BP profitiert von Ölpreis
Milliardengewinne erwartet
(14.07.2026) Der britische Energiekonzern BP rechnet nach dem starken Anstieg der Öl- und Gaspreise mit deutlich höheren Gewinnen im zweiten Quartal. Das Unternehmen erwartet vor allem im Öl- und Gasgeschäft Milliardenzuwächse. Gleichzeitig konnte BP seinen Schuldenstand deutlich senken.
An der Börse kamen die Neuigkeiten gut an: Die BP-Aktie legte nach der Ankündigung um rund 2,6 Prozent zu.
Milliardenplus durch höhere Ölpreise
Allein im Ölgeschäft rechnet BP mit einem zusätzlichen Gewinn zwischen 1,8 und 2,1 Milliarden US-Dollar gegenüber dem Vorquartal.
Im Gasgeschäft sollen weitere 500 bis 700 Millionen Dollar dazukommen. Hinzu kommen bessere Raffineriemargen, die das Ergebnis um weitere 1,2 bis 1,4 Milliarden Dollar verbessern dürften.
Dem stehen allerdings Abschreibungen von insgesamt rund 1,5 Milliarden Dollar gegenüber. Diese betreffen unter anderem den Umbau des Energiekonzerns sowie aufgegebene Explorationsprojekte.
Schulden deutlich gesunken
Neben den höheren Gewinnen konnte BP auch seine Verschuldung reduzieren.
Die Nettoverschuldung sank von 25,3 Milliarden US-Dollar Ende März auf 22 bis 23 Milliarden Dollar Ende Juni. Bis Ende 2027 will das Unternehmen den Schuldenstand auf 14 bis 18 Milliarden Dollar senken.
Krieg im Nahen Osten treibt Ölpreise nach oben
Auslöser für den Gewinnsprung ist die angespannte Lage im Nahen Osten. Der Konflikt mit dem Iran und die zeitweise Schließung der wichtigen Straße von Hormus sorgten zuletzt für massive Unsicherheit auf den Energiemärkten.
Dadurch stiegen die Preise für Rohöl und Erdgas deutlich an. Die Nordsee-Ölsorte Brent kostete im zweiten Quartal durchschnittlich rund 97 US-Dollar pro Barrel. Im ersten Quartal lag der Durchschnittspreis noch bei etwa 78 Dollar. Das entspricht einem Plus von rund 24 Prozent.
Obwohl der Ölpreis deutlich gestiegen ist, fiel der Anstieg an den österreichischen Tankstellen bisher vergleichsweise moderat aus. Laut ÖAMTC wurden niedrigere Rohölpreise in den vergangenen Wochen ohnehin nur teilweise an die Autofahrer weitergegeben.
Spritpreise in Österreich: Vor einer Woche und heute
Die Preise an Österreichs Tankstellen sind gegenüber der Vorwoche leicht gestiegen.
Vor einer Woche (7. Juli):
- Super 95: durchschnittlich 1,686 Euro pro Liter
- Diesel: durchschnittlich 1,730 Euro pro Liter
Aktuelle Medianpreise (9. Juli):
- Super 95: 1,769 Euro pro Liter
- Diesel: 1,833 Euro pro Liter
Damit kostet ein Liter Super derzeit rund 8 Cent, Diesel rund 10 Cent mehr als noch vor einer Woche. Allerdings handelt es sich bei den aktuellen Werten um österreichweite Medianpreise, während die Wochenwerte Durchschnittspreise darstellen. Regional können die Preise daher abweichen.
Auch Shell meldete starke Geschäfte
BP ist nicht der einzige Energiekonzern, der von den gestiegenen Energiepreisen profitiert. Bereits vergangene Woche hatte auch der Konkurrent Shell starke Ergebnisse im Öl- und Gashandel angekündigt. Die Entwicklung zeigt, wie stark internationale Energiekonzerne von den hohen Rohstoffpreisen profitieren, während Verbraucher die Folgen unter anderem an den Zapfsäulen spüren.
(fd/apa)