Gewalt zu Halloween?
Mehrere Razzien
(30.10.2026) Auf Social Media wurden mehrere Gewaltaufrufe zu strafbaren Handlungen und Plünderungen von Luxus-Geschäften in der Halloween-Nacht verbreitet. Jetzt wurden mehrere Tatverdächtige ausgeforscht.
Wie die Landespolizeidirektion Wien mitteilte, fanden Freitagfrüh auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien sechs Hausdurchsuchungen in Wien und Niederösterreich statt. Vier Tatverdächtige im Alter von 14 bis 22 Jahren wurden zur sofortigen Vernehmung vorgeführt.
Festnahmeanordnungen wurden allerdings vorerst keine erlassen. Die Hintergründe zu den ausgeforschten Personen, insbesondere deren Motive für die geplanten Straftaten, sind Gegenstand intensiver staatspolizeilicher Nachforschungen, hieß es seitens der Landespolizeidirektion. Eine Ideologisierung sei laut ersten Erkenntnissen "nicht ersichtlich".
Bei den Hausdurchsuchungen wurden mehrere Datenträger, zwei Schreckschusspistolen, eine Softgun, Munition sowie eine Machete vorläufig sichergestellt. Dem polizeilichen Vorgehen, in das Einsatzkräfte der WEGA eingebunden waren, lagen Erkenntnisse des Wiener Landesamts Staatsschutz und Extremismusbekämpfung (LSE) und der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) zugrunde.
Sechs Verdächtige im Fokus
Ermittelt wird wegen verbrecherischen Komplotts, Aufforderung zu mit Strafe bedrohten Handlungen sowie Gutheißung mit Strafe bedrohter Handlungen. Insgesamt befinden sich derzeit sechs Personen im Fokus der Strafverfolgungsbehörden. Es handelt sich um einen Österreicher, die übrigen Verdächtigen stammen ursprünglich aus Nigeria, dem Irak und Russland. Sie sollen die Hauptverantwortlichen für die Aufrufe zu Krawallen in der Nacht auf kommenden Sonntag sein.
Ob die vier Personen, die derzeit vernommen werden, im Anschluss in Anhaltung bleiben, ist unklar. Eine fünfte Person befindet sich seit wenigen Stunden aufgrund eines Eigentumsdelikts, das nicht im Zusammenhang mit Halloween stehen dürfte, bereits in einer Justizanstalt (JA). Die sechste Person ist namentlich bekannt, nach ihr wird gefahndet.
Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) bekräftigte am Freitag, die Polizei werde "rund um Halloween konsequent einschreiten, wann und wo es notwendig ist". Die rasch und mit Nachdruck umgesetzten Ermittlungsmaßnahmen im Sinne einer vorgelagerten Gefahrenabwehr zu Halloween würden zeigen, "wie entschlossen und schlagkräftig die Polizei handelt".
(APA/KS)