BK Stocker bei der WM
Rechnung: 102.750 Euro
(26.08.2026) Die viertägige USA-Reise von Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) im Juni 2026 hat den Staat laut einem Bericht der „Kronen Zeitung“ rund 102.750 Euro gekostet. Stocker war von 20. bis 23. Juni mit neun Begleitpersonen nach Dallas gereist. Neben politischen und wirtschaftlichen Terminen besuchte der Kanzler auch das WM-Spiel Österreich gegen Argentinien.
57.750 Euro für Flüge, 32.000 Euro fürs Hotel
Den größten Kostenblock machten laut „Krone“ die Flüge aus. Dafür fielen 57.750 Euro an. Hinzu kamen rund 32.000 Euro für das Hotel sowie etwa 13.000 Euro für Mietwagen. Bei Hotel- und Mietwagenkosten handelt es sich dem Bericht zufolge noch um Schätzungen der österreichischen Botschaft, die endgültige Abrechnung stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch aus. Für den Besuch des WM-Spiels selbst seien dem Kanzleramt zufolge keine Ticketkosten entstanden. Stocker habe das Match auf Einladung der FIFA und auf Wunsch des ÖFB-Teams besucht.
Kanzler eröffnete Honorarkonsulat in Dallas
Das Kanzleramt betont, dass die Reise nicht primär wegen der Fußball-WM stattgefunden habe. Stocker eröffnete in Dallas ein neues österreichisches Honorarkonsulat und traf Vertreter aus Politik und Wirtschaft. Das Honorarkonsulat ist für Nord-Texas, Arkansas und Oklahoma zuständig. Die Regierung verweist auf die wirtschaftliche Bedeutung der Region und darauf, dass die USA Österreichs wichtigster Handelspartner außerhalb Europas sind.
Stocker traf Unternehmer und Politiker in Texas
Während seines Aufenthalts führte Stocker Gespräche mit US-Unternehmern, lokalen politischen Vertretern sowie Kongressabgeordneten. Auch der Bürgermeister von Dallas gehörte laut Berichten zu seinen Gesprächspartnern. Zusätzlich besuchte Stocker am 22. Juni das WM-Gruppenspiel Argentinien gegen Österreich. Österreich verlor die Partie mit 0:2.
Reise sorgte schon im Juni für Kritik
Kritik gab es bereits unmittelbar nach der Reise, vor allem wegen der Größe der Delegation. Stocker war mit neun Begleitpersonen unterwegs. Die nun bekannt gewordenen Gesamtkosten von rund 102.750 Euro entsprechen rechnerisch mehr als 10.000 Euro pro Reiseteilnehmer. Stocker hatte die Kritik Anfang Juli zurückgewiesen und die Reise mit den diplomatischen und wirtschaftlichen Terminen begründet. Mit der nun veröffentlichten Kostenaufstellung dürfte die Debatte über die Reise jedoch erneut an Fahrt aufnehmen.
Kanzleramt verweist auf frühere FPÖ-Reise
Zur Verteidigung von Stockers Dallas-Trip verweist das Kanzleramt laut „Kronen Zeitung“ auch auf frühere Regierungsreisen zu Fußball-Großereignissen. So sei der damalige FPÖ-Vizekanzler Heinz-Christian Strache 2018 zur WM nach Russland gereist, obwohl sich Österreich nicht für das Turnier qualifiziert hatte. Damit will das Kanzleramt offenbar deutlich machen, dass Reisen von Regierungsmitgliedern im Umfeld großer Sportereignisse kein Novum sind.
(fd/krone)