Schüsse stoppen Raser nicht

15 Monate teilbedingte Haft

(13.02.2026) Am Wiener Landesgericht ist am Freitag ein 26-jähriger Raser zu 15 Monaten teilbedingter Haft verurteilt worden, weil er sich am 3. März 2025 auf der Wiener Südosttangente (A23) auf spektakuläre Weise einer Verkehrskontrolle entzogen hatte. Selbst 16 Schüsse, die die Polizei in Richtung der Reifen seines Mercedes abgab, brachten ihn nicht zum Stoppen. Ihm gelang die Flucht. Allerdings konnte die Identität des Mannes ermittelt werden, am 26. November wurde er festgenommen.

Die Polizei war auf den Mercedes-Lenker aufgrund seiner rücksichtslosen Fahrweise aufmerksam geworden. Im Bereich der Abfahrtsrampe auf die Ostautobahn (A4) konnte ein Streifenwagen den Mercedes überholen und durch Querstellen zunächst stoppen. Als die Beamten ausstiegen, um den Lenker zu kontrollieren, trat dieser aufs Gaspedal und fuhr direkt auf einen Polizisten los, der sich mit einem Sprung zur Seite in Sicherheit brachte, dabei aber vom davonbrausenden Pkw am Bein gestreift wurde.

Polizist: "Dann war er weg"

Der Beamte blieb unverletzt. Er und ein zweiter Kollege feuerten aus ihren Dienstwaffen und versuchten, die Reifen des Fluchtfahrzeugs zu treffen. Offenbar ohne Erfolg. "Dann war er weg", bilanzierte einer der beiden nun als Zeuge im Grauen Haus.

Das Auto wurde wenig später in der Modecenterstraße in Wien-Landstraße entdeckt, wo es der Mann abgestellt hatte, ehe er untertauchte. Als er Ende November mit einem anderen Fahrzeug neuerlich in eine Verkehrskontrolle geriet und sich dabei mit einem gefälschten Ausweis legitimierte, wurde er aus dem Verkehr gezogen und - als sich herausstellte, dass er zur Fahndung ausgeschrieben war - fest- und in weiterer Folge in U-Haft genommen.

Ursprünglich wurde gegen den gebürtigen Rumänen wegen versuchten Mordes ermittelt. Am Ende klagte ihn die Staatsanwaltschaft wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt und versuchter schwerer Körperverletzung an. Der 26-Jährige verantwortete sich dazu geständig und entschuldigte sich bei den beiden Polizisten mittels Händeschütteln. "Das ändert aber nichts daran, dass das nicht in Ordnung war, was er gemacht hat", bemerkte der ältere Beamte dazu. "Gott sei Dank wurde niemand verletzt. Nämlich Sie nicht und er nicht", sagte darauf Melanie Kolar (Kanzlei Rast/Musliu), die Rechtsvertreterin des Mannes.

Anklagekonformer Schuldspruch

Der 26-Jährige wurde anklagekonform schuldig erkannt. Von den verhängten 15 Monaten wurden fünf unbedingt ausgesprochen, den Rest bekam der einschlägig Vorbestrafte unter Setzung einer dreijährigen Probezeit auf Bewährung nachgesehen. Damit waren sowohl die Staatsanwältin als auch die Rechtsvertreterin des Mannes einverstanden.

(APA/JuF)

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