Tod im Streichelzoo!
Mädchen (3) verstorben!
(06.09.2026) Ein Besuch auf einem Streichelbauernhof endet für eine Familie in einer Tragödie. Ein erst drei Jahre altes Mädchen ist nach einer schweren Infektion und wochenlanger Behandlung im Krankenhaus gestorben. Das Kind erkrankte am hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS), einer seltenen, aber lebensbedrohlichen Komplikation einer Infektion mit bestimmten E.-coli-Bakterien.
Sechs Wochen auf der Intensivstation
Das Mädchen wurde im Monash Children’s Hospital bei Melbourne behandelt und verbrachte rund sechs Wochen auf der Intensivstation. Die Erkrankung führte laut Angaben der Familie zu Nierenversagen und schweren Hirnschäden. Die Eltern teilten jetzt öffentlich mit, sie hätten ihr „geliebtes Mädchen verloren“.
Gefährliche E.-coli-Bakterien als Auslöser
Bei dem Mädchen wurde eine Infektion mit sogenannten Shigatoxin-bildenden Escherichia coli (STEC) festgestellt. Diese Bakterien kommen unter anderem im Darm von Nutztieren vor und können über deren Ausscheidungen verbreitet werden. Eine Übertragung ist etwa durch Tierkontakt, kontaminierte Lebensmittel oder Wasser sowie von Mensch zu Mensch möglich.
Eine STEC-Infektion beginnt häufig mit Bauchschmerzen und Durchfall, der später blutig werden kann. In seltenen Fällen entwickelt sich daraus HUS. Dabei werden unter anderem rote Blutkörperchen und die Nieren geschädigt. Besonders gefährdet sind Kleinkinder.
Zweijähriger Junge ebenfalls schwer erkrankt
Auch ein zweijähriger Junge aus Victoria erkrankte nach dem Besuch eines Streichelbauernhofs schwer an HUS. Er erlitt ebenfalls Nierenversagen und musste laut australischen Medien mehr als zwei Wochen mit einer Dialyse behandelt werden. Der Junge überlebte.
Medien brachten beide Fälle mit der Rain, Hayne and Shine Children’s Farm in Balnarring südöstlich von Melbourne in Verbindung. Die Gesundheitsbehörden betonen allerdings, dass bisher nicht eindeutig bewiesen ist, dass sich die Kinder dort angesteckt haben. Eine gemeinsame Infektionsquelle wurde bislang nicht zweifelsfrei festgestellt.
Welche Tiere gibt es auf dem Streichelbauernhof?
Auf der Rain, Hayne & Shine Children’s Farm in Balnarring können Besucher unter anderem Schafe, Ziegen, Kälber, Schweine, Alpakas, Kaninchen, Meerschweinchen und Geflügel aus nächster Nähe erleben und teilweise auch streicheln oder füttern. Außerdem gibt es dort Ponys, Esel, Emus und Dingos. Welche Tierart im konkreten Fall als mögliche Quelle der STEC/E.-coli-Infektion infrage kommt, ist bislang jedoch nicht bekannt. Die Gesundheitsbehörden haben bisher nicht bestätigt, dass sich das Mädchen tatsächlich bei einem bestimmten Tier auf der Farm angesteckt hat.
Gesundheitsbehörden untersuchen die Fälle
Victorias stellvertretende Gesundheitschefin Dr. Clare Looker erklärte laut ABC News, dass im Bundesstaat 2026 bislang zwei HUS-Fälle registriert worden seien. Üblicherweise würden in Victoria lediglich ein bis fünf Fälle pro Jahr gemeldet.
Nach Bekanntwerden der Erkrankungen wurden am betroffenen Streichelbauernhof zusätzliche Hygienemaßnahmen umgesetzt. Dazu zählen unter anderem weitere Handwaschmöglichkeiten und Warnhinweise. Eine behördlich angeordnete Schließung des Betriebs gab es nicht.
Diese Symptome können auf HUS hinweisen
Eltern sollten insbesondere nach einer schweren Durchfallerkrankung auf Warnzeichen achten:
- blutiger Durchfall
- starke Müdigkeit oder Schwäche
- auffällige Blässe
- unerklärliche blaue Flecken
- deutlich weniger oder gar kein Urin
- in schweren Fällen Krampfanfälle
Bei entsprechenden Symptomen sollte schnell medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden.
Händewaschen nach Tierkontakt entscheidend
Australische Gesundheitsbehörden empfehlen nach dem Kontakt mit Tieren besonders gründliches Händewaschen mit Seife und fließendem Wasser. Kinder sollten in Tierbereichen möglichst keine Finger oder Gegenstände in den Mund nehmen. Auch Essen und Trinken sollte erst nach dem Verlassen der Tierbereiche und dem Händewaschen erfolgen.
Der tragische Fall zeigt, dass eine Infektion mit bestimmten E.-coli-Bakterien zwar selten zu HUS führt, die Erkrankung insbesondere für kleine Kinder lebensgefährlich werden kann. Wichtig bleibt zugleich: Dass sich das dreijährige Mädchen tatsächlich im Streichelzoo infiziert hat, ist nach aktuellem Stand nicht abschließend bestätigt.
(fd)