Industrie entspannt sich!
Bank Austria Ökonom im Gespräch
(27.08.2026) Die österreichische Industrie hat ihren Erholungskurs im August deutlich beschleunigt. Der Einkaufsmanagerindex der UniCredit Bank Austria stieg gegenüber Juli um 2,9 auf 54,4 Punkte und erreichte damit den höchsten Wert seit dem Frühjahr 2022. Werte über 50 signalisieren Wachstum. Die österreichische Sachgüterindustrie zeigt im August insgesamt deutliche Erholungssignale. Der Einkaufsmanagerindex bildet jedoch verschiedene Branchen des verarbeitenden Gewerbes ab und erlaubt keine Aussage, dass etwa die Metallindustrie im selben Ausmaß wächst.
Laut Chefökonom Stefan Bruckbauer kamen die wichtigsten Impulse von der kräftigen Erholung der deutschen Industrie und einer stärkeren Nachfrage aus dem restlichen Euroraum. Erstmals seit längerer Zeit legten Produktion, Aufträge und Beschäftigung gleichzeitig zu.
Besonders auffällig: Österreichs Industriebetriebe stockten erstmals seit mehr als drei Jahren wieder Personal auf. In den ersten acht Monaten 2026 lag die Beschäftigung mit etwas mehr als 618.000 Personen dennoch rund 6.500 unter dem Vorjahreswert. Für 2026 erwartet die Bank Austria eine Arbeitslosenquote in der Industrie von 4,4 Prozent, nach jeweils 4,3 Prozent in den beiden Vorjahren. In der Gesamtwirtschaft liegt sie bei 7,4 Prozent. Auch in Deutschland sieht es schon wieder besser aus.
Belastend bleiben jedoch hohe Kosten, Lieferkettenprobleme und geopolitische Risiken. Rohstoffe und Vorleistungen verteuerten sich weiter deutlich. Zwar konnten Unternehmen ihre Verkaufspreise stärker anheben, der Margendruck bleibt aber hoch, weil die Kosten schneller steigen als die Erlöse.
Auch im Euroraum verbessert sich die Lage: Der vorläufige Einkaufsmanagerindex für die Industrie stieg im August auf 52,8 Punkte. Deutschland kam auf 54,1 Punkte, Frankreich auf 51,5 Punkte. Ob sich die Erholung nachhaltig fortsetzt, wird sich laut Bank Austria erst in den kommenden Monaten zeigen.
(fd/apa)