EU: Ungewöhnliche Hitze
Schon 8 Hitzetote!
(26.05.2026) Europa erlebt derzeit eine der frühesten und heftigsten Hitzewellen seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. In mehreren Ländern werden historische Temperaturrekorde für den Monat Mai gebrochen. Besonders dramatisch ist die Lage in Frankreich, wo laut Regierung bereits sieben Menschen im Zusammenhang mit der Hitze ums Leben kamen. Auch in Spanien ist ein Kind der Hitze zum Opfer gefallen. Wir haben berichtet.
Mädchen (2) stirbt in überhitztem Auto
Im nordwestspanischen Galicien starb ein zweijähriges Mädchen, nachdem es stundenlang in einem Auto zurückgelassen worden war. Während draußen Temperaturen von fast 38 Grad herrschten, heizte sich das Fahrzeug lebensgefährlich auf. Für das Kind kam jede Hilfe zu spät.
Der Fall sorgt in Spanien für große Betroffenheit und zeigt, wie gefährlich die außergewöhnlich frühe Hitzewelle bereits geworden ist.
Frankreich meldet sieben Hitzetote
Besonders betroffen bleibt Frankreich. Nach Angaben der Regierung starben:
- fünf Menschen durch Ertrinken,
- zwei weitere bei Sportaktivitäten.
Die Todesfälle stünden „direkt oder indirekt“ mit der Hitzewelle in Verbindung.
Der französische Wetterdienst Météo France spricht vom heißesten Mai-Tag seit Beginn der landesweiten Aufzeichnungen. Allein am Montag wurden an 352 Wetterstationen neue Mai-Rekorde registriert. Der Spitzenwert:
- 37,1 Grad nahe Hossegor im Südwesten Frankreichs.
Für mehrere Regionen galt erstmals überhaupt in einem Mai die Warnstufe Orange.
Großbritannien erlebt historische Temperaturen
Auch Großbritannien erlebt außergewöhnliche Werte:
- In Heathrow bei London wurden 33,5 Grad gemessen,
- ein neuer nationaler Mai-Rekord.
Die britische Wetterbehörde bezeichnete die Lage als „beispiellos“ für diese Jahreszeit. Experten warnen, dass das Land auf solche Extremtemperaturen schlecht vorbereitet sei.
Klimaforscher warnen vor neuer Realität
Wissenschaftler sehen in der aktuellen Wetterlage ein weiteres deutliches Zeichen des Klimawandels.
Der französische Klimaforscher Christophe Cassou erklärte, ein solches Ereignis sei statistisch nur „einmal in tausend Jahren“ zu erwarten gewesen – ohne menschengemachte Erderwärmung praktisch unmöglich.
Meteorologen machen vor allem eine stabile Hochdrucklage verantwortlich, durch die heiße Luftmassen aus Nordafrika ungehindert nach Europa strömen können.
Österreich ebenfalls massiv betroffen
Auch Österreich erlebt eine ungewöhnlich frühe und intensive Hitzewelle.
Besonders hohe Temperaturen wurden zuletzt gemessen in:
- Lienz mit 32,7 Grad,
- Wien mit über 30 Grad,
- Eisenstadt,
- St. Pölten,
- Teilen Niederösterreichs und des Burgenlands.
In Lienz wurde sogar ein neuer Mai-Hitzerekord seit Beginn der Messungen im Jahr 1880 aufgestellt.
Dazu kommt zunehmende Trockenheit:
- In vielen Regionen fiel im Frühling bislang nur etwa die Hälfte des üblichen Niederschlags.
- Besonders betroffen sind Ostösterreich und der Norden des Landes.
Prognose: Keine rasche Entspannung
Auch in den kommenden Tagen bleibt die Lage angespannt:
- In Frankreich werden bis zu 36 Grad erwartet,
- in Spanien regional bis zu 38 Grad,
- in Österreich sind erneut über 32 Grad möglich.
Erst Richtung Wochenende könnten einzelne Gewitter kurzfristig Abkühlung bringen. Meteorologen warnen jedoch bereits jetzt vor einem möglicherweise extremen Hitzesommer 2026.
(fd)