Straße von Hormuz
Zwischenfall gefährdet Handel
(20.04.2026) Feuerpause USA Iran: Hält die Waffenruhe wirklich bis Mittwoch, oder rutscht die Lage wieder Richtung Eskalation, nachdem die USA ein iranisches Frachtschiff beschlagnahmten und Teheran daraufhin eine neue Verhandlungsrunde ablehnt?
Schüsse auf Frachter
Das US-Militär schoss am Sonntag auf ein Frachtschiff unter iranischer Flagge, weil es laut US-Militär versuchte, die US-Blockade iranischer Häfen zu durchbrechen und von China aus in Richtung eines iranischen Hafens unterwegs war. Nach einer sechsstündigen Konfrontation habe das US-Militär auf das Schiff geschossen und dabei die Motoren außer Gefecht gesetzt, während das US-Zentralkommando ein Video veröffentlichte, das zeigt, wie sich Marineinfanteristen von Hubschraubern auf das Schiff abseilen.
Das iranische Militär erklärte, es sei bereit gewesen, sich der „eklatanten Aggression“ entgegenzustellen, habe aber wegen der Familien der Besatzungsmitglieder an Bord davon abgesehen.
Pakistan mischt mit
Am Mittwoch läuft eine zweiwöchige Waffenruhe zwischen Iran und USA aus, und Pakistan hält am Montag in Islamabad dennoch separate Gespräche mit diplomatischen Vertreterinnen und Vertretern beider Seiten ab, weil es weiter vermitteln will. Pakistans Innenminister Mohsin Raza Naqvi sagte bei einem Treffen mit der Geschäftsträgerin der US-Botschaft, Natalie A. Baker: „Wir beten für den Erfolg der zweiten Verhandlungsrunde in Islamabad“, und er betonte gegenüber dem iranischen Botschafter Reza Amiri Moghadam die „Notwendigkeit einer nachhaltigen Lösung auf diplomatischem und verhandlungstechnischem Wege“.
Ein pakistanischer Insider erklärte außerdem, Armeechef Asim Munir habe Trump in einem Telefonat gesagt, dass die US-Blockade iranischer Häfen ein Hindernis für Gespräche sei, und Trump habe zugesagt, diese Einschätzung zu berücksichtigen.
Iran sagt Nein
Iranische Staatsmedien berichteten am Montag, Teheran habe neue Verhandlungen abgelehnt, weil die Blockade weiterlaufe, Washington eine bedrohliche Rhetorik nutze und „überzogene Forderungen“ stelle.
Der Erste Vizepräsident des Iran, Mohammadreza Aref, schrieb: „Man kann nicht die Ölexporte des Iran einschränken und gleichzeitig die Sicherheit für andere gewährleisten“, während Außenamtssprecher Esmail Baghaei sagte, die Regierung in Washington zeige, dass sie den diplomatischen Prozess nicht ernst nehme.
Baghaei ergänzte, Teheran werde seine Forderungen nicht ändern und akzeptiere bei der Wahrung nationaler Interessen keine Fristen oder Ultimaten, und ein hochrangiger iranischer Insider sagte, das Vorgehen der USA untergrabe die Aussicht auf Frieden, außerdem stünden die Verteidigungsfähigkeiten einschließlich des Raketenprogramms nicht zur Disposition.
Hormuz dicht – Energie-Schock
Der Krieg löste laut Bericht den schwersten Schock für die weltweite Energieversorgung in der Geschichte aus, während Teheran den Schiffsverkehr durch die strategisch wichtige Straße von Hormuz sperrt und die USA gleichzeitig eine Blockade iranischer Häfen aufrechterhalten. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormuz steht fast vollständig still, denn in den vergangenen zwölf Stunden gab es laut Schifffahrtsdaten nur drei Durchfahrten, wobei der mit britischen Sanktionen belegte Öltanker „Nero“ den Golf verließ und die Meerenge passierte, wie Satellitenanalysen und Trackingdaten zeigen. Zusätzlich fuhren ein Chemikalientanker und ein Flüssiggastanker in den Golf ein, was die Daten ebenfalls zeigen.
Tote im Iran
Trump drohte dem Iran, die USA würden jede Brücke und jedes Kraftwerk zerstören, sollte Teheran seine Bedingungen ablehnen, und seit Beginn des Kriegs am 28. Februar kamen Tausende Menschen ums Leben. Bei den israelisch-amerikanischen Bombardierungen im Iran wurden nach Worten eines Mediziners 3.375 Menschen getötet, darunter 496 Frauen sowie 383 Kinder und Minderjährige, sagte der Leiter der iranischen Gesellschaft für Rechtsmedizin, Abbas Masjedi Arani, laut dem Onlineportal „Jamaran“. Die tatsächliche Zahl dürfte deutlich höher liegen, denn die Menschenrechtsorganisation Hengaw mit Sitz in Norwegen berichtete jüngst von mindestens 7.650 Toten, darunter 1.030 Zivilisten, wobei sich die Opferzahlen derzeit nicht unabhängig überprüfen lassen. Kippt die Feuerpause am Mittwoch wirklich – oder bringt Islamabad noch Bewegung in die Gespräche?
(fd/apa)