Bub stirbt unter Fahrgeschäft

11-Jähriger will Schuh retten

(21.09.2026) Ein tragischer Unfall in einem Vergnügungspark in Brasilien hat einem elfjährigen Jungen das Leben gekostet. Daniel Luccas wurde am Sonntagabend, in der Stadt Muriaé im Bundesstaat Minas Gerais von einem Fahrgeschäft getroffen. Der Junge wollte offenbar einen heruntergefallenen Flip-Flop aus dem Bereich der Anlage holen. Er erlitt dabei so schwere Verletzungen, dass die Rettungskräfte nur noch seinen Tod feststellen konnten.

Junge steigt in abgesperrten Bereich des Fahrgeschäfts

Der Unfall ereignete sich im Parque Filadélfia, der auf dem Ausstellungsgelände von Muriaé aufgebaut war. Nach Angaben des brasilianischen Militärfeuerwehrkorps war Daniel zuvor mit dem Fahrgeschäft „Space Loop“ gefahren. Nachdem ein Flip-Flop in den Bereich der Anlage gefallen war, gelangte der Elfjährige hinter eine Schutzabsperrung, um ihn zu holen.

Nach Aussage des Betreibers beziehungsweise Bedieners war das System zum Stoppen der Anlage bereits aktiviert worden. Der Junge soll jedoch den abgesperrten Bereich betreten haben, bevor das Fahrgeschäft vollständig zum Stillstand gekommen war. Dabei wurde er von einem Teil der sich noch bewegenden Konstruktion getroffen. Die genaue Abfolge ist weiterhin Gegenstand der Ermittlungen.

Rettungskräfte können Daniel nicht mehr helfen

Feuerwehr und der brasilianische Rettungsdienst SAMU wurden gegen 22 Uhr alarmiert. Trotz des schnellen Einsatzes waren Daniels Verletzungen so schwer, dass sein Tod noch am Unfallort festgestellt wurde. Anschließend wurde das Gelände abgesperrt und von der Polícia Civil von Minas Gerais untersucht. Der Leichnam wurde zur weiteren Untersuchung in das gerichtsmedizinische Institut von Muriaé gebracht.

Die Polizei eröffnete ein Ermittlungsverfahren. Nach Angaben von CNN Brasil wartet der zuständige Ermittler unter anderem auf das Ergebnis der technischen Untersuchungen und will Beteiligte sowie mögliche Zeugen befragen. Geklärt werden soll insbesondere, wie Daniel in den Gefahrenbereich gelangen konnte und ob sämtliche vorgeschriebenen Sicherheitsmaßnahmen eingehalten wurden.

Fahrgeschäft „Space Loop“ wird untersucht

Bei der Attraktion handelte es sich um ein Fahrgeschäft namens Space Loop. Nach Angaben der Feuerwehr konnte der Bediener den Bereich, in den der Junge gelangte, offenbar nicht vollständig einsehen. Auch dieser Umstand dürfte bei der Rekonstruktion des Unfallhergangs eine Rolle spielen.

Der Parque Filadélfia erklärte nach dem Unglück, man bedauere den Tod des Kindes und arbeite mit den Behörden an der vollständigen Aufklärung des Falles zusammen. Der Verband, dem das Ausstellungsgelände gehört, erklärte wiederum, lediglich die Fläche für den Vergnügungspark vermietet zu haben.

Drei Tage Trauer nach Tod des Elfjährigen

Der Tod des Kindes löste auch außerhalb von Muriaé große Anteilnahme aus. Daniel Luccas Praxedes Bastos war elf Jahre alt. Seine Heimatgemeinde Barão de Monte Alto ordnete nach brasilianischen Medienberichten eine dreitägige Trauer an. Auch seine Schule und Vertreter des örtlichen Bildungswesens gedachten des Jungen.

Der Fall wirft nun Fragen zur Sicherheit auf temporären Vergnügungsparks und zur Absicherung beweglicher Fahrgeschäfte auf. Ob technische Mängel, organisatorische Fehler oder individuelles Verhalten zum tödlichen Unfall beitrugen, steht bislang nicht abschließend fest. Die Ermittlungen der brasilianischen Behörden dauern an.

(fd)

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