Massenüberwachung für Autos?

Kritik an neuem EU-Gesetz

(22.05.2026) Ein neues Gesetzespaket der Europäischen Union sorgt derzeit für heftige Diskussionen in Österreich und Deutschland. Kritiker sprechen sogar von einer drohenden „Massenüberwachung von Autofahrern“. Hintergrund sind geplante Änderungen bei der technischen Fahrzeugüberprüfung im Rahmen der sogenannten „EU-Roadworthiness Packages“. Besonders FPÖ-Politiker schlagen Alarm und warnen vor einem massiven Eingriff in die Privatsphäre von Autofahrern. Wie die „Krone“ berichtet, stimmten Vertreter von ÖVP, SPÖ, Grünen, Liberalen und damit auch die NEOS im zuständigen EU-Verkehrsausschuss für die Pläne. Die FPÖ sprach hingegen von einer „Autofahrer-Schikane“.

Neue Überwachungstechnik auf Europas Straßen geplant

Kernpunkt der neuen EU-Regelung ist laut „Krone“ die Einführung sogenannter „Remote-Sensing-Technologien“. Dabei handelt es sich um digitale Messanlagen, die künftig direkt auf Straßen oder Autobahnen Abgaswerte vorbeifahrender Fahrzeuge analysieren sollen.

Geplante Funktionen der neuen Systeme

  • Messung von Abgaswerten während der Fahrt
  • Automatische Erkennung von Fahrzeugen per Kennzeichen
  • Speicherung technischer Fahrzeugdaten
  • Möglichkeit zur direkten Vorladung in Werkstätten bei Überschreitung von Grenzwerten

Kritiker sehen darin eine Form permanenter Kontrolle des Straßenverkehrs. Besonders die automatische Erfassung von Kennzeichen sorgt für Diskussionen rund um Datenschutz und Privatsphäre.

Die FPÖ spricht deshalb von einer „kompletten technischen Überwachung europäischer Autofahrer“. Der freiheitliche EU-Abgeordnete Roman Haider sagte gegenüber der „Krone“:

„Wir können unsere Grenzen nicht schützen, haben aber keine Probleme, Autos in Echtzeit zu überwachen, Halter zu identifizieren und in die Werkstatt zu zitieren.“

Auch veraltete Navi-Karten könnten problematisch werden

Für zusätzliche Aufregung sorgt ein weiterer Punkt des Gesetzespakets: Veraltete Navigationskarten könnten künftig als „grober Mangel“ („Major defect“) eingestuft werden.

Das würde bedeuten:

  • Fahrzeuge könnten beim Pickerl Probleme bekommen
  • Autofahrer müssten regelmäßig kostenpflichtige Navi-Updates kaufen
  • Hersteller könnten stärker an Software-Updates verdienen

Vor allem Besitzer älterer Fahrzeuge könnten dadurch finanziell belastet werden.

EU begründet Maßnahmen mit Verkehrssicherheit und Klimazielen

Die Europäische Union argumentiert bei den geplanten Änderungen mit mehr Verkehrssicherheit und strengeren Umweltstandards. Ziel sei es, schädliche Emissionen schneller zu erkennen und defekte Fahrzeuge rascher aus dem Verkehr zu ziehen.

Außerdem stehen die Maßnahmen im Zusammenhang mit den europäischen Klimazielen des „Green Deal“. Die EU will langfristig Emissionen im Verkehr deutlich reduzieren und die Elektromobilität stärker forcieren.

Experten zweifeln an Nutzen der Maßnahmen

Kritiker werfen Brüssel allerdings vor, unter dem Deckmantel der Verkehrssicherheit eine umfassende Kontrolle des Straßenverkehrs aufzubauen. Dabei wird auch auf Zahlen des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages verwiesen. Demnach seien technische Mängel bei Unfällen mit Personenschaden in Deutschland nur in rund 0,5 bis 0,6 Prozent der Fälle die Ursache. Viele Gegner der Pläne halten den Nutzen der Maßnahmen daher für unverhältnismäßig.

Österreichische Politik gespalten

Während FPÖ und Teile konservativer Kritiker massiv gegen die neuen EU-Regeln auftreten, unterstützen Parteien wie ÖVP, SPÖ, Grüne und NEOS grundsätzlich strengere technische Kontrollen.

Besonders brisant: In Österreich hatte NEOS-Staatssekretär Sepp Schellhorn zuletzt noch angekündigt, die Fristen für das Auto-Pickerl vereinfachen zu wollen. Nun sorgt die Zustimmung der Liberalen im EU-Ausschuss für politische Diskussionen.

Gesetz noch nicht beschlossen

Fix beschlossen ist das neue EU-Gesetz derzeit noch nicht. Nach der Abstimmung im Verkehrsausschuss folgen nun sogenannte Trilog-Verhandlungen zwischen EU-Parlament, EU-Kommission und den Mitgliedstaaten.

Erst danach könnte das Gesetz endgültig verabschiedet werden. Trotzdem sorgt die Debatte bereits jetzt europaweit für heftige Diskussionen über Datenschutz, Klimapolitik und die Zukunft des Autofahrens.

(fd/krone)

Sonne, Sommer-Feeling

Vereinzelt Gewitter zu Pfingsten

Pfingsten 2026

Die Stau-hot-Spots

Sparpläne der Regierung

ÖBB, AMS und Universitäten

Schwerer Unfall am Spielplatz

Wien: Bub (1) in Lebensgefahr

Lignano wieder party-hotspot

Tutto Gas zu Pfingsten

Bundesheer: Kein Zopf-Verbot

Haarlänge neu geregelt

USA: Hinrichtung abgebrochen

Vene nicht gefunden

Mordanklage gegen 14-Jährige

Wien: Frau auf Friedhof getötet