Techno-Szene trauert

DJ'S: Atkins und Fisher tot

(02.11.2026) Die internationale Club- und Dance-Szene hat innerhalb weniger Tage zwei ihrer prägenden Musiker verloren. Detroit-Techno-Pionier Juan Atkins ist im Alter von 64 Jahren gestorben. Nur wenige Tage zuvor war der amerikanische House-DJ und Produzent Cevin Fisher im Alter von 63 Jahren nach einer kurzen Krebserkrankung verstorben. Beide Künstler prägten auf unterschiedliche Weise die Entwicklung elektronischer Tanzmusik über Jahrzehnte hinweg.

Juan Atkins vor Auftritt in Mexiko-Stadt leblos aufgefunden

Juan Atkins sollte am 31. Oktober im YuYu Cine Club in Mexiko-Stadt auftreten. Dazu kam es nicht mehr. Nach Angaben seines Managements wurde der Musiker regungslos in seinem Hotelzimmer gefunden und anschließend in ein Krankenhaus gebracht, wo er für tot erklärt wurde.

Atkins wurde 64 Jahre alt. Eine offiziell bestätigte Todesursache liegt bislang nicht vor. Berichte über einen möglichen Herzinfarkt wurden von seinem Management bisher nicht als endgültige Todesursache bestätigt.

Einer der wichtigsten Wegbereiter des Detroit Techno

Juan Atkins gilt als eine der Schlüsselfiguren bei der Entstehung des Detroit Techno. Gemeinsam mit Derrick May und Kevin Saunderson bildete er die später als „Belleville Three“ bekannt gewordene Gruppe von Musikern, die den futuristischen elektronischen Sound Detroits entscheidend mitentwickelte.

Bereits Anfang der 1980er-Jahre gründete Atkins mit Richard Davis das Projekt Cybotron. Stücke wie „Clear“ verbanden Funk, Synthesizer und Drumcomputer zu einem Sound, der für die damalige Zeit außergewöhnlich futuristisch klang. Später wurde „Clear“ unter anderem für Missy Elliotts Hit „Lose Control“ verwendet.

Mit Model 500 schrieb Atkins Techno-Geschichte

Nach Cybotron gründete Atkins 1985 sein Label Metroplex und veröffentlichte als Model 500 den Klassiker „No UFO’s“. Die Platte gilt bis heute als eines der grundlegenden Werke des Detroit Techno.

Auch die internationale Verbreitung des Begriffs „Techno“ ist eng mit Atkins verbunden. Sein Stück „Techno Music“ erschien 1988 auf der Compilation „Techno! The New Dance Sound of Detroit“ und half dabei, den Begriff weltweit zu etablieren.

Sein langjähriger Weggefährte Kevin Saunderson würdigte Atkins nach dessen Tod als Visionär und erinnerte daran, wie sehr dieser auch seine eigene musikalische Karriere geprägt habe.

Nur drei Tage zuvor starb House-Legende Cevin Fisher

Die Nachricht vom Tod Atkins’ trifft die elektronische Musikszene nur wenige Tage nach einem weiteren schweren Verlust. Am 29. Oktober 2026 starb der amerikanische DJ und Produzent Cevin Fisher im Alter von 63 Jahren.

Fisher, der mit bürgerlichem Namen Kevin Fisher hieß, starb nach Angaben seiner Familie und seines Umfelds nach einer kurzen Krebserkrankung. Sein Tod ereignete sich nur drei Tage nach seinem 63. Geburtstag. Er hinterlässt seine Ehefrau Theresa, Kinder, Stiefkinder und weitere Angehörige.

Cevin Fisher prägte den House-Sound der 1990er

Fisher wurde in East Orange im US-Bundesstaat New Jersey geboren und begann bereits mit 17 Jahren als DJ im legendären Club Zanzibar aufzulegen.

In den folgenden Jahrzehnten entwickelte er sich zu einem international bekannten Vertreter der House-Musik. Zu seinen bekanntesten Tracks gehören „The Freaks Come Out“ und „(You Got Me) Burning Up“. Beide wurden Ende der 1990er-Jahre zu großen Club-Erfolgen.

Noch bevor er mit eigenen Produktionen größere Erfolge feierte, arbeitete Fisher auch an Remixen für Künstler wie Chaka Khan und Quincy Jones. Später veröffentlichte er unter anderem bei einflussreichen House-Labels wie Strictly Rhythm und Nervous Records.

Zwei Pioniere innerhalb weniger Tage verloren

Mit Juan Atkins und Cevin Fisher verliert die Dance-Szene innerhalb weniger Tage zwei Künstler, die unterschiedliche Seiten elektronischer Clubmusik entscheidend geprägt haben.

Atkins steht wie kaum ein anderer für die Entstehung des Detroit Techno in den frühen 1980er-Jahren. Fisher gehörte dagegen zu jener Generation von House-Produzenten und DJs, die den Sound in den 1990er-Jahren auf internationalen Dancefloors weiterentwickelte.

Atkins starb am 1. November 2026 mit 64 Jahren, Fisher bereits am 29. Oktober mit 63 Jahren. Ihre Musik dürfte auf den Dancefloors dennoch weit über ihren Tod hinaus weiterleben.

(fd)

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