Unwetter in der Steiermark
Millionenschäden in Voitsberg
(03.09.2026) Ein heftiges Hagelunwetter hat am Mittwochnachmittag Teile der Steiermark getroffen und vor allem im Bezirk Voitsberg schwere Schäden hinterlassen. In Köflach, Maria Lankowitz, Rosental und Kainach gingen Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu fünf Zentimetern nieder. Dazu kamen Starkregen und Sturm. Besonders dramatisch ist die Bilanz für die Landwirtschaft: Die Österreichische Hagelversicherung beziffert den Gesamtschaden auf rund 3,5 Millionen Euro.
Schweres Gewitter trifft Köflach und Maria Lankowitz
Das Unwetter zog am Mittwoch, 2. September 2026, ab etwa 16 Uhr über die Weststeiermark. Die Unwetterzentrale hatte zuvor für Graz, Voitsberg sowie Teile von Graz-Umgebung, Deutschlandsberg und Leibnitz die rote Warnstufe ausgegeben. Auch GeoSphere Austria warnte vor schweren Gewittern. Besonders heftig traf es anschließend Köflach und Maria Lankowitz, wo Hagelkörner von bis zu fünf Zentimetern gemessen wurden.
Binnen weniger Minuten verwandelte der Hagel Straßen und Flächen teilweise in eine weiße Landschaft. Bäume stürzten um, Keller liefen voll und Dächer wurden beschädigt. Verstopfte Kanalgitter verschärften die Situation zusätzlich, weil große Mengen Regenwasser nicht rasch genug abfließen konnten.
22 Feuerwehreinsätze allein in Köflach
Besonders gefordert war die Freiwillige Feuerwehr Köflach. Einsatzleiter Johann Bernsteiner berichtete von 22 Einsätzen innerhalb kürzester Zeit. Rund 50 Feuerwehrleute aus Köflach, Piber und Rosental standen etwa vier Stunden lang im Einsatz. Sie pumpten Keller aus, beseitigten umgestürzte Bäume und sicherten beschädigte Gebäude.
Auch zwei Fahrzeuge mussten geborgen werden. Autofahrer waren während des Unwetters teilweise nur noch in Schrittgeschwindigkeit unterwegs und versuchten, ihre Autos unter Bäumen oder in Waldstücken vor dem massiven Hagelschlag zu schützen.
Hagel beschädigt Therme Nova und Geschäftsdächer
Die großen Hagelkörner richteten auch an Gebäuden beträchtliche Schäden an. Bei der Therme Nova in Köflach wurden Plexiglas- beziehungsweise Glaskuppeln durchschlagen und Dachziegel verschoben. Auch eine Billa-Filiale war betroffen. Die Feuerwehr musste beschädigte Dachbereiche provisorisch abdecken.
Die Betriebsfeuerwehr von Stölzle-Oberglas rückte ebenfalls zu mehreren Pumparbeiten aus. Auch dort wurden Glaskuppeln beschädigt. Im Tierheim Franziskus in Rosental liefen mehrere Gehege voll Wasser. Nach Angaben der Einsatzkräfte kamen jedoch keine Tiere zu Schaden.
Fast drei Millionen Euro Schaden in Gartenbaubetrieb
Besonders hart traf das Unwetter die steirische Landwirtschaft. Nach Angaben der Österreichischen Hagelversicherung entstand allein bei einem Gartenbaubetrieb in Stainz ein Schaden von knapp drei Millionen Euro. Beschädigt wurden unter anderem Glasflächen, Schirme, Betriebseinrichtungen und Kulturen.
Bemerkenswert dabei: In Stainz fiel laut Hagelversicherung gar nicht außergewöhnlich viel Hagel. Ausschlaggebend waren vielmehr die extrem großen Hagelkörner, die punktuell massive Zerstörungen verursachten. Zusätzlich wurden ein weiterer Gartenbaubetrieb sowie Wein-, Obst- und Grünlandflächen in den Bezirken Voitsberg und Murtal getroffen. Insgesamt beläuft sich der landwirtschaftliche Schaden damit auf rund 3,5 Millionen Euro.
Hagelunwetter hinterlässt schwere Schäden
Obwohl das heftigste Unwetter teilweise nur rund 20 Minuten dauerte, war die Wirkung enorm. Neben Millionenschäden in der Landwirtschaft entstanden Schäden an Autos, Gebäuden und Infrastruktur. Aufräum- und Sicherungsarbeiten beschäftigten die Feuerwehren noch Stunden nach dem Durchzug der Gewitter.
Der Bezirk Voitsberg war damit eines der am stärksten getroffenen Gebiete der aktuellen Unwetterlage in Österreich. Vor allem der bis zu fünf Zentimeter große Hagel in Köflach und Maria Lankowitz sorgte für außergewöhnliche Schäden und zahlreiche Feuerwehreinsätze.
(fd)