Legionellen in Linz

29 Erkrankte und drei Tote

(26.08.2026) Der Legionellen-Ausbruch in Linz weitet sich aus. Am Dienstag wurde ein weiterer Erkrankungsfall gemeldet, damit steigt die Zahl der bestätigten Infektionen auf 29. Seit Beginn des Ausbruchs am 20. Juli 2026 sind drei Menschen im Zusammenhang mit der Infektion gestorben. Woher die Legionellen stammen, ist trotz umfangreicher Untersuchungen weiterhin nicht eindeutig geklärt.

Legionellen in Kühlturm der Linz AG entdeckt

Im Mittelpunkt der Untersuchungen steht unter anderem eine Kühlanlage der Linz AG an der Wiener Straße in Linz. In einer Wasserprobe aus einem Kühlturm wurde neben verschiedenen Legionellen-Varianten auch Legionella pneumophila des Subtyps Allentown nachgewiesen.

Genau dieser Subtyp wurde auch bei drei Erkrankten festgestellt, deren Fälle epidemiologisch miteinander zusammenhängen. Dennoch reichen die bisherigen genetischen Analysen laut Behörden noch nicht aus, um die Kühlanlage eindeutig als Quelle des Legionellen-Ausbruchs zu bestätigen. Weitere Untersuchungen laufen.

190 Wasserproben werden in Linz untersucht

Insgesamt wurden mittlerweile 190 Wasserproben an die AGES übermittelt. Rund drei Viertel davon sind bereits untersucht und ausgewertet. Kontrolliert wurden mögliche Infektionsquellen wie Kühlanlagen, Haushalte, Arbeitsstätten und weitere wasserführende Systeme.

Die Behörden prüfen zudem zusätzliche Standorte in Linz. Mögliche Quellen wurden dabei teilweise mithilfe einer KI-unterstützten Suche identifiziert.

Kühlanlage seit Montag im Trockenbetrieb

Die betroffene Kühlanlage der Linz AG wurde inzwischen intensiv gereinigt und desinfiziert. Außerdem wurde das Wasser vollständig ausgetauscht. Seit 24. August läuft die Anlage im Trockenbetrieb.

Dabei wird kein Wasser mehr auf die Kühlflächen versprüht und somit kein entsprechender Wassernebel erzeugt. Laut Linz AG soll ein erneuter Nassbetrieb erst nach festgelegten technischen und fachlichen Freigaben sowie in Abstimmung mit den Behörden erfolgen.

Wichtig für die Bevölkerung: Das öffentliche Linzer Trinkwasser ist laut Behörden und Linz AG nicht betroffen. Die Kühlanlage besitzt einen vom Trinkwassernetz vollständig getrennten Wasserkreislauf.

Legionellen sind Bakterien, die sich in Wassersystemen vermehren können. Eine Infektion erfolgt vor allem durch das Einatmen feinster kontaminierter Wassertröpfchen, sogenannter Aerosole. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nach aktuellem Wissensstand nicht bekannt. Auch das Trinken von legionellenhaltigem Wasser gilt grundsätzlich nicht als typischer Übertragungsweg.

Die sogenannte Legionärskrankheit kann eine schwere Lungenentzündung verursachen und in schweren Fällen tödlich verlaufen. Besonders gefährdet sind unter anderem Menschen mit geschwächtem Immunsystem, chronischen Lungenerkrankungen sowie Raucherinnen und Raucher. Mildere Infektionen ohne Lungenentzündung werden als Pontiac-Fieber bezeichnet.

Infektionsquelle in Linz weiterhin nicht bestätigt

Trotz des Legionellen-Nachweises in der Kühlanlage bleibt damit die entscheidende Frage offen: Ist der Kühlturm der Linz AG tatsächlich die Quelle der 29 Erkrankungen in Linz? Die genetischen Untersuchungen liefern bislang keinen eindeutigen Beweis. Weitere Ergebnisse stehen noch aus.

(fd/apa)

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