Unwetter im Süden und Westen

Trockenster Osten seit 1885

(14.07.2026) Während heftige Gewitter am Dienstag in Teilen Österreichs für Feuerwehreinsätze, Waldbrände und Verkehrsbehinderungen sorgten, verschärft sich im Osten des Landes ein ganz anderes Problem: die extreme Trockenheit. Laut Geosphere Austria fiel von Anfang Jänner bis Ende Juni österreichweit 27 Prozent weniger Niederschlag als im langjährigen Durchschnitt. In einigen Regionen war es sogar so trocken wie seit Beginn der Messungen 1885 nicht mehr.

Blitz löst Waldbrand in Tirol aus

Oberhalb von Wildermieming im Bezirk Innsbruck-Land brach am Dienstagmittag vermutlich nach einem Blitzschlag ein Waldbrand aus. Wegen des steilen Geländes konnten die Flammen zunächst nur aus der Luft bekämpft werden.

Im Einsatz standen rund 150 Feuerwehrleute sowie mehrere Hubschrauber:

  • Polizeihubschrauber aus Tirol
  • Polizeihubschrauber aus Vorarlberg
  • Zwei Hubschrauber des Bundesheeres

Nach ersten Schätzungen sind mehrere tausend Quadratmeter Wald betroffen. Das Gebiet rund um den Brand wurde großräumig abgesperrt, auch ein beliebter Wanderweg musste gesperrt werden.

Gewitterfront sorgt für mehr als 180 Feuerwehreinsätze

Zeitgleich zog eine kräftige Gewitterfront über Salzburg. Zwischen 12.30 und 14.45 Uhr mussten insgesamt 185 Feuerwehrmitglieder zu zahlreichen Einsätzen ausrücken.

Betroffen waren:

  • Flachgau
  • Pongau
  • Pinzgau
  • Lungau
  • Tennengau
  • Stadt Salzburg

Die Feuerwehren beseitigten umgestürzte Bäume, entfernten Äste von Straßen und arbeiteten zahlreiche Sturmschäden ab.

Schwimmer gerettet, Tunnel gesperrt

Am Wolfgangsee überraschte das Unwetter mehrere Schwimmer. Einsatzkräfte retteten Menschen aus dem Wasser und brachten Boote rechtzeitig ans Ufer.

Auch auf der Tauernautobahn (A10) kam es zu Problemen. Wegen eines Stromausfalls mussten fünf Tunnel zwischen Golling und Werfen vorübergehend in beiden Fahrtrichtungen gesperrt werden.

Die Folge:

  • rund 2 Kilometer Stau Richtung Salzburg
  • rund 5 Kilometer Stau Richtung Villach

Ob ein Blitzschlag den Stromausfall verursacht hat, war zunächst noch unklar.

Auch Kärnten von schweren Gewittern betroffen

Auch über Kärnten ziehen seit dem Nachmittag teils heftige Gewitter hinweg. Die Geosphere Austria warnt regional vor:

  • Starkregen
  • Hagel
  • Sturmböen
  • zahlreichen Blitzschlägen

Vor allem in Oberkärnten sowie entlang der Tauern kam es bereits zu kräftigen Gewittern. Weitere Feuerwehreinsätze im Laufe des Tages gelten als wahrscheinlich.

Osten bleibt trotz Gewittern viel zu trocken

Während im Westen Österreichs immer wieder kräftige Gewitter niedergehen, bringt das dem besonders trockenen Osten kaum Entlastung. Laut Geosphere Austria werden in den kommenden Tagen zwar weitere Gewitter erwartet, diese konzentrieren sich aber vor allem auf den Westen sowie Teile Kärntens und der Steiermark. Im Osten dürfte es hingegen größtenteils trocken bleiben.

Um das seit Jahresbeginn entstandene Niederschlagsdefizit auszugleichen, müssten österreichweit in den kommenden Wochen durchschnittlich rund 160 Liter Regen pro Quadratmeter zusätzlich fallen. Das entspricht etwa der Niederschlagsmenge von mehr als einem ganzen Sommermonat.

So trocken war es seit 1885 nicht mehr

Besonders dramatisch ist die Lage in Teilen Niederösterreichs, Oberösterreichs, Salzburgs sowie im Wiener Becken und Burgenland. Dort fehlen je nach Region 30 bis 50 Prozent des üblichen Niederschlags.

Laut Geosphere war es in diesen Gebieten im Flächenmittel seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1885 nicht mehr so trocken. Besonders betroffen sind unter anderem:

  • Hohenau an der March (Niederösterreich)
  • Kremsmünster (Oberösterreich)
  • Ried im Innkreis (Oberösterreich)
  • Salzburg-Flughafen

In Wien, dem Wiener Becken, dem Marchfeld und dem Weinviertel erreicht auch die sogenannte klimatische Wasserbilanz mittlerweile extrem negative Werte. Das bedeutet: Es verdunstet deutlich mehr Wasser, als durch Regen nachkommt. Die Folge sind zunehmender Trockenstress für Landwirtschaft, Wälder und Böden – obwohl gleichzeitig in anderen Teilen Österreichs schwere Unwetter niedergehen.

(fd)

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