Mordprozess um Fabian (8)

Vater gerät ins Visier der Justiz

(13.05.2026) Im Mordprozess um den getöteten achtjährigen Fabian aus Mecklenburg-Vorpommern gibt es eine dramatische Wendung: Die Staatsanwaltschaft Rostock ermittelt inzwischen gegen den Vater des Kindes wegen des Verdachts der Falschaussage.

Der 35-Jährige war an mehreren Verhandlungstagen intensiv als Zeuge befragt worden. Dabei soll er laut Staatsanwaltschaft Aussagen gemacht haben, die erheblich von früheren Angaben bei Polizei und Ermittlern abweichen.

„Es sei wenig nachvollziehbar, wie ein Zeuge seine Aussage derart ändern könne“, erklärte Oberstaatsanwalt Harald Nowack vor Gericht.

Angeklagte soll Fabian brutal getötet haben

Seit Ende April läuft vor dem Landgericht Rostock der Mordprozess gegen Gina H. (30). Die Frau soll den achtjährigen Fabian im Oktober 2025 getötet haben.

Laut Anklage lockte sie den Buben aus der Wohnung seiner Mutter in Güstrow und fuhr mit ihm in ein abgelegenes Gebiet bei Klein Upahl. Dort soll sie mehrfach mit einem Messer auf das Kind eingestochen haben. Selbst das Herz des Jungen wurde laut Ermittlern getroffen.

Besonders grausam: Um Spuren zu vernichten, soll die Angeklagte später zum Tatort zurückgekehrt sein und Fabians Leiche mit Grillanzünder verbrannt haben.

Die 30-Jährige schweigt bislang zu den Vorwürfen.

Vater glaubt an Unschuld der Angeklagten

Für großes Unverständnis sorgt vor allem das Verhalten von Fabians Vater Matthias R. (35). Obwohl die Staatsanwaltschaft schwere Vorwürfe gegen Gina H. erhebt, stellte er sich im Prozess demonstrativ hinter die Angeklagte.

„Ich glaub’ an ihre Unschuld“, sagte der Vater vor Gericht.

Besonders brisant: Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sollen der Vater und die Angeklagte inzwischen wieder ein Paar sein – obwohl Gina H. seit November 2025 in Untersuchungshaft sitzt.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Angeklagte massiv auf ihn eingewirkt habe. Laut Staatsanwaltschaft sei der Vater mittlerweile nicht mehr an einer objektiven Wahrheitsfindung interessiert.

Richter flehte Vater im Gerichtssaal an

Während der Vernehmung kam es im Gerichtssaal offenbar zu emotionalen Szenen. Weil der Vater immer wieder ausweichend antwortete und Erinnerungslücken geltend machte, verlor selbst der Vorsitzende Richter zunehmend die Geduld.

„Helfen Sie doch einfach! Ich flehe Sie fast an. Das ist Ihr Sohn, nicht meiner“, sagte Richter Holger Schütt laut Prozessberichten.

Immer wieder soll der Vater versucht haben, die Angeklagte zu entlasten oder Aussagen abzuschwächen.

Vater wusste nicht mehr, wann Fabian beerdigt wurde

Besonders erschütternd wirkte auf viele Prozessbeobachter ein Detail aus der Befragung: Der Vater konnte laut Gericht nicht einmal sagen, an welchem Tag sein eigener Sohn beerdigt wurde.

Auch die Trauerrede soll laut Aktenlage nicht von ihm selbst formuliert worden sein. Nach Angaben der Nebenklage habe Gina H. die Rede mithilfe künstlicher Intelligenz vorbereitet.

Die Anwältin von Fabians Mutter sprach von massiver Manipulation.

„Die höchste Stufe der Manipulation ist erreicht, wenn der Manipulierte nicht einmal merkt, was mit ihm geschieht“, erklärte Rechtsanwältin Christine Habetha.

Freunde und Lehrerin sagen vor Gericht aus

Am vierten Verhandlungstag sagten unter anderem die besten Freunde des getöteten Jungen sowie seine Klassenlehrerin aus. Zum Schutz der Kinder erfolgten die Aussagen per Videoschalte.

Ein Freund könnte laut Ermittlern zuletzt noch am Abend vor Fabians Verschwinden mit ihm telefoniert haben.

Außerdem wurde ein Zeuge geladen, der den auffälligen orangefarbenen Pick-up der Angeklagten nahe dem mutmaßlichen Tatort gesehen haben soll.

Prozess dauert deutlich länger als geplant

Der Mordprozess entwickelt sich zunehmend zu einem der aufsehenerregendsten Kriminalfälle Deutschlands. Ursprünglich waren Verhandlungstage bis Anfang Juli angesetzt. Wegen der komplexen Aussagen und neuer Entwicklungen kündigte das Gericht inzwischen zusätzliche Prozesstage an.

Noch sind zahlreiche Zeugen geladen. Gleichzeitig rückt nun auch die Rolle von Fabians Vater immer stärker in den Fokus der Ermittlungen.

(fd)

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