Eltern erstechen Baby?
Leiche in Koffer gefunden!
(02.09.2026) Ein grausiger Fund in Athen entwickelt sich zu einem möglichen Tötungsfall: In einer Wohnung im Stadtteil Kypseli hat die Polizei die tiefgefrorene Leiche eines etwa neun Monate alten Babys in einem Koffer entdeckt. Die rechtsmedizinische Untersuchung ergab mehr als zehn Stichverletzungen am Rücken des Kindes. Eine 38-jährige Deutsche, die angibt, die Mutter des Babys zu sein, bestreitet jedoch, für den Tod beziehungsweise die Verletzungen verantwortlich zu sein. Die Ermittlungen laufen.
Mehr als zehn Stichverletzungen entdeckt
Der entscheidende Befund kam bei der Obduktion: Rechtsmediziner fanden am Körper des Säuglings zahlreiche Verletzungen, die von einem Messer stammen sollen. Griechische Medien berichten übereinstimmend von mehr als zehn Stich- beziehungsweise Schnittverletzungen am Rücken. Teilweise ist von noch mehr Verletzungen die Rede – die Angaben schwanken zwischen den Medien. Deshalb lässt sich derzeit seriös nur von mehr als zehn sprechen.
Die rechtsmedizinischen Erkenntnisse haben den Fall grundlegend verändert. Während die Erwachsenen zunächst von einem natürlichen beziehungsweise krankheitsbedingten Tod gesprochen haben sollen, prüfen die Ermittler aufgrund der Verletzungen nun einen möglichen Tötungsdelikt-Hintergrund.
Deutsche sagt: Baby starb bereits 2023
Die 38-jährige Deutsche behauptet laut griechischen Medien, das Kind sei bereits 2023 aufgrund gesundheitlicher Probleme beziehungsweise natürlicher Ursachen gestorben. Sie soll erklärt haben, sie habe sich anschließend nicht von dem Baby trennen können und deshalb den Körper aufbewahrt beziehungsweise eingefroren.
Diese Darstellung steht nun allerdings vor allem wegen der festgestellten Messerverletzungen im Fokus der Ermittler.
Ob die Deutsche tatsächlich die leibliche Mutter des Babys ist, soll ebenfalls noch durch DNA-Untersuchungen eindeutig geklärt werden.
43-Jähriger erklärt Messerwunden mit Eis
Noch ungewöhnlicher ist die Erklärung eines ebenfalls festgenommenen 43-jährigen Griechen. Er bestreitet laut aktuellen Berichten ebenfalls, dass das Baby durch Gewalt getötet worden sei.
Zu den Messerverletzungen soll er gegenüber den Ermittlern angegeben haben, er habe mit einem Messer versucht, Eis vom bereits gefrorenen Körper zu entfernen. Dabei seien die Verletzungen entstanden.
Diese Darstellung wird von den Behörden überprüft. Mehrere griechische Berichte weisen darauf hin, dass sie nach bisherigem Stand nicht ohne Weiteres mit den rechtsmedizinischen Befunden zusammenpassen soll. Ob die Verletzungen vor oder nach dem Tod entstanden und welche davon tödlich waren, ist deshalb für die weiteren Ermittlungen von zentraler Bedeutung.
Die Leiche wurde in einer Wohnung in der Thassou-Straße im Athener Stadtteil Kypseli entdeckt. Der Körper befand sich tiefgefroren in einem Behältnis beziehungsweise einer Isoliertasche, die wiederum in einem Koffer verstaut war. Die Polizei war ursprünglich wegen anderer Auffälligkeiten in der Wohnung tätig geworden. Dort hielten sich neben der 38-jährigen Deutschen und dem 43-jährigen Griechen auch ein 26-jähriger Afghane sowie drei Minderjährige im Alter von neun, zwölf und 15 Jahren auf. Die Kinder und Jugendlichen wurden nach dem Polizeieinsatz in die Obhut der Behörden gebracht.
Drei Erwachsene festgenommen
Die 38-jährige Deutsche, der 43-jährige Grieche und der 26-jährige Afghane wurden festgenommen. Gegen die Erwachsenen laufen zunächst Verfahren unter anderem im Zusammenhang mit Drogen sowie dem nicht gemeldeten Tod des Babys. Parallel dazu prüfen Polizei und Justiz, wer für die Verletzungen des Kindes verantwortlich ist und ob weitere strafrechtliche Vorwürfe erhoben werden.
Entscheidend ist dabei: Bislang ist nicht gerichtlich festgestellt, wer dem Baby die Stichverletzungen zugefügt hat. Die Deutsche bestreitet eine Verantwortung für eine gewaltsame Tötung. Der 43-Jährige wiederum räumt laut Medienberichten einen Einsatz des Messers am Körper ein, behauptet jedoch, dies sei erst nach dem Tod geschehen, um Eis zu lösen. Diese Aussagen müssen nun mit den Ergebnissen der Rechtsmedizin abgeglichen werden.
Ermittler müssen Todeszeitpunkt klären
Erschwert werden die Untersuchungen dadurch, dass die Leiche offenbar über einen langen Zeitraum eingefroren war. Die Behörden versuchen nun zu klären, wann das Baby tatsächlich starb, wann die Messerverletzungen entstanden und ob diese Verletzungen den Tod verursacht haben.
(fd)