Anschlag auf Migranten!

4 Männer im Auto verbrannt

(02.06.2026) Ein grausames Verbrechen erschüttert Italien. Nach dem Tod von vier Migranten in der süditalienischen Region Kalabrien haben Ermittler zwei Männer festgenommen. Die beiden pakistanischen Staatsangehörigen stehen im Verdacht, fünf Landarbeiter in einem Kleinbus eingeschlossen und das Fahrzeug anschließend in Brand gesetzt zu haben. Vier Menschen starben, ein Mann konnte sich schwer verletzt retten.

Fünf Menschen im Bus – nur einer überlebt

Nach aktuellem Ermittlungsstand befanden sich insgesamt fünf Migranten in dem Kleinbus. Vier von ihnen kamen bei dem Feuer ums Leben, ein afghanischer Staatsbürger überlebte schwer verletzt. Er konnte laut italienischen Medien eine Fensterscheibe einschlagen und aus dem brennenden Fahrzeug flüchten. Die Flammen hinterließen jedoch schwere Verbrennungen an seinen Armen.

Die Zahl der Opfer ist inzwischen bestätigt: Vier Menschen starben noch im Fahrzeug, ein fünfter Insasse überlebte als einziger Zeuge der Tat. Nach Angaben des Überlebenden sollen mindestens drei der Todesopfer afghanische Staatsangehörige gewesen sein. Die Behörden haben die Identitäten bislang nicht offiziell veröffentlicht.

Überwachungskamera filmte die Tat

Der Brand ereignete sich an einer Tankstelle entlang der viel befahrenen Staatsstraße SS106 bei Amendolara in der Provinz Cosenza.

Auf Videoaufnahmen einer Überwachungskamera soll zu sehen sein, wie zwei Männer die Türen des Kleinbusses von außen blockieren. Anschließend wird offenbar eine brennbare Flüssigkeit über die Heckklappe in das Fahrzeug geschüttet. Kurz darauf steht der Wagen in Flammen. Die mutmaßlichen Täter fliehen vom Tatort.

Die Ermittler konnten die Verdächtigen mithilfe des Videoüberwachungssystems identifizieren und festnehmen.

Streit um Transport zur Feldarbeit als mögliches Motiv

Besonders erschütternd sind die Aussagen des Überlebenden. Er berichtete dem Regionalsender TGR Calabria, die mutmaßlichen Täter hätten Geld für den Transport zu landwirtschaftlichen Arbeitsplätzen verlangt.

Als die späteren Opfer die Forderung verweigerten, soll die Situation eskaliert sein. Nach Angaben des Zeugen schütteten die Verdächtigen Benzin in den Kleinbus und warfen anschließend einen brennenden Gegenstand hinein. Die vier Männer wurden dadurch im Fahrzeug eingeschlossen und verbrannten bei lebendigem Leib.

Ermittler prüfen Verbindungen zu Migranten-Netzwerken

Die Staatsanwaltschaft von Castrovillari geht derzeit davon aus, dass die Tat im Zusammenhang mit Konflikten innerhalb migrantischer Arbeitsgemeinschaften stehen könnte.

Untersucht werden mögliche Streitigkeiten um Arbeitsplätze, Aufenthaltsdokumente oder Unterkünfte. In den vergangenen Monaten waren in der Region bereits mehrere Brandanschläge auf Fahrzeuge pakistanischer Migranten registriert worden.

Eine Verbindung zur kalabrischen Mafiaorganisation 'Ndrangheta halten die Ermittler derzeit für eher unwahrscheinlich. Als Argument nennen sie unter anderem den ungewöhnlichen Tatort und die Tatsache, dass die Tat am helllichten Tag in einem videoüberwachten Bereich verübt worden sein soll.

Schwere Vorwürfe des Überlebenden

Der überlebende Afghane erhob zudem schwere Vorwürfe gegen die mutmaßlichen Täter. Diese hätten Arbeiter regelmäßig mit Messern und Schusswaffen bedroht, um sie zur Arbeit zu zwingen.

Lohnzahlungen habe es laut seinen Aussagen kaum gegeben. Stattdessen seien lediglich Unterkunft und Essen bereitgestellt worden. Der Mann sprach gegenüber italienischen Medien sogar von einer „großen pakistanischen Mafia“ in Italien. Diese Vorwürfe werden derzeit von den Ermittlungsbehörden überprüft.

(fd/apa)

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