Totes Baby nicht entführt?

Eltern rücken in den Fokus!

Dramatische Wende im Fall des vermissten Säuglings

(25.06.2026) Im Fall des zunächst als vermisst gemeldeten Säuglings aus Renningen in Baden-Württemberg gibt es eine entscheidende Wende. Die Polizei geht nach den bisherigen Ermittlungen nicht mehr von einer Entführung des drei Monate alten Jungen aus. Stattdessen wird nun gegen die Mutter wegen des Verdachts des Vortäuschens einer Straftat ermittelt. Wie das Kind ums Leben kam, ist weiterhin ungeklärt.

Große Suchaktion endete mit traurigem Fund

Der Fall hatte in den vergangenen Tagen bundesweit für Aufsehen gesorgt. Die Eltern hatten ihren drei Monate alten Sohn am Donnerstagabend als vermisst gemeldet. Nach Angaben der Mutter sei der Kinderwagen für einen kurzen Moment unbeaufsichtigt gewesen. Als sie zurückkam, sei das Baby verschwunden gewesen. Daraufhin startete die Polizei einen Großeinsatz. Rund 50 Beamte, Suchhunde des Deutschen Roten Kreuzes, Drohnen mit Wärmebildkameras, ein Polizeihubschrauber sowie Leichenspürhunde suchten stundenlang nach dem Säugling.

Am Freitag wurde schließlich der Leichnam eines Babys nur wenige hundert Meter vom Wohnhaus der Familie entfernt entdeckt.

DNA bestätigt Identität des Kindes

Zunächst war unklar, ob es sich bei dem gefundenen Kind tatsächlich um den vermissten Jungen handelte. Inzwischen haben die Ermittler diese Frage beantwortet: Ein DNA-Abgleich bestätigte zweifelsfrei, dass es sich um den drei Monate alten Säugling aus Renningen handelt.

Polizei: Keine Hinweise auf eine Entführung

Nach Auswertung der bisherigen Beweise sehen Polizei und Staatsanwaltschaft keine Anhaltspunkte mehr für eine Entführung. In einer gemeinsamen Mitteilung erklärten die Ermittler, es hätten sich "keinerlei Hinweise auf eine Entführung des Säuglings" ergeben.

Stattdessen wird nun gegen die Mutter wegen des Verdachts des Vortäuschens einer Straftat ermittelt. Ob sie sich zu den Vorwürfen geäußert hat, teilten die Behörden bislang nicht mit.

Obwohl die Rechtsmedizin den Leichnam inzwischen obduziert hat, ist die Todesursache weiterhin nicht bekannt. Die Ermittler halten sich mit Details bewusst zurück.

Derzeit ist offen,

  • ob das Baby eines Gewaltverbrechens wurde,
  • ob ein tragischer Unfall vorliegt oder
  • ob medizinische Ursachen, etwa der plötzliche Kindstod, zum Tod des Säuglings geführt haben.

Erst nach Abschluss aller rechtsmedizinischen und kriminaltechnischen Untersuchungen wollen Polizei und Staatsanwaltschaft weitere Informationen veröffentlichen.

3D-Modell soll die letzten Stunden rekonstruieren

Um den Ablauf der Ereignisse möglichst genau nachvollziehen zu können, setzt das Landeskriminalamt moderne Vermessungstechnik ein. Am Fundort des Kindes wird ein dreidimensionales Modell erstellt, das mögliche Bewegungs- und Tatabläufe rekonstruieren soll.

Parallel dazu wertet die eigens eingerichtete Ermittlungsgruppe zahlreiche Zeugenaussagen und weitere Spuren aus.

Zur Rolle des Vaters schweigen die Ermittler

Ob auch der Vater des Kindes im Fokus der Ermittlungen steht, ist derzeit unklar. Polizei und Staatsanwaltschaft machen dazu bislang keine Angaben. Bekannt ist lediglich, dass beide Eltern die Vermisstenanzeige am Donnerstagabend kurz vor Mitternacht erstattet hatten.

Ermittlungen dauern an

Der Fall beschäftigt die Ermittler weiterhin mit Hochdruck. Während inzwischen feststeht, dass der Junge nicht Opfer einer Entführung wurde, bleiben die entscheidenden Fragen offen: Wann starb das Baby? Woran starb es? Und welche Rolle spielte die Mutter tatsächlich?

Bis zum Abschluss der Ermittlungen gilt auch in diesem Fall die Unschuldsvermutung.

(fd)

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