Oktober verlängert Trockenheit

40 Prozent weniger Niederschlag

(02.11.2026) Der Oktober 2026 hat die extreme Trockenheit in Österreich weiter verschärft. Gleichzeitig war der Monat deutlich wärmer und sonniger als im langjährigen Durchschnitt. Laut GeoSphere Austria fehlen seit Jahresbeginn bereits rund 30 Prozent des üblichen Niederschlags. Sollte sich daran bis Jahresende wenig ändern, könnte 2026 sogar als trockenstes Jahr der Messgeschichte enden.

320 Liter Regen pro Quadratmeter fehlen

Im österreichweiten Flächenmittel fiel im Oktober rund 40 Prozent weniger Niederschlag als im Klimamittel. Seit 1. Jänner summiert sich das Defizit laut GeoSphere auf etwa 320 Millimeter beziehungsweise Liter pro Quadratmeter.

Besonders trocken war es in Teilen Kärntens, der Steiermark, im Burgenland, in Wien und in Niederösterreich. Regional fehlten im Oktober 50 bis 70 Prozent des üblichen Regens, zwischen Koralpe und südlichem Wiener Becken sogar bis zu 85 Prozent.

2026 unter den trockensten Jahren seit Messbeginn

Die außergewöhnliche Trockenheit zieht sich bereits durch das gesamte Jahr. Schon der Frühling 2026 war laut GeoSphere der niederschlagsärmste seit Beginn der entsprechenden Messreihe, im Sommer folgten extreme Hitze und weitere Niederschlagsdefizite.

Selbst ein nasser November und Dezember können die Jahresbilanz nur noch teilweise verbessern. Bei durchschnittlichen Niederschlägen in den letzten beiden Monaten würde 2026 jedenfalls zu den drei trockensten Jahren der österreichischen Messgeschichte zählen.

Wärme verschärft Wassermangel zusätzlich

Problematisch ist dabei nicht nur der fehlende Regen. Hohe Temperaturen führen dazu, dass mehr Wasser aus Böden und Pflanzen verdunstet. Deshalb kann ein warmes und trockenes Jahr wie 2026 stärkere Auswirkungen haben als ähnlich niederschlagsarme, aber kühlere Jahre in der Vergangenheit.

Bereits im Sommer bezeichnete GeoSphere die Entwicklung der klimatischen Wasserbilanz als außergewöhnlich: Die vergangenen zwölf Monate waren zeitweise die trockenste vergleichbare Periode seit Beginn der Aufzeichnungen.

Oktober war um ein Grad zu warm

Auch temperaturmäßig lag der Oktober deutlich über dem Normalwert. Im Vergleich zum Klimamittel 1991 bis 2020 war der Monat österreichweit rund 1,0 Grad wärmer.

Insgesamt wurden sieben Sommertage mit mindestens 25 Grad registriert. Im langjährigen Mittel sind es im Oktober lediglich drei. Der höchste Wert wurde am 1. Oktober mit 27,8 Grad in Wieselburg in Niederösterreich gemessen.

Damit war der Oktober 2026 im Tiefland wärmer als rund 90 Prozent aller Oktober der rund 260-jährigen Messgeschichte.

18 Prozent mehr Sonnenschein

Auch die Sonne zeigte sich ungewöhnlich häufig. Österreichweit gab es im Oktober rund 18 Prozent mehr Sonnenstunden als in einem durchschnittlichen Oktober.

Besonders sonnig war es im Norden und Osten. In Teilen des Wald- und Weinviertels wurden sogar 50 bis 70 Prozent mehr Sonnenstunden als üblich verzeichnet.

Auch im Hochgebirge fehlt Schnee

Die Kombination aus Wärme und Trockenheit machte sich selbst im Hochgebirge bemerkbar. Am Sonnblick-Observatorium auf rund 3100 Metern wurden im Oktober nur etwa 90 Zentimeter Neuschnee registriert. Normal wären rund 154 Zentimeter.

Damit geht Österreich mit einem erheblichen Wasserdefizit in den Winter. Entscheidend wird nun, wie viel Regen und Schnee im November und Dezember fällt – am grundlegenden Befund ändert das jedoch wenig: 2026 gehört bereits jetzt zu den außergewöhnlichsten Trockenjahren Österreichs.

(fd/apa)

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