Rattengift in Babynahrung
HiPP-Rückruf weitet sich aus
(20.04.2026) Nach dem Fund von Rattengift in einem Babybrei des Herstellers HiPP wächst die Sorge in Österreich weiter. Behörden warnen eindringlich vor dem Verzehr bestimmter Produkte, während ein möglicherweise weiteres manipuliertes Glas noch nicht gefunden wurde.
Giftfund in Eisenstadt: Zweites Glas weiterhin verschwunden
Ausgangspunkt der aktuellen Krise ist ein erschreckender Vorfall im Burgenland: In einem HiPP-Babynahrungsglas wurde Rattengift nachgewiesen. Das Produkt wurde in einem Spar-Markt in Eisenstadt gekauft. Besonders brisant ist, dass ein zweites Glas aus demselben Umfeld weiterhin fehlt und sich möglicherweise noch im Umlauf befindet. Die Polizei sucht intensiv danach und hat die Ermittlungen ausgeweitet. Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen sowie Kindergärten wurden informiert, um im Ernstfall schnell reagieren zu können. Auch angrenzende Regionen und internationale Behörden – etwa in Ungarn, Tschechien und der Slowakei – sind eingebunden.
Ermittlungen wegen Erpressung laufen
Die deutsche Kriminalpolizei in Ingolstadt bestätigte mittlerweile Ermittlungen wegen versuchter Erpressung. Eine entsprechende Täter-E-Mail ist seit dem 16. April bekannt. Insgesamt wurden mehrere manipulierte Gläser in verschiedenen Ländern sichergestellt – alle noch vor dem Verzehr. Ermittler gehen davon aus, dass gezielt einzelne Produkte manipuliert wurden, um Druck auf den Hersteller auszuüben. In Österreich ermittelt die Staatsanwaltschaft Eisenstadt wegen vorsätzlicher Gemeingefährdung.
Handelsketten reagieren: dm und Rewe
Nach dem Gift-Schock haben nun auch große Handelsketten reagiert. Sowohl dm-Österreich als auch die Rewe-Gruppe (Billa, Billa Plus, Bipa, Adeg) nahmen das betroffene Produkt vorsorglich aus den Regalen.
Im Fokus steht das Produkt:
- HiPP „Gemüsegläschen Karotte mit Kartoffel“ (190 Gramm)
dm betonte, dass die Maßnahme rein vorsorglich erfolge, auch ohne behördliche Anweisung. Gleichzeitig werden sämtliche HiPP-Gläser in Filialen und Verteilzentren überprüft. Kundinnen und Kunden können Produkte weiterhin zurückgeben. Auch Rewe spricht von einer präventiven Maßnahme ohne konkrete Verdachtsfälle in den eigenen Märkten.
Gesundheitsministerin warnt
Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) zeigte sich tief betroffen über den Vorfall und richtete einen eindringlichen Appell an Eltern. Sie rief dazu auf, betroffene Produkte keinesfalls zu verwenden und im Zweifel sofort Hilfe zu holen – etwa über die Notrufnummer 144 oder die Vergiftungsinformationszentrale.
„Es ist zutiefst bestürzend, dass jemand bereit ist, die Gesundheit von Babys zu gefährden“, so die Ministerin.
Ein detailliertes toxikologisches Gutachten zum ersten sichergestellten Glas steht derzeit noch aus.
Polizei bittet Bevölkerung um Mithilfe
Die Behörden setzen weiterhin auf Hinweise aus der Bevölkerung, um das zweite Glas schnellstmöglich zu finden. Auffällig sind laut Polizei markierte Gläser mit einem weißen Aufkleber und rotem Kreis am Glasboden. Hinweise werden unter +43 59133 10 3333 entgegengenommen.
(fd/apa)