Sehenswürdigkeiten in Gefahr
Klimawandel als Ursache
(20.04.2026) Griechenlands archäologische Stätten leiden zunehmend unter den Folgen des Klimawandels. Weltweit werden nun 40 archäologische Fundorte vor Extremwetterauswirkungen geschützt. Am meisten gefährdet darunter sind Delphi und Olympia.
Häufiger Waldbrände, extreme Hitzewellen, Starkregen und ein steigender Meeresspiegel setzen den historischen Monumenten immer stärker zu. Damit ist nicht nur das kulturelle Erbe des Landes gefährdet, sondern auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Die antiken Stätten gelten als Besucher:innenmagnet und bringen jährlich Massen an Tourist:innen ins Land.
19 Stätten stark gefährdet
Das Theater von Delphi war 2024 durch Felsstürze stark gefährdet. Schutznetze an den umliegenden Hängen mussten installiert und zusätzliche Zufahrtswege geschaffen werden. Olympia am Peloponnes wiederum ist aufgrund seiner großen, dicht bewachsenen Anlage besonders anfällig für Waldbrände. In den vergangenen Jahren kam es in der Region wiederholt zu schweren Bränden.
Eine dreijährige Studie von Forschenden hat 19 archäologische Stätten identifiziert, die besonders gefährdet sind. Neben Olympia und Delphi, zählen auch die antiken Stätten von Dion dazu, wo ein erhöhtes Risiko für Überschwemmungen herrscht. Für die Analyse wurden sowohl frühere Schäden durch Naturkatastrophen als auch mögliche zukünftige Entwicklungen berücksichtigt. Ziel ist es, Risiken besser einschätzen und gezielt Gegenmaßnahmen planen zu können.
Lage der Sehenswürdigkeiten als Problem
Ein zentrales Problem bleibt die oft abgelegene Lage vieler Fundorte. Sie befinden sich fernab größerer Infrastruktur, was im Ernstfall schnelles Eingreifen oder Evakuierungen erschwere. Fachleute warnen daher, dass ohne entsprechende Vorbereitungen wertvolle Kulturgüter verloren gehen könnten.
Das griechische Kulturministerium hat bereits erste Maßnahmen angekündigt. So sollen an mehrere Stätten Brandmelder installiert und umfassende Feuerschutzpläne entwickelt werden. Zusätzlich sind bauliche Schutzmaßnahmen, wie Sicherungsnetze oder alternative Zufahrtswege vorgesehen.
Bis 2030 sollen insgesamt 40 archäologische Stätten systematisch untersucht und gegen die Folgen extremer Wetterereignisse besser abgesichert werden. Expert:innen betonen, dass der Klimawandel bestehende Gefahren vor allem verstärkt, anstatt völlig neue zu schaffen. Umso wichtiger sei es, rechtzeitig zu handeln.
(hb)