Viele RSV-Fälle bei Babys
Gratis Impfung empfohlen
(19.02.2026) Am Kepler Universitätsklinikum (KUK) in Linz werden derzeit auffällig viele Babys und Kleinkinder mit einer Infektion durch das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) behandelt. Wie das Klinikum in einer Aussendung mitteilt, wurden allein in der vergangenen Woche fünf Kinder auf der Kinder-Intensivstation aufgrund einer RSV-Infektion betreut. Neben den Intensivpatienten kommen laut KUK aktuell täglich weitere fünf bis sieben Kinder hinzu, die wegen RSV auf der Normalstation versorgt werden.
RSV besonders gefährlich im ersten halben Lebensjahr
RSV gilt als einer der häufigsten Auslöser schwerer Atemwegsinfektionen bei Säuglingen und Kleinkindern. Besonders kritisch seien laut Klinikum die ersten Lebensmonate: Vor allem im ersten halben Lebensjahr können Krankheitsverläufe deutlich schwerer ausfallen. Die Symptome reichen dabei von Trinkschwäche und allgemeiner Schwäche bis hin zu schwerer Atemnot, die eine Behandlung auf der Intensivstation notwendig machen kann.
Angesichts der aktuellen Situation ruft die Ärzteschaft am Kepler Uniklinikum dazu auf, Neugeborene unmittelbar nach der Geburt gegen RSV zu schützen. Dabei geht es nicht um eine klassische Impfung, sondern um eine sogenannte passive Immunisierung, bei der dem Baby Antikörper verabreicht werden. Diese Immunisierung wird in Österreich für Neugeborene empfohlen und ist kostenlos im nationalen Impfplan enthalten.
Auch Impfung in der Schwangerschaft möglich
Zusätzlich empfiehlt das Klinikum, dass sich werdende Mütter – insbesondere bei erwarteten Risikogeburten – bereits während der Schwangerschaft schützen lassen. Laut Sabine Enengl, leitende Oberärztin der Geburtshilfe, sei eine Impfung etwa in der 32. Schwangerschaftswoche sinnvoll. Dabei werden Antikörper über den Mutterkuchen an das Baby weitergegeben und bieten dem Neugeborenen nach der Geburt zusätzlichen Schutz.
„Immunsystem zu schwach“ ist ein Mythos
Oberärztin Natascha Wagner von der Neonatologie betonte, dass die Annahme, das Immunsystem von Babys sei zu schwach für eine Immunisierung, ein weitverbreiteter Mythos sei. Gerade deshalb verweise man auf die Praxis der altersgerechten Impfungen, die in Österreich seit Jahren etabliert sei. Auch der sogenannte Nestschutz sei laut Klinikum gewährleistet, wenn Mütter mehr als zwei Wochen vor der Geburt eine RSV-Impfung erhalten haben.
RSV-Welle trifft vor allem Säuglinge
Die aktuellen Zahlen aus dem Linzer Kepler Universitätsklinikum zeigen, wie schnell RSV bei Babys zu schweren Verläufen führen kann. Ärztinnen und Ärzte rufen deshalb dazu auf, die vorhandenen Schutzmöglichkeiten konsequent zu nutzen – insbesondere die kostenlose passive Immunisierung direkt nach der Geburt sowie Impfungen in der Schwangerschaft.
(fd/apa)