Trump attackiert Kandidaten

„Hasst Juden und Schwarze“

(03.11.2026) Kurz vor der Entscheidung bei den US-Midterms eskaliert der Wahlkampf in Michigan. US-Präsident Donald Trump hat den demokratischen Senatskandidaten Abdul El-Sayed erneut massiv angegriffen. Auf Truth Social behauptete Trump am Dienstag, El-Sayed „hasse Juden und Schwarze“ und auch Weiße. Belege für diese Vorwürfe legte der Präsident nicht vor. Gleichzeitig rief Trump die Wähler ausdrücklich dazu auf, den Republikaner Mike Rogers zu unterstützen.

Trump verschärft Attacken am Wahltag

Trump veröffentlichte seinen Beitrag in den frühen Morgenstunden des 3. November, also direkt am Wahltag in den USA. Er bezeichnete Menschen, die für El-Sayed stimmen, als „Dummköpfe“ und behauptete, der Demokrat werde ihnen schaden.

Die Attacke ist Teil einer ganzen Serie persönlicher Angriffe auf den Politiker aus Michigan. Bereits Ende Oktober hatte Trump El-Sayed bei einem Wahlkampfauftritt als „Dschihadisten“ bezeichnet und seine Loyalität zu den USA infrage gestellt. Die Nachrichtenagentur AP berichtet, dass Republikaner El-Sayed wiederholt mit extremistischen Gruppen in Verbindung gebracht haben, obwohl keine Belege für eine entsprechende Mitgliedschaft oder Verbindung vorliegen.

Wer ist Abdul El-Sayed?

Der 41-jährige Abdul El-Sayed ist Arzt, Epidemiologe und ehemaliger Gesundheitsdirektor von Detroit. Er wurde in den USA als Sohn ägyptischer Einwanderer geboren und gehört zum progressiven Flügel der Demokratischen Partei.

Sollte er gewählt werden, wäre El-Sayed nach Angaben von AP der erste muslimische US-Senator in der Geschichte des Landes. Seine politischen Schwerpunkte liegen unter anderem bei Gesundheitsversorgung und wirtschaftlichen Themen.

Gerade seine Haltung zum Nahost-Konflikt sorgt allerdings auch innerhalb der Demokratischen Partei für Streit. Teile der jüdischen Community kritisierten frühere Aussagen El-Sayeds zu Israel. Nach kontroversen Äußerungen im Zusammenhang mit einem Angriff auf eine Synagoge entschuldigte er sich später. Das unterscheidet sich jedoch von Trumps pauschaler Behauptung, El-Sayed „hasse Juden“.

Trump sprach von Metalldetektor für El-Sayed

Bereits zuvor hatte Trump erklärt, El-Sayed müsse beim Betreten des Senats durch einen Metalldetektor gehen.

El-Sayed reagierte darauf bei einer Wahlkampfveranstaltung mit einem Seitenhieb: Er werde durch einen Metalldetektor gehen, wenn Trump sich im Gegenzug einem Lügendetektor stelle.

Bei einem weiteren Auftritt verspottete Trump zudem El-Sayeds Namen und bezeichnete ihn erneut als „Dschihadisten“. El-Sayed wirft Trump vor, mit seinem Namen und seinem muslimischen Glauben gezielt Ängste zu schüren.

Michigan gehört zu den wichtigsten Senatsrennen

Hinter den heftigen Attacken steckt auch die politische Bedeutung Michigans. Der Sitz gehört zu den umkämpften Rennen, die Einfluss darauf haben können, welche Partei künftig den US-Senat kontrolliert. Mehr als 100 Millionen Dollar sollen laut AP allein in Werbung für dieses Rennen geflossen sein.

In den letzten veröffentlichten Umfragen lag El-Sayed vor Rogers. Der Durchschnitt von RealClearPolitics für Erhebungen zwischen 15. Oktober und 1. November kam auf 50,3 Prozent für El-Sayed und 45,0 Prozent für Rogers. Einzelne Umfragen zeigten allerdings unterschiedlich große Abstände – Umfragen sind daher keine Vorhersage des Wahlergebnisses.

Demokraten selbst über Michigan zerstritten

Zusätzliche Brisanz bekommt das Rennen durch Streit innerhalb der Demokratischen Partei. Haley Stevens, die El-Sayed in der demokratischen Vorwahl unterlegen war, stellte sich kurz vor der Wahl überraschend hinter den Republikaner Mike Rogers.

Andere prominente Demokraten, darunter Barack Obama und Kamala Harris, unterstützten dagegen El-Sayed im Wahlkampf.

Damit ist das Rennen in Michigan längst mehr als ein gewöhnlicher Zweikampf um einen Senatssitz: Es verbindet den Streit über Trump, Religion, Israel, den Nahost-Konflikt und die zukünftige Mehrheit im US-Senat.

Ob Trumps Attacken am Wahltag tatsächlich Einfluss auf die Entscheidung der Wähler haben, wird sich erst nach Auszählung der Stimmen zeigen.

(fd/apa)

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