Vegane Ernährung für Kinder?

Neue Empfehlungen da

(04.08.2026) Kinder und Jugendliche sollten bei vegetarisch und speziell bei vegan orientierter Ernährung entsprechend begleitet werden, um potenziell entstehende Mangelzustände zu verhindern. So lauten unter anderem aktualisierte Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) zu diesem Thema, hieß es vor Kurzem im Deutschen Ärzteblatt.

Die Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) hat demnach aktualisierte Empfehlungen zur vegetarischen und veganen Ernährung im Kindes- und Jugendalter herausgegeben (https://www.dgkj.de/detail/post/vegetarische-und-vegane-ernaehrung-fuer-kinder-und-jugendliche). "Die Stellungnahme macht deutlich, dass insbesondere vegane Ernährungsformen im Kindes- und Jugendalter erhöhte Aufmerksamkeit erfordern. Grundsätzlich könne jede einseitige oder stark einschränkende Ernährungsweise das Risiko von Nährstoffdefiziten erhöhen, erläuterte Silvia Rudloff, Mitautorin der Stellungnahme. Besonders im Blick stehen dabei Vitamin B12, Eisen, Jod, Kalzium, Vitamin D sowie Omega-3-Fettsäuren", hieß es in der deutschen Ärztezeitung (online).

Strukturierte Begleitung empfohlen

Laut offiziellen Zahlen geben in Deutschland mittlerweile 14 Prozent der 14- bis 29-Jährigen an, sich vegetarisch zu ernähren. In der Gesamtbevölkerung erklären 37 Prozent, sich flexitarisch zu ernähren, also überwiegend pflanzenbasiert. "Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte betreuen mittlerweile viele Familien, die bewusst auf bestimmte Lebensmittel oder ganze Lebensmittelgruppen verzichten", sagte laut dem Deutschen Ärzteblatt Hermann Kalhoff, Mitautor der Stellungnahme und Mitglied der DGKJ-Ernährungskommission.

Die medizinische Fachgesellschaft empfehle deshalb eine strukturierte medizinische und ernährungswissenschaftliche Begleitung. Dazu gehörten eine ausführliche Erhebung der Ernährungsgewohnheiten, regelmäßige Wachstumskontrollen anhand von Gewicht, Körpergröße und Body-Mass-Index (BMI), klinische und gegebenenfalls laborchemische Kontrollen möglicher Mangelzustände sowie eine qualifizierte Ernährungsberatung - idealerweise durch entsprechend geschulte Fachkräfte.

Pragmatische Vorgangsweise

Von besonderer Bedeutung sei ein Monitoring und die allfällige Supplementierung mit Vitamin B12 auch bei vegetarischer Ernährung, bei veganer Ernährung sei sie zwingend erforderlich, betonte die DGKJ-Arbeitsgruppe. Je nach individueller Ernährungssituation könne außerdem eine ergänzende Gabe von Vitamin D, Jod, Kalzium oder Omega-3-Fettsäuren sinnvoll sein.

Die deutsche Fachgesellschaft der Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin wirbt jedenfalls für einen pragmatischen Umgang mit dem Thema. Eltern und Jugendliche sollten weder pauschal verunsichert, noch sollten Risiken bagatellisiert werden. Entscheidend sei eine vertrauensvolle Kommunikation, die gesundheitliche Risiken klar benenne und gleichzeitig praktikable Wege zu einer bedarfsgerechten Ernährung aufzeige.

Die bisher größte Übersicht und Metaanalyse der vorliegenden wissenschaftlichen Daten zu dem Thema, die erst vergangenes Jahr in "Reviews in Food Science & Nutrition) erschienen ist (DOI: 10.1080/10408398.2025.2572983), hat ein ganz ähnliches Bild gezeigt. Demnach können sowohl vegetarische als auch vegane Ernährungsformen Kinder mit ausreichend Nährstoffen für ein normales Wachstum liefern. Langfristig könnte im späteren das Herz-Kreislauf-Risiko dann niedriger sein. Vor allem bei veganer Ernährung sollte aber auf den Ausgleich bei einigen Mikronährstoffen geachtet werden. Hier wurden Vitamin B12, Vitamin D und Eisen angeführt.

(apa/mc)

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