Elektromotor auf Abwegen?
Der Kronehit Faktencheck
(24.07.2026) Ein spektakuläres Video aus China geht derzeit um die Welt. Darauf ist ein Elektro-SUV zu sehen, der mit einer herausgerissenen hinteren Antriebseinheit weiterfährt. Die Bilder sorgen in sozialen Netzwerken für Millionen Aufrufe und heftige Diskussionen über die Sicherheit von Elektroautos. Nach Angaben des Herstellers steckt jedoch kein Produktionsfehler dahinter.
Video verbreitet sich weltweit
Die Aufnahmen entstanden in der chinesischen Millionenstadt Shenyang. Zu sehen ist ein schwarzer Elektro-SUV, dessen hintere Antriebseinheit offenbar aus ihrer Verankerung gerissen wurde. Das Bauteil hängt nur noch an orangefarbenen Hochvoltkabeln und wird über die Straße geschleift, während das Fahrzeug noch einige Meter weiterrollt. Die spektakulären Bilder verbreiteten sich innerhalb kürzester Zeit auf mehreren Social-Media-Plattformen. Zahlreiche Nutzer spekulierten, die Antriebseinheit habe sich ohne äußere Einwirkung aus dem Fahrzeug gelöst.
Hersteller weist Spekulationen zurück
Nach Angaben des Herstellers handelt es sich bei dem Vorfall nicht um einen Material- oder Konstruktionsfehler.
Demnach sei das Fahrzeug zuvor durch eine überflutete Straße gefahren und mit großer Wucht gegen ein unter der Wasseroberfläche verborgenes Hindernis geprallt. Dabei sollen die Befestigungspunkte der hinteren Antriebseinheit beschädigt worden sein, sodass diese aus ihrer Verankerung gerissen wurde.
Die Erklärung stützt sich laut Hersteller auf Fahrzeugdaten und die sichtbaren Schäden am Unterboden.
Unabhängiger Untersuchungsbericht fehlt
Einen unabhängigen technischen Untersuchungsbericht gibt es bislang allerdings nicht. Deshalb lässt sich von außen derzeit weder die genaue Ursache noch der vollständige Schaden abschließend beurteilen.
Nach aktuellem Stand gibt es jedoch keine Belege, dass sich die Antriebseinheit ohne einen massiven äußeren Einfluss gelöst hat.
Wasserdicht bedeutet nicht unzerstörbar
Der Hersteller hatte seine Kunden bereits zuvor darauf hingewiesen, dass die hohe Wasserdichtigkeit moderner Elektrofahrzeuge nicht bedeutet, dass tiefe Überflutungen gefahrlos durchfahren werden können.
Unter Wasser verborgene Bordsteine, Schlaglöcher oder offene Kanaldeckel können erhebliche Schäden am Unterboden verursachen – unabhängig davon, ob es sich um ein Elektroauto oder ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor handelt.
Übereinstimmenden Medienberichten zufolge handelt es sich bei dem Fahrzeug um einen BYD Tang, ein knapp fünf Meter langes Elektro-SUV, das auch in Europa und Österreich erhältlich ist.
Der Hersteller betont jedoch, dass nach derzeitigem Kenntnisstand nichts darauf hindeutet, dass sich die Antriebseinheit aufgrund eines Produktionsfehlers gelöst hat. Vielmehr spreche alles für einen außergewöhnlich heftigen Aufprall auf ein verborgenes Hindernis.
Fazit
Das Video ist echt und zeigt tatsächlich ein Fahrzeug, dessen hintere Antriebseinheit über die Straße geschleift wird. Nicht belegt ist hingegen die in sozialen Netzwerken verbreitete Behauptung, der Schaden sei ohne äußere Einwirkung oder aufgrund eines generellen Konstruktionsfehlers entstanden. Nach aktuellem Stand spricht mehr dafür, dass ein massiver Aufprall im Hochwasser den außergewöhnlichen Schaden verursacht hat.
(fd)