Operation MEDUSA

Österreich nicht dabei

(21.07.2026) Die internationale Operation „MEDUSA“ ermittelt gegen Vergewaltigungsnetzwerke. Auf Online-Seiten und in Chats tauschen sich Männer darüber aus, wie sie am besten Frauen in ihrem Umfeld betäuben und vergewaltigen. Viele davon nehmen die Handlungen dann auf und teilen sie im Netz. Österreich beteiligt sich nicht an diesen Ermittlungen. Jetzt wird die Kritik daran lauter.

Erst im Juni konnte „MEDUSA“ 156 Opfer und Täter des Vergewaltigungsnetzwerkes endgültig identifizieren. An der Operation nehmen neun Staaten teil, wobei Deutschland und Großbritannien sie leiten. Ausgang war eine jahrelange Recherche von zwei Journalistinnen des Norddeutschen Rundfunks. Sie sind auf das Netzwerk gestoßen und undercover eingestiegen.

Dass Österreich sich jetzt nicht an den Ermittlungen beteiligt, stößt vor allem bei den Grünen bitter auf. Ihre Frauensprecherin Mari Disoski fordert nicht nur die Beteiligung, sondern auch ein Gesetz gegen den Besitz von Videomaterial von Vergewaltigungen. Ein Sprecher des Bundeskriminalamts erwidert, dass „MEDUSA“ auf der Grundlage eines Datensatzes arbeite, in dem es keinen Bezug zu Österreich gäbe. Er schließt aber eine Teilnahme in der Zukunft nicht aus.

Dabei gibt es auch in Österreich Fälle, die in Verbindung mit dem Vergewaltigungsnetzwerk stehen. Erst letztes Jahr wurde ein Mann rechtskräftig zu sieben Jahren Haft verurteilt. Er hat seine Lebensgefährtin über viele Jahre hinweg betäubt, vergewaltigt und gefilmt. Die Frau hat das bis zu seiner Verhaftung nicht bemerkt.

Frauensprecherin Disoski betont, dass es wichtig ist, Frauen auf das Thema aufmerksam zu machen. Bei Verdacht gibt es zahlreiche Hilfsstellen wie die Frauenhelpline (anonym und kostenlos unter 0800 222 555) oder die Gewaltschutzzentren (anonym und kostenlos unter 0800 700 217).

(LP)

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