Dürrehilfe für Bauern

Wer zahlt die 240 Millionen?

(27.08.2026) Die geplanten Dürrehilfen für Österreichs Landwirte sorgen für Streit zwischen ÖVP und FPÖ. Im Mittelpunkt steht die Frage, wer den zweimonatigen Erlass der Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von 140 Millionen Euro am Ende tatsächlich finanziert. Zunächst übernimmt der Staat die Kosten. In den Jahren 2027 bis 2031 sollen jedoch die Zuschüsse an die bäuerliche Krankenversicherung um jährlich 50 Millionen Euro sinken. Insgesamt fließen damit 250 Millionen Euro weniger über den sogenannten Hebesatz.

FPÖ: Bauern zahlen ihre Hilfe indirekt selbst

Die FPÖ sieht darin eine Belastung für die Landwirtschaft. Sie argumentiert, dass den Bauern über die geringeren Zuschüsse letztlich mehr entzogen werde, als sie durch den Beitragserlass erhalten.

Die Partei verweist auf die Differenz zwischen den 250 Millionen Euro weniger Zuschüssen und den 140 Millionen Euro Dürrehilfe. Daraus ergibt sich nach ihrer Rechnung eine Differenz von 110 Millionen Euro.

ÖVP widerspricht: Keine höheren Beiträge geplant

Die ÖVP und das Landwirtschaftsministerium weisen diese Darstellung zurück. Die Leistungen aus der Sozialversicherung würden nicht gekürzt, außerdem seien keine höheren Versicherungsbeiträge für Landwirte vorgesehen.

Nach Darstellung des Ministeriums müssten auch keine bestehenden Rücklagen aufgebraucht werden. Es würden lediglich künftig weniger neue Reserven aufgebaut.

SVS erwartet Abbau der Bauern-Rücklagen

Dieser Einschätzung widerspricht allerdings SVS-Obmann Peter Lehner. Die Rücklagen im Rechnungskreis der bäuerlichen Krankenversicherung liegen derzeit bei etwas mehr als 300 Millionen Euro.

Wenn künftig jährlich 50 Millionen Euro weniger Zuschüsse fließen, würden diese Rücklagen laut Lehner „mit Sicherheit“ sinken. Die Finanzplanung zeige, dass die bäuerliche Krankenversicherung innerhalb weniger Jahre ins Minus geraten könnte.

Wann kommt die Dürrehilfe?

Der Erlass der Sozialversicherungsbeiträge soll im vierten Quartal 2026 wirksam werden. Die entsprechenden Beiträge wären regulär im Jänner 2027 fällig.

Zusätzlich sind 50 Millionen Euro für Zinszuschüsse und Stundungen vorgesehen. Bund und Länder sollen diese Mittel gemeinsam aufbringen. Woher der Bundesanteil konkret kommt, ist noch offen. Das Landwirtschaftsministerium plant Umschichtungen und Einsparungen und führt dazu Gespräche mit dem Finanzministerium.

Wer bezahlt die Bauernhilfe also tatsächlich?

Kurzfristig finanziert der Staat den Beitragserlass von 140 Millionen Euro. Langfristig sollen jedoch die staatlichen Zuschüsse an die bäuerliche Krankenversicherung um insgesamt 250 Millionen Euro sinken.

Ob damit indirekt Rücklagen der Bauernversicherung zur Finanzierung herangezogen werden, ist politisch umstritten. Die ÖVP verneint das, die FPÖ spricht von einer Belastung der Bauern. Die SVS selbst geht davon aus, dass die Rücklagen tatsächlich reduziert werden müssen.

(fd/apa)

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