Bub (15) erstochen!

Er wollte Mädchen schützen

(23.09.2026) Nach dem gewaltsamen Tod eines 15-jährigen Jugendlichen in Marsberg im Hochsauerlandkreis haben sich die beiden gesuchten Tatverdächtigen der Polizei gestellt. Der Jugendliche aus Dortmund war am Samstagabend bei einer Auseinandersetzung im Marsberger Ortsteil Essentho durch Stichverletzungen getötet worden. Ein 18-Jähriger aus Marsberg wurde ebenfalls schwer verletzt.

Nach den beiden Männern im Alter von 22 und 23 Jahren war mehrere Tage intensiv gefahndet worden. Am Dienstagabend stellten sie sich schließlich auf einer Polizeiwache in Hamm. Gegen beide bestehen Untersuchungshaftbefehle wegen des Verdachts auf Totschlag und schwere Körperverletzung.

Streit eskaliert

Die tödliche Auseinandersetzung ereignete sich am 19. September gegen 20.30 Uhr im Umfeld einer privaten Geburtstagsfeier. Nach bisherigen Erkenntnissen trafen die beiden später gesuchten Männer auf eine Gruppe, zu der auch der 15-Jährige und der später schwer verletzte 18-Jährige gehörten.

Zunächst kam es zu einem verbalen Streit, der anschließend in eine körperliche Auseinandersetzung eskalierte. Der 15-Jährige erlitt dabei schwere Stichverletzungen. Rettungskräfte versuchten noch, ihn wiederzubeleben, konnten sein Leben jedoch nicht mehr retten. Er starb noch am Tatort.

Zwei Mädchen sollen bei Streit involviert sein

Medienberichten zufolge soll sich der Streit ursprünglich um zwei 15-jährige Mädchen gedreht haben. Dabei soll es um angeblich verschwundene 200 Euro gegangen sein.

Der später getötete Jugendliche und sein 18-jähriger Begleiter sollen sich daraufhin in die Situation eingemischt beziehungsweise versucht haben, den Mädchen zu helfen. Danach soll die Auseinandersetzung eskaliert sein.

Diese konkrete Darstellung zum möglichen Auslöser ist bislang allerdings nicht offiziell von Polizei oder Staatsanwaltschaft bestätigt. Die Ermittler prüfen weiterhin, wie genau der Streit begann und welche Rolle die einzelnen Beteiligten spielten.

Obduktion bestätigt tödliche Stichverletzungen

Eine Obduktion bestätigte, dass der 15-Jährige an seinen Stichverletzungen starb. Wie viele Verletzungen er erlitt und welche Tatwaffe verwendet wurde, wurde bislang nicht näher bekanntgegeben.

Auch ein 18-jähriger Mann aus Marsberg wurde bei der Auseinandersetzung schwer verletzt. Er erlitt unter anderem Verletzungen im Gesicht und musste in einem Krankenhaus behandelt werden. Mittlerweile konnte er von den Ermittlern befragt werden.

Großfahndung mit Polizeihubschrauber

Unmittelbar nach der Tat begann eine umfangreiche Fahndung. Die Polizei suchte im Raum Marsberg unter anderem mit einem Hubschrauber nach den beiden Tatverdächtigen.

Zeugenaussagen führten die Ermittler schließlich auf die Spur der 22 und 23 Jahre alten Männer aus Hamm. Ihr Aufenthaltsort blieb zunächst unbekannt.

Am Dienstag startete die Polizei schließlich eine öffentliche Fahndung mit Fotos. Zu diesem Zeitpunkt lagen bereits Untersuchungshaftbefehle gegen beide Männer vor.

Tatverdächtige stellen sich in Hamm

Noch am Dienstagabend endete die Suche. Die beiden Männer erschienen auf einer Polizeiwache in Hamm und stellten sich den Behörden.

Ihre Anwälte hatten zuvor bereits angekündigt, dass sich die Gesuchten stellen würden. Wo sich die beiden Männer seit der Tat aufgehalten hatten, ist bislang nicht bekannt.

Die öffentliche Fahndung wurde anschließend beendet.

Verdächtige äußern sich nicht zu Vorwürfen

Über ihre Anwälte ließen die beiden Männer mitteilen, dass sie sich vorerst nicht zu den Tatvorwürfen äußern wollen.

Sie sollen einem Haftrichter vorgeführt werden. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt für beide die Unschuldsvermutung.

Mordkommission untersucht tödlichen Streit

Nach dem Tod des Jugendlichen wurde eine Mordkommission der Polizei Dortmund eingesetzt. Gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Arnsberg soll sie den Ablauf der Tat vollständig rekonstruieren.

Im Zentrum steht nun insbesondere die Frage, warum die Auseinandersetzung eskalierte, ob der Streit tatsächlich mit den beiden 15-jährigen Mädchen und den angeblich fehlenden 200 Euro begann und wer dem Jugendlichen schließlich die tödlichen Stichverletzungen zufügte.

Fest steht bislang: Ein 15-Jähriger aus Dortmund ist tot, ein 18-Jähriger wurde schwer verletzt und zwei Männer im Alter von 22 und 23 Jahren befinden sich nach ihrer freiwilligen Meldung bei der Polizei in den Händen der Ermittler.

(fd)

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