Sommerpause im EU-Parlament
Wer was verdient und wer oft fehlt
(22.07.2026) Während das Europäische Parlament bis Mitte September in der Sommerpause ist, sorgt eine neue Leistungsbilanz der österreichischen EU-Abgeordneten für Gesprächsstoff. Eine Auswertung, über die die „Kronen Zeitung“ berichtet, zeigt, welche Mandatare in den vergangenen zwei Jahren besonders oft das Wort ergriffen haben und wer bei Abstimmungen am häufigsten fehlte. Die österreichischen Europaabgeordneten erhalten laut offiziellen EU-Angaben ein monatliches Bruttogrundgehalt von 10.802,91 Euro. Hinzu kommen unter anderem Tagesgelder, Kostenpauschalen und Pensionsansprüche.
Reinhold Lopatka hält die meisten Reden
Laut der „Krone“ führt ÖVP-Delegationsleiter Reinhold Lopatka die Liste der aktivsten Redner im EU-Parlament an. Seit Beginn der Legislaturperiode im Juli 2024 trat er 111 Mal ans Rednerpult.
Knapp dahinter folgt Helmut Brandstätter (NEOS) mit 109 Redebeiträgen. Den dritten Platz belegt ÖVP-Abgeordneter Lukas Mandl, der bislang 92 Reden hielt.
Weitere Platzierungen:
- Reinhold Lopatka (ÖVP): 111 Redebeiträge
- Helmut Brandstätter (NEOS): 109
- Lukas Mandl (ÖVP): 92
- Hannes Heide (SPÖ): 60
- Petra Steger (FPÖ): 43
- Thomas Waitz (Grüne): 40
- Andreas Schieder (SPÖ): 40
- Anna Stürgkh (NEOS): 37
- Lena Schilling (Grüne): 36
Lena Schilling im Mittelfeld
Die grüne EU-Abgeordnete Lena Schilling kommt laut der Auswertung auf 36 Redebeiträge und liegt damit im Mittelfeld der österreichischen Delegation. Die „Krone“ verweist darauf, dass Schilling zuletzt auch abseits der Parlamentsarbeit – etwa mit ihrem Auftritt beim Opernball und ihrem Privatleben – für öffentliche Aufmerksamkeit sorgte.
Wenig Wortmeldungen bei einigen Mandataren
Am unteren Ende der Statistik finden sich mehrere Abgeordnete mit vergleichsweise wenigen Redebeiträgen.
Besonders selten meldeten sich laut der „Kronen Zeitung“:
- Gerald Hauser (FPÖ): 14 Redebeiträge
- Georg Mayer (FPÖ): 16
- Alexander Bernhuber (ÖVP): 17
- Sophia Kircher (ÖVP): 17
Wie die „Krone“ betont, lässt sich aus der Zahl der Reden allein jedoch nicht ableiten, wie aktiv ein Abgeordneter insgesamt arbeitet, da Ausschussarbeit, Berichte oder Verhandlungen in dieser Statistik nicht berücksichtigt werden.
Wer bei Abstimmungen am häufigsten fehlte
Neben den Redebeiträgen wurden auch die Abwesenheiten bei Abstimmungen ausgewertet.
Die meisten versäumten Abstimmungen verzeichnet laut „Krone“ Anna Stürgkh (NEOS) mit 22 Fehlzeiten. Diese seien allerdings auf ihre Schwangerschaft zurückzuführen und damit entschuldigt.
Seit einer Reform der Geschäftsordnung des Europäischen Parlaments können schwangere Abgeordnete ihre Stimme in einem festgelegten Zeitraum vor und nach der Geburt an eine Kollegin oder einen Kollegen übertragen.
Die meisten Fehlzeiten im Überblick:
- Anna Stürgkh (NEOS): 22 Fehlzeiten
- Helmut Brandstätter (NEOS): 20
- Sophia Kircher (ÖVP): 19
- Lukas Mandl (ÖVP): 19
Zwei Abgeordnete ohne einzige Fehlzeit
Ganz ohne versäumte Abstimmung blieben laut der Auswertung Elisabeth Grossmann (SPÖ) sowie Roman Haider (FPÖ).
Ebenfalls sehr präsent waren:
- Elisabeth Grossmann (SPÖ): 0 Fehlzeiten
- Roman Haider (FPÖ): 0 Fehlzeiten
- Elisabeth Dieringer (FPÖ): 2 Fehlzeiten
- Andreas Schieder (SPÖ): 3 Fehlzeiten
- Lena Schilling (Grüne): 3 Fehlzeiten
- Evelyn Regner (SPÖ): 3 Fehlzeiten
EU-Parlament bis September in Sommerpause
Das Europäische Parlament befindet sich derzeit in seiner 66-tägigen Sommerpause, die bis 13. September dauert. Die von der „Kronen Zeitung“ veröffentlichte Statistik bietet einen Überblick über Redebeiträge und Abstimmungspräsenz. Sie bildet jedoch nur einen Teil der parlamentarischen Arbeit ab, da Tätigkeiten in Ausschüssen, Berichterstattungen oder Verhandlungen darin nicht erfasst werden.
(fd/krone)