KI erleichtert Diabetes-Alltag

Individuelle Informationen

(02.04.2026) Die Diagnose „Diabetes mellitus“ trifft viele Menschen unvorbereitet und hinterlässt oft, aufgrund der zahlreichen Informationen, ein Gefühl der Überforderung. Ein neues, interaktives System aus Graz passt sich individuell an die Bedürfnisse der Betroffenen an und vermittelt medizinisches Wissen verständlich und praxisnah. So soll die Krankheit besser verstanden und der Alltag mit Diabetes leichter bewältigt werden.

Nach einer Diabetes-Diagnose tauchen häufig zahlreiche Fragen auf, viele erst, nachdem der erste Schock überwunden ist. Zwar existieren zahlreiche Broschüren und Online-Angebote, doch diese sind meist statisch und gehen kaum auf die persönlichen Bedürfnisse der Patienten ein. Um diese Lücke zu schließen, haben Fachleute der TU Graz, der Uni Graz und der Med Uni Graz gemeinsam eine Lösung entwickelt: Ein interaktives System, das Informationen, durch KI, maßgeschneidert aufbereitet.

Jeder fünfte Erwachsene leidet an Vorstufe

In Österreich nimmt das Thema immer mehr an Bedeutung an. Daten aus Gesundenuntersuchungen zeigen, dass jeder fünfte Erwachsene, sprich 20 Prozent, von einer Vorstufe der Zuckerkrankheit betroffen sind, während rund drei Prozent an bisher unerkannter Zuckerkrankheit leiden. Der Weg von der Diagnose bis hin zur erfolgreichen Integration der Therapie in das tägliche Leben ist für viele eine große Hürde und Umstellung. Oft scheitert eine stabile Einstellung des Blutzuckerspiegels nicht am Willen, sondern an unklarer oder schlicht zu komplexer Kommunikation und Information. Das Ziel des Grazer Experten-Teams war es daher, wissenschaftlich fundierte Fakten so aufzubereiten, dass sie zum jeweiligen Wissensstand der Betroffenen passen.

Maßgeschneiderte Informationen

Das neue System, A+CHIS (Adaptive Consumer Health Information System), soll dies nun möglich machen. Je nachdem, wie tief eine Person in das Thema eindringen möchte oder kann, variiert die Darstellung der Inhalte. Die Bandbreite der Aufbereitung reicht dabei von simplen Schlagwortwolken für den schnellen Überblick bis hin zu detaillierten Infografiken und komplexen Fachtexten für Nutzer, die sich intensiv mit den medizinischen Hintergründen auseinandersetzen wollen.

Technik hinter A+CHIS

Die Technik dahinter ist ein sogenanntes multidimensional adaptives System. Es wertet anonymisierte Interaktionsdaten wie Mausbewegungen oder Scrollverhalten aus, erkennt Überforderung und passt die Darstellung dynamisch an. In einer Studie mit 250 Teilnehmenden konnte das Team zeigen, dass sich so zuverlässig feststellen lässt, wann Informationen als zu komplex wahrgenommen werden.

Durch den Einsatz von Large Language Models fungiert die Plattform als interaktiver Gesprächspartner. Dabei geht das System aktiv gegen psychologische Stolperfallen vor, wie etwa den Bestätigungsfehler, bei dem Nutzer nur nach Fakten suchen, die ihre eigene Meinung untermauern. Damit die Qualität der Beratung gesichert bleibt, nutzt das System ausschließlich Daten, die von der Med Uni Graz verifiziert wurden. Damit wird das Risiko von KI-typischen „Halluzinationen“, also erfundenen Informationen, ausgeschlossen.

System nicht nur für Diabetes

Obwohl A+CHIS zunächst für Diabetes-Patienten konzipiert wurde, lässt sich die Technologie laut Schreck auf vielfältige medizinische Themen ausweiten. Die Projektergebnisse sind als Open-Source-Code für die Allgemeinheit zugänglich. Bereits in diesem Frühjahr geht die Forschung in die nächste Phase. Ein Citizen-Science-Projekt soll weiter untersuchen, wie verlässliche Gesundheitsinformationen am effektivsten vermittelt werden können.

(apa/mk)

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