Tod nach Kebab: Prozess in Ktn

Mann (63) starb an Salmonellose

(08.10.2026) Nachdem ein 63-jähriger Kärntner nach dem Verzehr eines Kebabs an einer Salmonellensepsis gestorben war, haben sich am Donnerstag die Betreiber eines Kebab-Lokals vor dem Landesgericht Klagenfurt verantworten müssen. Ihnen wird vorgeworfen, die Hygiene im Betrieb vernachlässigt zu haben, bis zu zwei Jahre Haft drohen. Die beiden bekannten sich nicht schuldig, der Prozess war bis Donnerstagnachmittag anberaumt.

Der Mann soll Ende Juni 2023 den Kebab gegessen haben und danach erkrankt sein. Den Betriebsführern, einem Ehepaar, wird die "Außerachtlassung der im Bereich der Gastronomie gebotenen Hygiene- und Lebensmittelzubereitungsvorschriften" vorgeworfen. Der Strafantrag lautet auf fahrlässige Tötung und auf das Vergehen der fahrlässigen Gemeingefährdung in Verbindung mit dem Vergehen nach dem Lebensmittel-, Sicherheits- und Verbrauchergesetz.

Wie Verteidiger Hans Gradischnig am Donnerstag ausführte, sei das Lokal im Bezirk Villach-Land am im Strafantrag angeführten Tag geschlossen gewesen - es dränge sich der Verdacht auf, dass das Opfer den Kebab bereits einen Tag zuvor gekauft, aber erst am betreffenden Tag gegessen habe. Sei der Kebab in der Zwischenzeit etwa bei Raumtemperatur gelagert worden, hätten sich die Salmonellen "explosionsartig" vermehren können. Außerdem sei der Mann nach den ersten Beschwerden nicht sofort zum Arzt gegangen, das sei ein "grob unvernünftiges Handeln" gewesen.

Salmonellenstamm auf Putztuch nachgewiesen

Die angeklagte Frau erklärte, am Tag vor dem angeblichen Schließtag sei wohl ein ganzer Kebab-Spieß verkauft worden. Auch sie selbst, ihr Ehemann und ihre Kinder hätten davon gegessen. Sie hätten keine Probleme gehabt, auch von anderen Gästen sei ihr nichts Derartiges bekannt.

Staatsanwalt Christian Pirker verwies auf ein Mikrofasertuch, das massiv mit demselben Salmonellenstamm kontaminiert war, der auch beim Verstorbenen festgestellt wurde. Dieses Tuch war bei einer Lebensmittelkontrolle mehrere Tage nach dem Todesfall gefunden worden. Damit, so der Vorwurf, seien die Salmonellen auf den Kebab gekommen - das Tuch sei "im Bereich des Kebab-Spießes" gefunden worden. Dem widersprach aber der angeklagte Lokalinhaber: Das Putztuch sei - anders als die Lebensmittelkontrolleurin ausgesagt hatte - "weit weg vom Fleisch" gelegen: "Ich weiß nicht, warum sie nicht die Wahrheit sagt." Die angeklagte Frau präzisierte, dass mit dem Tuch lediglich der Boden geputzt worden war.

Die Einvernahme der beiden Angeklagten war am Vormittag noch im Gange. Danach stand die Erörterung von Gutachten auf dem Plan. Der Prozess war bis Donnerstagnachmittag anberaumt.

(apa/mc)

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