Judo-WM: Silber für Österreich!
Michaela Polleres Vizeweltmeister!
(08.10.2026) Großer Erfolg für Österreich bei der Judo-Weltmeisterschaft in Baku! Michaela Polleres hat sich in der Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm die Silbermedaille gesichert. Die 29-jährige Niederösterreicherin kämpfte sich am Donnerstag (8. Oktober) mit fünf Siegen bis ins Finale vor. Dort musste sie sich der Spanierin Ai Tsunoda Roustant erst in der Verlängerung geschlagen geben. Für die zweifache Olympia-Medaillengewinnerin ist es bereits die fünfte Medaille bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften – und ein beeindruckender Erfolg nach ihrer langen Wettkampfpause.
Fünf Siege bringen Polleres ins WM-Finale
Bei der Judo-WM 2026 in Baku (Aserbaidschan) präsentierte sich Michaela Polleres von Beginn an in starker Form. Die Athletin des JC Wimpassing besiegte zunächst die US-Amerikanerin Melissa Myers und setzte sich anschließend gegen die als Nummer zwei gesetzte Australierin Aoife Coughlan durch.
Auch die Südkoreanerin Lee Yerang und die Russin Madina Taimasowa konnten Polleres nicht stoppen. Im Halbfinale traf sie auf die Deutsche Giovanna Scoccimarro, gegen die sie bei der Weltmeisterschaft 2023 in Doha noch verloren hatte. Diesmal behielt die Niederösterreicherin die Oberhand und zog mit ihrem fünften Sieg souverän ins Finale ein.
Bittere Entscheidung – dritte Strafe kostet WM-Gold
Im Kampf um die Goldmedaille wartete mit Ai Tsunoda Roustant aus Spanien eine starke Gegnerin. Beide Judoka lieferten sich ein ausgeglichenes Duell, in dem während der regulären Kampfzeit keine technische Wertung gelang.
Die Entscheidung fiel schließlich im sogenannten Golden Score, der Verlängerung im Judo. Nach 3:20 Minuten zusätzlicher Kampfzeit erhielt Polleres ihre dritte Verwarnung (Shido). Damit war der Kampf entschieden und die Spanierin durfte über den Weltmeistertitel jubeln.
Für Österreich war es dennoch ein historischer Erfolg. Polleres gewann die erste österreichische WM-Silbermedaille im Judo seit Ludwig Paischer im Jahr 2005. Auf den ersten österreichischen Weltmeistertitel seit Peter Seisenbacher 1985 muss das heimische Judo-Team dagegen weiter warten.
Sensationelles Comeback nach 500 Tagen Pause
Besonders bemerkenswert ist die Silbermedaille angesichts der sportlichen Vorgeschichte von Michaela Polleres. Nach den Olympischen Spielen 2024 in Paris, bei denen sie Bronze gewann, hatte sich die Niederösterreicherin vorübergehend aus dem Leistungssport zurückgezogen. Insgesamt 500 Tage lang legte sie eine Wettkampfpause ein, bevor sie im Dezember 2025 mit neuer Motivation zurückkehrte.
Dass sie wieder zur Weltspitze gehört, zeigte Polleres bereits in den vergangenen Monaten. Im Mai 2026 belegte sie beim Grand Slam in Duschanbe den zweiten Platz, im September folgte Bronze beim Grand Slam in Budapest. Außerdem gewann sie im März den Heim-Grand-Prix in Linz.
Bereits fünf Medaillen bei Olympia und Weltmeisterschaften
Mit WM-Silber in Baku erweitert Michaela Polleres ihre beeindruckende Erfolgsbilanz. Die 29-Jährige gehört damit endgültig zu den erfolgreichsten österreichischen Judoka der vergangenen Jahre.
Ihre größten Erfolge im Überblick:
- Olympia-Silber 2021 in Tokio
- WM-Bronze 2021 in Budapest
- WM-Bronze 2023 in Doha
- Olympia-Bronze 2024 in Paris
- WM-Silber 2026 in Baku
Auch wenn der ganz große Triumph knapp ausblieb, ist die Silbermedaille ein starkes Zeichen für Österreichs Judo-Sport. Nach ihrer langen Pause hat sich Michaela Polleres eindrucksvoll an der Weltspitze zurückgemeldet und Österreich bei der WM in Baku die ersehnte Medaille beschert.
(fd/apa)