Selenskyj bekommt Geld zurück
Gold und Geld aus Ungarn retour
(07.05.2026) Nach wochenlangem Streit hat Ungarn beschlagnahmtes Geld und Gold der ukrainischen Staatsbank Oschadbank an die Ukraine zurückgegeben. Das bestätigte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf der Plattform X. Selenskyj bedankte sich bei Ungarn für den „konstruktiven Beitrag und diesen zivilisierten Schritt“.
Millionenbetrag und Gold waren beschlagnahmt worden
Der Konflikt hatte Anfang März international für Aufsehen gesorgt. Damals stoppte die ungarische Terrorabwehr-Einheit TEK an einer Tankstelle zwei aus Österreich kommende ukrainische Geldtransporter. Die Fahrzeuge waren laut ukrainischen Angaben im Auftrag der staatlichen Oschadbank unterwegs.
Dabei beschlagnahmten die ungarischen Behörden:
- rund 40 Millionen US-Dollar
- etwa 35 Millionen Euro
- neun Kilogramm Gold
Nach Angaben aus Kiew waren die Transporte ordnungsgemäß deklariert und Teil einer Vereinbarung mit der österreichischen Raiffeisenbank.
Ungarn leitete Geldwäsche-Ermittlungen ein
Nach der Beschlagnahmung leitete die ungarische Steuerbehörde NAV Ermittlungen wegen des Verdachts auf Geldwäsche ein. Die sieben ukrainischen Geldtransporteure wurden zunächst festgenommen und später aus Ungarn ausgewiesen. Die ukrainische Regierung reagierte damals äußerst scharf und sprach von „Staatsterrorismus“ sowie „Geiselnahme“.
Selenskyj spricht von wichtigem Signal
Mit der Rückgabe des Geldes und Goldes sieht die Ukraine nun offenbar eine leichte Entspannung im angespannten Verhältnis zu Budapest. Selenskyj bezeichnete den Schritt als wichtig für die Beziehungen zwischen beiden Ländern.
Das Verhältnis zwischen Ungarn und der Ukraine gilt seit Jahren als belastet. Vor allem Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán hatte immer wieder einen deutlich russlandfreundlicheren Kurs als andere EU-Staaten verfolgt.
Spannungen wegen Russland-Politik
Zuletzt stand insbesondere der Streit um russische Öllieferungen im Mittelpunkt. Die Ukraine hatte den Transit russischen Erdöls über die Druschba-Pipeline zeitweise gestoppt, wodurch Lieferungen nach Ungarn und in die Slowakei betroffen waren. Ende April nahm Kiew die Transporte jedoch wieder auf.
Politischer Druck auf Orbán
Zusätzlich geriet die ungarische Regierung zuletzt innenpolitisch unter Druck. Orbáns Partei Fidesz erlitt bei der Parlamentswahl am 12. April schwere Verluste. Im Wahlkampf hatte Fidesz die Ukraine wiederholt als Gefahr für den Frieden in Ungarn dargestellt.
Fakten zur Rückgabe des beschlagnahmten Vermögens
- Beschlagnahmung: 5. März 2026
- Ort: Ungarn, nahe einer Tankstelle
- Betroffen: Ukrainische Staatsbank Oschadbank
- Beschlagnahmt wurden:
- 40 Millionen US-Dollar
- 35 Millionen Euro
- 9 Kilogramm Gold
- Vorwurf Ungarns: Verdacht auf Geldwäsche
- Status jetzt: Geld und Gold an Ukraine retourniert
Mit der Rückgabe scheint sich der Konflikt zwischen Budapest und Kiew zumindest teilweise entschärft zu haben. Weitere politische Spannungen bleiben jedoch bestehen.
(fd/apa)