Immer weniger Asylanträge
Niedrigster Wert seit 10 Jahren
(22.03.2026) Die Eskalation im Nahen und Mittleren Osten hat in Österreich zumindest vorläufig nichts am rückläufigen Trend bei den Asyl-Anträgen geändert. Im Februar wurden laut neuer Monatsstatistik nur noch 347 originäre Ansuchen gestellt, was laut Innenministerium der niedrigste Wert seit über zehn Jahren ist. Auch insgesamt gingen die Antragszahlen weiter zurück.
Konkret wurden im Februar 850 Ansuchen eingebracht, was einem Minus von 41 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat 2025 entspricht. Gesamt waren es heuer knapp 1.800, davon aber nur 768 originär - das heißt von Personen, die neu eingereist sind. Die übrigen betreffen vor allem nachgeborene Kinder von Flüchtlingen, die sich bereits in Österreich aufgehalten haben.
Meiste Anträge von Syrern
Die meisten Asyl-Anträge kamen heuer von Syrern mit 468. Davon waren gleich 387 nicht originär. Erhöht hat sich indes die Zahl der Heimkehrer nach dem Machtwechsel in Damaskus. Seit dem Sturz des Assad-Regimes sind laut Innenministerium mehr als 1.000 Menschen aus Syrien freiwillig in ihr Herkunftsland zurückgekehrt. Im Vergleich dazu, verließen in den Jahren 2023 und 2024 lediglich 200 Syrerinnen und Syrer Österreich in Richtung ihrer Heimat.
Mittlerweile hat sich auch die Chance für Syrer, hierzulande Asyl zu erhalten deutlich reduziert. Die Anerkennungsquote heuer lag bei nur 25 Prozent. Zum Vergleich: Personen aus Afghanistan erhielten zu 68 Prozent Asyl, Iraner zu 56 Prozent. Auch Somalier und Iraker hatten höhere Erfolgschancen als Syrer. Insgesamt gab es heuer 916 positiv beschiedene Anträge, 928 Mal wurde subsidiärer Schutz zuerkannt.
Nur 67 Anträge von Iranern
Die Eskalation im Nahen Osten bzw. in der Golf-Region nach den Angriffen der USA und Israels auf den Iran und den darauf folgenden Attacken Teherans in der Region hat indes noch keinerlei Einfluss auf Österreichs Asyl-System. Im Jänner und Februar kamen gesamt 67 Anträge von Iranern ein. Überhaupt nur zwei Libanesen stellten 2026 hierzulande ein Ansuchen.
Der Rückgang bei den Asyl-Zahlen hat auch zu einer Entspannung in der Grundversorgung geführt, in der nur noch 8.600 Asylwerber betreut werden. Wie das Innenministerium betont, ist das der niedrigste Wert seit 20 Jahren. Insgesamt sind die Zahlen mit 51.100 freilich weiter recht hoch, was an den Vertriebenen aus der Ukraine liegt. Doch auch dieser Wert sinkt stetig. Anfang 2025 wurden noch mehr als 52.800 Personen grundversorgt.
(APA/JuF)