Mädchen (4) getötet!
Motocross-Biker rast in Kind!
(27.08.2026) In Lecce nei Marsi in der italienischen Region Abruzzen ist ein vierjähriges Mädchen bei einem schweren Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Das Kind wurde nahe seinem Zuhause von einer Motocross-Maschine erfasst. Mehr als eine Stunde kämpften Rettungskräfte um sein Leben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den 25 Jahre alten Fahrer wegen des Verdachts auf Straßenverkehrstötung.
Ein tödlicher Verkehrsunfall mit einem vierjährigen Mädchen erschüttert die kleine Gemeinde Lecce nei Marsi in der Provinz L’Aquila. Das Kind wurde am Dienstag, 25. August 2026, von einem Motorrad erfasst und so schwer verletzt, dass sämtliche Wiederbelebungsversuche erfolglos blieben.
Nach den inzwischen veröffentlichten Ermittlungsdetails ereignete sich der Unfall in der Via Madonnina nahe dem örtlichen Friedhof, nur wenige Schritte vom Wohnhaus der Familie entfernt. Das Mädchen war dort mit seinem Vater unterwegs. Auf der Straße näherte sich eine Motocross-Maschine, die von einem 25 Jahre alten Mann aus der Gegend gesteuert worden sein soll.
Mädchen soll auf der Straße gewesen sein
Die genaue Abfolge der wenigen Sekunden vor dem Zusammenstoß ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Nach der bisherigen Rekonstruktion soll der Motorradfahrer unmittelbar nach einer Kurve das Kind vor sich auf der Fahrbahn beziehungsweise im Straßenbereich bemerkt haben. Er habe noch versucht auszuweichen, konnte einen Zusammenstoß jedoch nicht mehr verhindern. Das Motorrad traf das Mädchen, das anschließend auf den Asphalt stürzte.
Vater war mit Tochter unterwegs
Der Vater befand sich nach Berichten regionaler Medien unmittelbar bei seiner Tochter. Er soll das herannahende Motorrad wahrgenommen und noch versucht haben, eine Kollision zu verhindern. Die Ermittler müssen klären, welche Geschwindigkeit die Maschine hatte und wie genau es zum Zusammenstoß kam. Der 25-Jährige hielt nach dem Unfall an. Er beteiligte sich an den ersten Hilfsmaßnahmen, blieb am Unfallort und stellte sich anschließend den Carabinieri für Befragungen zur Verfügung.
Nach dem Notruf wurde zunächst eine Ambulanz des italienischen Rettungsdienstes 118 aus Pescina nach Lecce nei Marsi geschickt. Zusätzlich wurde ein Rettungshubschrauber alarmiert. Obwohl in der Region zu diesem Zeitpunkt schwierige Wetterbedingungen herrschten, gelang es der Besatzung, den Einsatzort zu erreichen und zu landen. Die Sanitäter und Ärzte versuchten anschließend mehr als eine Stunde, das Kind wiederzubeleben. Die Verletzungen waren jedoch zu schwer. Das Mädchen starb noch am Unfallort. Noch nicht abschließend geklärt ist, welche Verletzung unmittelbar zum Tod führte. RaiNews berichtet, die Ermittler wollten unter anderem feststellen, ob bereits der direkte Zusammenstoß mit dem Motorrad tödlich war oder die Verletzungen beim anschließenden Aufprall auf die Straße entstanden.
Motocross-Maschine ohne Kennzeichen und Versicherung
Besonders im Fokus der Ermittlungen steht das verwendete Motorrad. Mehrere lokale Medien berichten, dass es sich um eine Motocross- beziehungsweise Cross-Maschine gehandelt habe, die nicht für den normalen öffentlichen Straßenverkehr zugelassen gewesen sein soll. Die Maschine soll deshalb weder über ein reguläres Kennzeichen noch über eine entsprechende Straßenverkehrsversicherung verfügt haben. Die Carabinieri stellten das Motorrad sicher. Nun soll technisch und anhand der vorhandenen Unterlagen geprüft werden, in welchem Zustand die Maschine war und ob sie überhaupt auf der Straße hätte bewegt werden dürfen. Motocross-Maschinen, die ausschließlich für den Einsatz auf entsprechenden Strecken vorgesehen sind und nicht für den Straßenverkehr homologiert wurden, dürfen in Italien grundsätzlich nicht ohne entsprechende Zulassung im öffentlichen Verkehr benutzt werden.
Die Staatsanwaltschaft von Avezzano hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Nach Informationen der Regionalzeitung Il Centro wird gegen den 25-jährigen Motorradfahrer wegen des Verdachts auf „omicidio stradale“, also einer Tötung im Straßenverkehr, ermittelt. Seine Eintragung in das Ermittlungsregister dient der strafrechtlichen Aufklärung und bedeutet keine Vorverurteilung. Der Fahrer wurde nach dem Unfall außerdem auf möglichen Alkohol- oder Drogenkonsum untersucht. Laut Il Centro fielen diese Tests negativ aus.
Autopsie soll genaue Todesursache klären
Die Staatsanwaltschaft ordnete eine Obduktion des Kindes an. Der Leichnam wurde dafür nach L’Aquila gebracht. Mit der Untersuchung sollte nach lokalen Berichten der Mediziner Ildo Polidoro beauftragt werden. Von dem rechtsmedizinischen Gutachten erwarten sich die Ermittler unter anderem Erkenntnisse darüber, welche Verletzungen durch den unmittelbaren Kontakt mit dem Motorrad entstanden und welche beim anschließenden Sturz auf die Straße.
Gemeinde Lecce nei Marsi unter Schock
Das Mädchen lebte mit seiner Familie seit längerer Zeit in Lecce nei Marsi. Regionale Medien berichten, dass es in Avezzano geboren wurde und die Familie marokkanische Wurzeln hat. Die rund 1.500 Einwohner zählende Gemeinde liegt in der Provinz L’Aquila in den Abruzzen und gehört zum Gebiet des Nationalparks Abruzzen, Latium und Molise. Bürgermeister Augusto Barile sprach der Familie im Namen der Gemeindeverwaltung sein Beileid aus und erklärte, die gesamte Gemeinde sei von dem Tod des Kindes erschüttert.
(fd)