Umfrage-Schock für SPÖ

Nur noch 12 Prozent

(08.10.2026) Die SPÖ stürzt in Österreich auf einen historischen Tiefstand ab. Nach dem angekündigten Rückzug von Parteichef und Vizekanzler Andreas Babler verlieren die Sozialdemokraten in einer aktuellen Umfrage weiter an Zustimmung. Nur noch 12 Prozent würden derzeit die SPÖ wählen. Damit liegt die einstige Großpartei sogar hinter den Grünen. Klarer Gewinner bleibt die FPÖ mit 39 Prozent, während auch die Diskussion über mögliche Neuwahlen wieder an Fahrt gewinnt.

SPÖ nur noch auf Platz vier – FPÖ mit riesigem Vorsprung

Die am Donnerstag (8. Oktober) veröffentlichte OGM-Umfrage für ServusTV zeigt eine dramatische Verschiebung der politischen Kräfteverhältnisse in Österreich. Wäre am kommenden Sonntag Nationalratswahl, würde die FPÖ mit 39 Prozent klar auf dem ersten Platz landen. Die ÖVP folgt mit deutlichem Abstand, während die Grünen die SPÖ überholt haben.

Die aktuellen Umfragewerte im Überblick:

  • FPÖ: 39 Prozent
  • ÖVP: 21 Prozent
  • Grüne: 15 Prozent
  • SPÖ: 12 Prozent
  • NEOS: 7 Prozent

Für die SPÖ bedeutet das einen historischen Tiefpunkt. Seit der Nationalratswahl 2017, bei der die Partei noch rund 27 Prozent erreichte, hat sie mehr als die Hälfte ihrer damaligen Wählerunterstützung eingebüßt. Besonders brisant: Die Grünen liegen mittlerweile drei Prozentpunkte vor den Sozialdemokraten. Die Umfragewerte sind allerdings eine Momentaufnahme und keine Wahlprognose.

Mehrheit will sofortigen Rücktritt von Andreas Babler

Auch der angekündigte schrittweise Rückzug von SPÖ-Chef Andreas Babler stößt bei vielen Österreichern auf Kritik. Laut der Umfrage bevorzugen rund zwei Drittel der Befragten einen sofortigen Rücktritt. Nur etwa ein Viertel hält einen geordneten Übergang bis 2027 für sinnvoll.

Babler hatte nach massiven parteiinternen Auseinandersetzungen angekündigt, sowohl den SPÖ-Parteivorsitz als auch das Amt des Vizekanzlers abzugeben. Bis Jahresende will er jedoch im Amt bleiben und den Machtwechsel begleiten. Dass er danach möglicherweise weiterhin als Medienminister tätig sein möchte, sorgt innerhalb der Partei zusätzlich für Diskussionen.

Markus Marterbauer soll 2027 Vizekanzler werden

Als möglicher Nachfolger steht Finanzminister Markus Marterbauer im Mittelpunkt. Er soll Anfang 2027 das Amt des Vizekanzlers übernehmen und könnte auch neuer SPÖ-Bundesparteivorsitzender werden. Voraussetzung dafür ist allerdings sein Gesundheitszustand. Marterbauer befindet sich wegen einer Krebserkrankung in Behandlung.

Bis zur endgültigen Entscheidung sollen Frauen- und Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner sowie SPÖ-Klubobmann Philip Kucher die Partei geschäftsführend unterstützen und den Übergang organisieren. Die entsprechenden Beschlüsse sollen am Donnerstag in den Parteigremien formalisiert werden.

Wann die endgültige Wahl eines neuen Parteivorsitzenden stattfindet, ist noch offen. Ein Sonderparteitag im Frühjahr 2027 gilt als wahrscheinlich. Sollte Marterbauer nicht zur Verfügung stehen, könnten mehrere Kandidaten antreten und eine Mitgliederbefragung notwendig werden.

Gerhard Zeiler löste Machtkampf innerhalb der SPÖ aus

Ausgangspunkt der jüngsten Führungskrise war die öffentliche Bewerbung von Medienmanager Gerhard Zeiler um den SPÖ-Vorsitz. Er hatte erklärt, die Sozialdemokratie aus ihrem historischen Tief führen zu wollen. Seine Initiative verschärfte die bereits seit Monaten anhaltenden Spannungen zwischen der Bundesparteiführung und mehreren Landesorganisationen.

Babler war es während seiner Amtszeit nicht gelungen, die unterschiedlichen Strömungen innerhalb der SPÖ dauerhaft zu einen. Die schwachen Umfragewerte und die öffentlichen Personaldebatten verstärkten schließlich den Druck auf den Parteichef.

Grüne üben scharfe Kritik – vier von zehn wollen Neuwahlen

Die Grünen reagieren auf ihren dritten Platz in der aktuellen Umfrage mit deutlicher Kritik an der Regierungsarbeit. Die stellvertretende Klubobfrau Sigrid Maurer wirft insbesondere SPÖ und ÖVP vor, mit ihren politischen Aufgaben überfordert zu sein. Die Sozialdemokraten würden sich seit Wochen hauptsächlich mit sich selbst beschäftigen, anstatt Lösungen für die Bevölkerung zu liefern.

Gleichzeitig wächst der Wunsch nach einer vorgezogenen Nationalratswahl in Österreich. Rund 40 Prozent der Befragten sprechen sich für Neuwahlen aus, während eine knappe Mehrheit von 52 Prozent dagegen ist. Regulär würde die nächste Nationalratswahl erst 2029 stattfinden.

Für die SPÖ wird die Situation damit zunehmend schwieriger. Während die FPÖ ihren deutlichen Vorsprung behauptet und die Grünen an den Sozialdemokraten vorbeiziehen, muss die SPÖ gleichzeitig eine neue Parteiführung finden und verlorenes Vertrauen zurückgewinnen.

(fd/krone)

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