Vergewaltigt von Eliteschülern?

Mädchen (14) klagt an!

(25.08.2026) Drei Schüler einer der bekanntesten Privatschulen Australiens stehen in Sydney wegen schwerer Sexualdelikte vor Gericht. Die 13 und 14 Jahre alten Burschen sollen am 22. Juli gemeinsam eine 14-Jährige in einer Gasse im Osten der Stadt sexuell angegriffen haben.

Die australische Polizei hat die Jugendlichen unter anderem wegen „aggravated sexual assault in company“ angeklagt. Nach dem Recht des Bundesstaates New South Wales umfasst „sexual assault“ einen nicht einvernehmlichen sexuellen Akt mit Penetration. Vereinfacht lässt sich daher von einem Vorwurf einer gemeinschaftlichen Vergewaltigung sprechen. Zusätzlich werden den Burschen schwere sexuelle Berührungen vorgeworfen. Die Vorwürfe sind bislang nicht gerichtlich erwiesen.

Mutmaßlicher Übergriff soll fast eine Stunde gedauert haben

Laut Gerichtsunterlagen soll sich der mutmaßliche Übergriff über etwa 55 Minuten erstreckt haben. Die Tat soll in einer Gasse im Osten Sydneys stattgefunden haben. Die Polizei hatte nach Bekanntwerden der Vorwürfe umfangreiche Ermittlungen aufgenommen und am 13. August mehrere Wohnungen durchsucht.

Dabei wurden elektronische Geräte sichergestellt, die forensisch untersucht werden. In einem der Häuser fanden die Beamten außerdem zwei Waffenattrappen, eine Glock-ähnliche BB-Waffe, mehrere Laserpointer sowie ein mutmaßlich gestohlenes Kennzeichen. Ob diese Gegenstände mit dem Sexualstrafverfahren in Verbindung stehen, ist bislang nicht öffentlich geklärt.

Angeklagte sind erst 13 und 14 Jahre alt

Bei den Beschuldigten handelt es sich um zwei 14-Jährige und einen 13-Jährigen. Einer der 14-Jährigen sowie der 13-Jährige müssen sich wegen jeweils eines schweren sexuellen Übergriffs in einer Gruppe sowie zweier Fälle schwerer sexueller Berührung verantworten. Dem zweiten 14-Jährigen wird jeweils ein entsprechender Fall vorgeworfen.

Alle drei besuchen das renommierte The Scots College in Bellevue Hill, eine der ältesten und teuersten Privatschulen Sydneys. Die Schule bestätigte, dass die Jugendlichen Schüler des Colleges sind, und erklärte, vollständig mit der Polizei zusammenzuarbeiten.

Drei Jugendliche bleiben vorerst auf freiem Fuß

Am Dienstag wurde der Fall erstmals vor dem Children’s Court in Surry Hills behandelt. Die Jugendlichen bleiben unter strengen Auflagen gegen Kaution auf freiem Fuß. Unter anderem dürfen sie keinen Kontakt zu dem Mädchen aufnehmen und sich ihr nicht auf weniger als 200 Meter nähern.

Ein Schuldbekenntnis oder eine Zurückweisung der Vorwürfe wurde bislang nicht abgegeben. Das Verfahren wurde auf den 20. Oktober vertagt.

Richterin warnt vor öffentlicher Identifizierung

Der Fall sorgt in Australien für enorme Aufmerksamkeit. Richterin Susan Duncombe erklärte bei der ersten Anhörung, die Berichterstattung habe bereits „Konsequenzen“ für einige der Jugendlichen gehabt. Verteidiger warnten insbesondere davor, dass die Namen der minderjährigen Beschuldigten über soziale Medien verbreitet werden könnten.

Nach australischem Recht dürfen Minderjährige in solchen Strafverfahren grundsätzlich nicht öffentlich identifiziert werden. Auch das mutmaßliche Opfer wird geschützt.

Eliteschule gerät in den Fokus

Das Scots College zählt zu den angesehensten Privatschulen Australiens. Die jährlichen Schulgebühren liegen je nach Jahrgang bei bis zu rund 47.000 australischen Dollar. Entsprechend groß ist das öffentliche Interesse an dem Fall.

Die Schule betont jedoch, dass sich der mutmaßliche Vorfall außerhalb des Schulbetriebs ereignet habe. Man wolle die polizeilichen Ermittlungen nicht beeinflussen und sich deshalb nicht weiter zu Details äußern.

Was jetzt geklärt werden muss

Im Mittelpunkt des Verfahrens steht nun die Frage, was am Abend des 22. Juli tatsächlich in der Gasse passiert ist und welche Rolle jeder der drei Jugendlichen dabei gespielt haben soll.

Die Staatsanwaltschaft erhebt schwerwiegende Vorwürfe, darunter einen Tatbestand, der nach australischem Recht einen nicht einvernehmlichen penetrativen Sexualakt gemeinsam mit anderen voraussetzt. Gleichzeitig sind alle drei Beschuldigten minderjährig und bislang nicht verurteilt.

Das nächste wichtige Datum ist der 20. Oktober 2026. Dann soll das Verfahren vor dem Jugendgericht fortgesetzt werden. Bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung gilt für alle drei Jugendlichen die Unschuldsvermutung.

(fd/apa)

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