Iran-Krieg spitzt sich zu

USA mit Angriffswelle 9

(20.07.2026) Die Lage im Nahen Osten bleibt hochgefährlich. In der neunten Nacht in Folge haben die USA Ziele im Iran bombardiert. Gleichzeitig reagierte Teheran mit neuen Angriffen auf US-Verbündete in der Golfregion. Die gegenseitigen Militärschläge schüren international die Sorge, dass sich der Konflikt zu einem großflächigen Krieg ausweiten könnte.

USA bombardieren erneut militärische Ziele im Iran

Nach Angaben des US-Regionalkommandos CENTCOM richteten sich die jüngsten Luftangriffe gegen militärische Einrichtungen im Iran. Ziel waren unter anderem Kommandozentralen, Luftabwehrstellungen, Küstenüberwachungssysteme, Raketen- und Drohnenstellungen sowie Kommunikationsanlagen.

Iranische Medien berichteten von Explosionen in mehreren Landesteilen. Laut der Nachrichtenagentur AFP kam dabei im Nordwesten des Landes mindestens ein Mensch ums Leben, mehrere weitere wurden verletzt.

Iran greift Kuwait und Bahrain an

Als Reaktion auf die anhaltenden US-Angriffe setzte der Iran seine Vergeltungsschläge gegen Länder mit US-Militärstützpunkten in der Region fort.

In Kuwait meldete das Militär erneut den Abschuss mehrerer iranischer Drohnen. Auch im benachbarten Bahrain heulten in der Nacht mehrfach die Sirenen. Beide Staaten gelten als enge Verbündete der Vereinigten Staaten und beherbergen wichtige US-Militärbasen.

Trump: "Wir haben den Iran wieder hart getroffen"

US-Präsident Donald Trump verteidigte die jüngsten Angriffe nach seiner Rückkehr vom Fußball-WM-Finale. Die Militärschläge seien eine Reaktion auf den Tod mehrerer US-Soldaten und sollten verhindern, dass der Iran Atomwaffen entwickelt.

Trump erklärte, der Iran habe militärisch "fast alles verloren". Nach seiner Darstellung verfüge das Land nur noch über wenige Raketen und Drohnen.

US-Medien berichten unterdessen, dass im Weißen Haus weitere militärische Optionen geprüft werden.

Weitere US-Kampfjets auf dem Weg in den Nahen Osten

Nach Informationen des Wall Street Journal und der New York Times verstärken die USA ihre Militärpräsenz in der Region.

Geplant ist unter anderem die Verlegung von:

  • F-16-Kampfflugzeugen vom US-Stützpunkt Spangdahlem in Deutschland
  • F-35-Kampfjets vom britischen Luftwaffenstützpunkt RAF Lakenheath
  • zusätzlichen Tankflugzeugen zur Unterstützung weiterer Einsätze

Die Verlegung war den Berichten zufolge bereits vor den jüngsten iranischen Angriffen beschlossen worden.

Straße von Hormuz bleibt Krisenherd

Besonders angespannt bleibt die Lage in der Straße von Hormuz. Die Meerenge zählt zu den wichtigsten Transportwegen für Erdöl, Flüssiggas und Düngemittel weltweit.

Die britische Schifffahrtsorganisation UKMTO berichtete, dass vor der Küste Omans ein Handelsschiff von einem bislang unbekannten Geschoss getroffen wurde und in Brand geriet.

Die iranischen Revolutionsgarden meldeten zudem, zwei Öltanker seien auf einer aus ihrer Sicht "unsicheren Route" explodiert und manövrierunfähig geworden. Unabhängig überprüfen ließen sich diese Angaben zunächst nicht.

Die Zwischenfälle sorgten an den Rohstoffmärkten erneut für Nervosität. Der Preis für ein Barrel Brent-Rohöl stieg zwischenzeitlich wieder über die Marke von 90 US-Dollar.

Sorge um zivile Infrastruktur wächst

Der Konflikt erfasst inzwischen zunehmend auch zivile Einrichtungen. Nach Angaben der Regierung in Kuwait wurde eine Entsalzungsanlage bereits den zweiten Tag in Folge angegriffen. Solche Anlagen sind für die Trinkwasserversorgung von Millionen Menschen in den Golfstaaten unverzichtbar.

Der Iran hatte zuvor den USA vorgeworfen, eine eigene Energieanlage bombardiert zu haben, und wiederholt Vergeltung gegen entsprechende Infrastruktur in der Region angedroht.

Hoffnung auf diplomatische Lösung bleibt

Trotz der eskalierenden Kämpfe schließen beide Seiten diplomatische Gespräche weiterhin nicht aus.

US-Außenminister Marco Rubio erklärte, die Vereinigten Staaten seien grundsätzlich zu einer Verhandlungslösung bereit. Voraussetzung sei jedoch, dass der Iran seine Angriffe auf die internationale Schifffahrt in der Straße von Hormuz einstelle.

Auch aus Teheran kamen Signale, dass über Vermittler neue Vorschläge für eine Wiederaufnahme von Gesprächen eingegangen seien. Ob daraus konkrete Verhandlungen entstehen, ist derzeit jedoch völlig offen.

Zahl getöteter US-Soldaten steigt

Unterdessen meldete das US-Militär einen weiteren Todesfall. Ein US-Soldat kam im Nordirak bei der kontrollierten Sprengung einer zuvor abgeschossenen iranischen Drohne ums Leben.

Damit steigt die offiziell bestätigte Zahl der im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg getöteten US-Soldaten inzwischen auf 17. Die Sorge vor einer weiteren Eskalation des Konflikts bleibt entsprechend groß.

(fd/apa)

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