreter großer Internetplattformen nach Wegen, Tierquälerei im Netz einzudämmen. Die Rede war beim ersten SMACC-Gipfel vor zwei Tagen vor allem von besserer Strafverfolgung, strengeren Regeln für Plattformen und neuer Technologien im Kampf gegen diese grausamen Taten im Netz.
SMACC bedeutet Social Media Animal Cruelty Coalition (Koalition gegen Tierquälerei in den sozialen Medien). Es ist ein internationaler Zusammenschluss von mehr als 40 Tier- und Artenschutzorganisationen.
Konsum wegen sexuellen Motiven ?
Die Produzenten dieser Videos quälen die Tiere wegen Erfolg, Lob und digitaler Reichweite. Doch welche Gründe stecken hinter dem Konsum dieser Videos? Oft spielen tatsächlich sexuelle Motive eine Rolle. Beim Zerdrücken der Tiere tragen die Frauen oft bestimmte Schuhe wie Leder oder Latexstiefel. Überraschend oft werden solche Videos von Frauen gemacht.
Schockfall Makakenbaby Mini
Besonders schockierend ist der Fall von Mini. Das Affen-Makakenkind wurde Thema bei einer BBC-Recherche und auch auf Bali. Mini war als Baby ihrer Mutter entrissen worden und landete bei einem Mann in Indonesien, der sie für Kunden misshandelte, filmte und die Videos dann in Telegram-Gruppen veröffentlichte. Leute haben diese Gruppen genutzt, um neue Folterwünsche zu äußern. Das Affenbaby wurde glücklicherweise gerettet. Nach dem Rettungseinsatz verbrachte sie zwei Jahre zur Erholung in einer Auffangstation, bevor sie 2024 wieder in die Freiheit entlassen werden konnte.
(SG)